Arbeitssklaven
Von Marieke Butzbach, 15 Jahre
Jedes Jahr absolvieren tausende Schüler und Studenten ein Praktikum. Und jedes Jahr werden tausende von ihnen ausgebeutet, wie Sklaven der Dritten Welt. Unzumutbare Entlohnungen sind ja heutzutage normal. Aus einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geht hervor, dass 25 Prozent der befragten Hochschulabsolventen und 20 Prozent aller jungen Menschen mit Berufsabschluss mindestens ein Praktikum durchlaufen müssen – erst dann steigen die Chancen auf einen Job.
Leider werden aber über die Hälfte der Praktika gar nicht oder nur äußerst schlecht bezahlt. Dazu kommt noch, dass viele Arbeitgeber einen Großteil der jungen Leute in der Hälfte der Praktikumszeit als normale Arbeitskräfte einsetzen – in Vollzeit. Von Schülern der achten und neunten Klassen will ich gar nicht erst sprechen. Sie dürfen kein Geld annehmen und sind als kostenlose Arbeiter besonders gerne gesehen. Was also tun gegen diese Form der Ausbeutung? Viel dagegen machen kann man ja nicht. Aber mann kann und sollte sich zumindest darüber informieren, wie die Konditionen in den unterschiedlichen Unternehmen sind. Der Verein fairwork beispielsweise, setzt sich für faire Praktikumsbedingungen sein.
Auf der Website www.fairwork-verein.de sind zahlreiche Erfahrungsberichte von jungen Leuten nachzulesen, zudem gibt es Informationen über die Rechte von Praktikanten. Die Erfahrungen anderer geben angehenden Praktikanten somit eine bessere Übersicht, so dass sie nicht vollkommen hilflos in das System der Ausbeutung hinein geraten.






Ernesto
am 05. Februar 2010 um 13:16:Der Vergleich von Praktikant_innen mit der Sklaverei ist eine anmaßene Unverschämtheit, wie sie nur jemand hervorbringen kann, der noch nie die Mühe sich gemacht hat, über seinen eigenen prall gefüllten Fleischtopf hinauszuschauen. Natürlich ist die Lage von Praktikant_innen prekär, aber Gegensatz zu Sklav_innen haben es die meisten schlicht nicht anders gewollt. Im Gegensatz zu Sklav_innen müssen sie auch keine extrem gesundheitsschädlichen arbeiten verrichten und haben immerhin den Hauch einer Perspektive, ihren Praktikant_innendasein zu entfliehen…
Naja, das Alter der Autorin mag einiges entschuldigen, aber aus dem Artikel spricht dennoch eine gehörige Portion westlich-bürgerlicher Arroganz.
Antonia
am 05. Februar 2010 um 21:16:Wunderlicher (?) Ernesto,
nun kann ich nur raten, wo ihnen der “prall gefüllte Fleischtopf” erschienen ist … vielleicht in ihrer Kristallkugel (?), mglw. beim (auch von Räucherstäbchen “begleiteten”) esoterischem Kartenlegen (?), gar vom Bärenfell, auf das Knochen, Federn und Steine gestreut wurden (?) oder haben Sie sich auf dem Rummel von einer “Wahr”sagerin “einseifen” lassen (?) … wie dem auch sei … Sie sind aber/gläubig oder völlig weltfremd und/oder (was am naheliegsten aus ihrer “Empörung” zu entnehmen ist) Sie sind einer der vielen Nutznießer bzw. (um mit Tacheles auch wirklich verstanden zu werden) einer dieser widerwärtigen “Blutsauger”, die sich hemmungslos an Billig- und Billigst- bis hin zu den Null-Euro-Jobbern bereichern.
Liebe Marieke,
Dir sei empfohlen [allein, um keine Zeit zu verschwenden], auf derartige Grobiane und Trolle wie “Ernesto” nicht einzugehen. - UND lass dich nicht etwa verunsichern; behalte deine KLARE Sprache, um neofeudale [also menschenfeindliche] Missstände weiter in unmissverständliche Worte zu fassen.
LG Antonia
Thomas
am 06. Februar 2010 um 09:43:Wir haben bei uns im Büro auch immer wieder Praktikanten.
Wir bemühen uns Ihnen eine Vorstellung vom Büroalltag und unserer jeweilligen Arbeit zu vermitteln.
Aber wie das nun mal ist, jeder Mensch ist anders.
Da gibt es einzelne, die so schnell begreifen und engagiert sind, das man Sie am liebsten fest einstellen würde weil Sie eine echte Hilfe und Bereicherung sind.
Bei anderen wiederum möchte man am liebsten von vorne Anfangen mit dem ABC und kleinem Ein mal Eins sowie einem Motivationsseminar.
Ich habe auch den Eindruck, das manche von Lehrern und/oder Eltern in Praktika gedrängt werden, die überhaupt nicht Ihren Wünschen, Neigungen oder Fähigkeiten entsprechen.
Bei dieser Konstellation sind dann meist beide Seiten am Ende unzufrieden und behalten eine schlechte Erinnerung daran.
MittelAlter
am 08. Februar 2010 um 04:22:Also Schülerpraktika und Uniabsolventen in einem Satz mit dem Wort Ausbeutung zu bringen ist Quatsch.
Es praktisch nicht möglich Schülerausbeutung zu betreiben, die Schüler sind beruflich viel zu unerfahren um eine monetär interessante Leistung in ihrem kleinem Praktikum zu erbringen. Dazu ist natürlich die Öffentlichkeit bei Minderjährigen senisbel, wer einen 15 jährigen 2 Wochen den Hof kehren lässt, hätte seine Firma PR-mässig erledigt..also ich habe noch nie gehört, dass Schüler im Praktikum ausgebeutet werden. Die Regel ist, dass Schülerpraktikums erheblichen Betreuungsaufwand durch Angestellte erforden und ein Verlustgeschäft sind für Arbeitgeber.
Anders ist die Lage im Akademikerpraktikum. Hier haben wir hochqualifizierte Leute, teilweise auch mit Berufserfahrung, die wirklich als Billigakademiker ausgebeutet werden können, zudem ist ihr Praktikum so lange, dass sie nicht nur Einarbeitungszeit bekommen, sondern sehr real qualifizierte Arbeit leisten können, eben zum kleinen Lohn. Das kann man schon Ausbeutung nennen.
Mary
am 22. Februar 2010 um 03:07:@Ernesto
Ich finde Praktikum für Schüler sehr sinnvoll. Allerdings finde ich Ihre Reaktion gegenüber Marieke sehr aggressiv.
Tatsächlich wenn man genau überlegt, wie die Situation mit den Praktika in Deutschland aussieht.Jedes Unternehmen ist scharf auf kostenlose Arbeit, denn in Deutschland aufgrund der Steuern etc können viele mittelständische Betriebe sich gar nicht leisten jemanden richtig einzustellen. Wenn man noch die Leihfirmen, 1 Euro Jobs in Erwägung zieht, dann kann wirklich von der Versklavung unter dem Vorwand der Demokratie sprechen!
Haben Sie jemals mehr als 1 Jahr im Krankenhaus als Praktikant geschuftet, den ganzen dreck weggeräumt und überhaupt nix verdient? Da kommt man sich echt blöd vor. Irgendwas muss doch Arbeitskraft in Deutschland kosten oder?
Leonie
am 09. März 2010 um 10:26:@ Ernesto
Ich verstehe Ihre Empörung, meine erste Reaktion auf den entsprechenden Satz im Kommentar war ähnlich. Der Vergleich mit Sklaven aus der 3. Welt ist an dieser Stelle tatsächlich etwas überzogen, zumindest so lange, wie den Praktikanten nicht jegliche Identität abgesprochen wird und man sie nicht misshandelt.
Ich würde sie (und hier stimme ich MITTELALTER zu, eher die akademischen Prakttikanten) vllt eher als ‘moderne Sklaven’, richtiger aber noch als ‘ausgebeutet’ bezeichnen.
lam
am 20. März 2010 um 17:15:die aegumentation ist schlecht, die artikel auf fr-jugendseite sind außer ausnahmen wie Carola w oder Maximilian L oder Leonie Ruh. seltsam