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Wer will schon Soldat sein?

Von Hannah Rammé, 18 Jahre

Zurzeit können sich 41 Prozent der 15- bis 32-jährigen Deutschen sich nicht vorstellen, auch nur zeitweise der Bundeswehr zu Diensten zu sein. Etwa 14 Prozent tendieren in dieser Frage zu „eher nein“. Dies ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums. Die Studie macht sichtbar, wie sehr das Ansehen der Bundeswehr bei den Jugendlichen gesunken ist. Das schlechte Abschneiden hat sicher auch damit zu tun, dass, etwa bei Auslandseinsätzen, Gefahren und Risiken für Leib und Seele bestehen. Fest steht: Der „Bund“ hat ein Imagepro-blem und rangiert im Ansehen der jungen Leute als Arbeitgeber auf einem der hintersten Plätze.

Das ist wohl der Kernpunkt der Veränderungen quer durch Gesellschaft: Während vor etwa 30 Jahren noch der wehrpflichtige junge Mann durchaus gern gesehen war, offenbart sich heute, dass es nicht mehr gut ankommt, Soldat gewesen zu sein. Wer heute bei der Bundeswehr anfängt, wird eher schräg angeschaut. Die Leute, die zum „Bund“ wollen, machen das aus Überzeugung heraus. Andererseits stellen sich viele junge Männer scheinbar nicht mehr die Frage, ob sie aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern wollen.

Das heißt, ob sie deshalb verweigern, weil sie nicht in der Lage wären, aus Notwehr eigenhändig einen Menschen zu töten. Vielmehr spielen politische oder wirtschaftliche Erwägungen eine Rolle, wenn sie sich gegen den Wehrdienst entscheiden. Es ist zum Normalfall geworden, einen Ersatzdienst zu leisten. Vom Kriegs- zum Friedensdienst: Das wäre eine nicht die schlechteste Entwicklung für unsere Gesellschaft.


Thema: Ausgeteilt | Veröffentlicht am 05. Oktober 2009 um 07:00 | | Trackback
  1. am 05. Oktober 2009 um 18:19:

    Ein hochkompliziertes Thema.

    Das Bild des Bundeswehrsoldaten wird auch durch die Medien teilweise bewußt verfälscht. Politik macht es dem Bürger auch nicht gerade leicht, das Thema Bundeswehr richtig anzupacken. Dann wird der Bundeswehrsoldat auch noch irgendwo hingestellt und von der Politik alleine gelassen. Diese Geschichte mit dem Handbuch, wann wer was machen darf, auch noch dort, wo den Soldaten/Soldatinnen die Bomben nur so um die Ohren fliegen, ist ohne Beispiel in der Welt, typisch deutsch. Schlechte Ausrüstung kommt hinzu. Es gab ja mal den Vorschlag überall wo die Bundeswehr hingeht, Tschibobudchen aufzustellen, damit die Soldaten sich mit dem nötigsten versorgen können (aus eigener Tasche natürlich).

    Ich habe neulich einen Bericht aus Ex-Jugoslawien gesehen, die Menschen dort sind richtig dankbar unserer Bundeswehr. Einer hat sogar geheult, vor laufender Kamera. Die Bundeswehr hat ihm und seiner Familie mit drei Kindern das Leben, ein zu Hause zurückgegeben. Und das waren alles junge Kerle, frisch im Leben stehend, die dort geholfen haben.

    Die Rundschau hat zurecht getitelt “KRIEG” (Afghanistan) doch leider versagt da die Politik auf ganzer Linie. Man kann sich natürlich fragen, ob wir da hinten was zu suchen haben, ich bin der Ansicht nein. Aber der Kieg war politisch gewollt, Bündnistreue, Untergebenheit Amerika gegenüber etc.pp. Jetzt müssen wir da durch und unsere Bundeswehr nicht abstrafen deswegen. Das wir eine Bundeswehr brauchen, steht außer Frage. Den Frieden gibt es nicht umsonst, er will auf vielen Ebenen erhalten werden. Die Frauen und Männer in der Bundeswehr tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, wie Ex-Yugoslawien aufzeigt. Die Folgen einer “Völkerwanderung” will auch niemand tragen. Und Europa will Afrika schon gar nicht an Land gehen sehen.

    Über 30.000 Menschen - so die FR - stehen vor einer ungewissen Zukunft. Ihr Bleiberecht läuft in Kürze aus, wird nicht verlängert. (einfach verantwortungslos von der Politik)

    Die Frage gilt zu beantworten: Was wollen wir?

  2. WA

    am 06. Oktober 2009 um 11:27:

    Soldat sein ist für die meisten grundsätzlich keine angenhme Vorstellung. Wer seinen Wehrdienst geleistet hat, oder auch ein Berufssoldat, konnte bisher sagen es dient der Verteidigung eines demokratischen Landes. Leider nimmt Verteidigungsminister Jung diese Demokratie nicht ernst. Wer meint, bestimmen zu müssen, wer Richter im Wehrdienstsenat sein darf, hat die Gewaltenteilung (eine der wichtigsten Säulen der Demokratie) nicht verstanden. Wäre ich Soldat, hätte ich einen Gewissenskonflikt: wie kann ich unter diesem Dienstherrn anderen demokratische Werte beibringen (wollen). Wenn wir mit dieser Begründung in Afghanistan kämpfen, könnten die Afghanen mit der gleichen Begründung morgen Berlin oder den hessischen Landtag besetzen. Den hessischen Landtag deshalb, weil Jung und Koch seinerzeit die geplante doppelte Staatsbürgerschaft für ihren Wahlkampf instrumentalisiert hatten und somit die latente Ausländerfeindlichkeit eines Teils der Deutschen für die Regierungsübernahme benutzt hatten.
    Für einen Soldaten stellt sich gemäß unserer Verfassung nicht nur die Frage, ob er töten kann, sondern auch sich nicht mißbrauchen zu lassen. Es sollte jeder froh sein, dem diese Situation erspart bleibt.

  3. am 06. Oktober 2009 um 21:27:

    Ich muß eine Zahl berichtigen, nicht 30.000, sondern 15.000 Menschen stehen vor einer ungewissen Zukunft. Tschuldigung liebe FRISCH-Leser

  4. hannah

    am 09. Oktober 2009 um 18:18:

    es ist tatsächlich ein kompliziertes thema.
    wenn alle menschen dieser erde sich entschließen würden, überzeugt pazifistisch zu sein und somit zu leben..
    was wäre dann? illusion?!

  5. am 11. Oktober 2009 um 21:06:

    Jo Hanna, das ist eine Illusion. Der Glaube, ich bin, muß abgeschafft werden, aber ohne Glaube können wir nicht existieren oder nur im Koma, weit weg von dieser Welt. Die Natur in uns, läßt nichts anderes zu. Geht nicht.

    Anders betrachtet: Wir brauchen auch jeden Tag bewaffnete Polizisten. Warum wohl?

  6. Herr Langsdorf

    am 12. Oktober 2009 um 01:18:

    Hey Leute
    Wie wäre es wenn wir jedem Land so viele Atombomben geben würden, dass es die Welt zerstören könnte?
    Dann würde sich doch keiner mehr trauen Krieg zu führen…..oder?

    Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten. Mahatma Gandhi

    lg.

  7. Herr Knatz

    am 12. Oktober 2009 um 01:37:

    Hi Leute

    ich finde es sehr toll von Euch, dass Ihr euch mit so einem ernsthaftem Thema beschäftigt.

    hmmm Ihr meint also Armeen sind notwendig… hmm ok.
    Aber sind denn Kriege notwendig?
    Wieso darf die Bundeswehr nach so vielen Jahren der Kriegslosichkeit wieder aus Deutschland raus?
    was war das mit Verteidigungs-Armee?

    Und wenn durch manche Kriege Menschenrechte geschützt werden, dann warum nur in bestimmten Ländern?
    Ich meine in Afrika hätten wir doch genug zu tun… hhmmm
    wo ist der Unterschied zwischen den Menschen in Afrika und den Menschen im Nahen-Osten hmmm

    Mehr als eine Milliarde Menschen leben weltweit in Slums. Das ist fast 1/6 der Weltbevölkerung.
    Wenn wir unser Geld z.B. dorthin investieren würden anstatt in Kriegen könnten wir auch Menschenrechte schützen und sogar ohne Opfer:D oder Kritik:D hmmm wäre das aber profitabel?

    Der Unterschied zwischen einem Polizisten und einem Soldaten:
    Der Polizist darf nicht auf mutmaßliche Täter schießen.

    Soldat sein? potentieller Mörder sein?

    Gebildeter: Wir brauchen eine Armee, um uns vor den Ungebildeten schützen zu können, die uns ansonsten angreifen würden.

    Ungebildeter: Wir brauchen eine Armee, um uns vor den Anderen schützen zu können, die uns ansonsten angreifen würden.

    Obwohl alle nur aufrüsten, um sich selbst zu schützen greift am Ende immer einer an…

    Haha Herr Langsdorf lustige Parabel

  8. Peniskopf

    am 12. Oktober 2009 um 01:50:

    Herr Knatz Ihre Denkweise ist leider nicht in der Praxis umsetzbar.
    So müsste es auf der ganzen Welt eine art Kommunismus geben…

    Die Grundfrage hier ist doch das Menschenbild.
    Sind Menschen von Naturaus gut oder böse?
    Wenn man davon ausgeht, dass sie von Naturaus gut sind, dann lässt sich schlussfolgern, dass es keine größeren Übeltaten mehr gibt, sobald ein sozial faires Verhältnis besteht. Und vorallem ein Recht auf Bildung ÜBERALL!!!

    Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch von Naturaus böse ist, dann sollte jemand schleunigst nach dem Schalter suchen der alle Menschen mit einem Mal tot umfallen lässt.

  9. am 12. Oktober 2009 um 09:38:

    Eine Art Kommunismus… *kopfschüttelt* Lenin, Stalin, Mao, nicht mal Che ist nur mit einem Palmwedel rumgelaufen. Und sein Kumpel hat das Volk unterjocht - das Kapital uns, das bißchen Arbeit denen da unten.

    Was politisch gemacht wird, steht auf einem anderen Papier. Der Mensch ist von Grund auf kein Pazifist. Liegt in der Natur der Sache.

    Auf diese kurze Denkweise von Hern Kmnatz die auch 30 Jahre schon auf dem Buckel hat, gehe ich nicht ein. Das ist mir zu billig.

    @PK: Die Definition von gut und böse bestimmt die jeweilige Ausrichtung des Beurteiler. Jeder kommt “grau” zur Welt, nicht in “schwarz”, und auch nicht in “weiß”.

  10. freund

    am 12. Oktober 2009 um 18:30:

    nein nein. ich glaube, es gibt menschen, die weiß zur welt kommen. davon bin ich überzeugt. und sie wissen, dass sie gewisse denkweisen haben, die manche nicht kennen. sie kommen gar nicht zu diesem punkt, zu dem diese weißen gelangen. doch die weißen können ihre reinheit weitergeben und es evtl. schaffen, die dunkelgrauen heller zu machen. schwarze von geburt an gibt es nicht. das umfeld macht den menschen zu dem, was er ist. er wird geboren und ist rein. ob er dann weiß ist oder dunkelgrau, das hat viele faktoren_ land, bildung, umfeld, menschen, eltern, familie, freunde,..
    die weißen wissen, dass ihr weg der richtige ist. jetzt bleibt es, die anderen zu überzeugen.
    der gedankengang von herrn langsdorf gefällt mir. und das zitat unterstreicht es nur noch: israel hat mit gewalt ihren staat gegründet. jetzt kommen sie da ohne gewalt nicht mehr durch. was machen?

    barack obama erhält den friedensnobelpreis: fehlt nur noch frieden

  11. freund

    am 12. Oktober 2009 um 18:34:

    soldat sein heißt: bereit sein, auf einen menschen zu schießen. breit zu gewalt. bereit dazu, zu gehorchen, anstatt selbst den kopf anzuschalten. es bleibt keine zeit, lange darüber nachzudenken, ob es richtig ist, dieses kind zu töten oder nicht. es kann nicht richtig sein.

  12. am 12. Oktober 2009 um 18:55:

    Ich gehe jede Wette ein, wenn mein zweites Ego auf den Plan tritt, sind solche Phrasen auch beim Freund Schnee von gestern. Er würde notgedrungen handeln, vielleicht noch vorher anmerken: Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern.

  13. am 12. Oktober 2009 um 18:57:

    PS: Und an der Oder waren sie alle froh, daß es die Bundeswehr gibt.

  14. freund

    am 12. Oktober 2009 um 19:09:

    etwas zu afghanistan, ein heikles thema:
    alle sprechen imer davon: “ja..gegen die taliban muss etwas getan werden..sie muss geschwächt werden..”
    dabei hat der bisherige krieg das erstarken der taliban nicht verhindern können, ganz im gegenteil! die politische islamisierung lässt sich nicht durch krieg verhindern. es wird immer von “unser land hat eine verantwortung” geredet. wer ist das, “unser land”? wer steckt dahinter?
    in afghanistan herrscht krieg. die natogruppen fürhren dort krieg. einerseits gegen die taliban. andererseits aber auch gegen die zunehmende anzahl an wederstandsgruppen innerhalb der bevölkerung!
    alltägliche kriegsführung mit verheerenden folgen für die bevölkerung

  15. Herr Knatz

    am 13. Oktober 2009 um 01:47:

    zu RÜ : ich sage eine Art Kommunismus und nicht der bislang geführte. Ich höre die meisten Menschen nur über z.B. die DDR schlecht reden. Wir sollten uns auch die guten Aspekte eines solchen Systems ansehen und nicht nur die schlechten.

    Und zu Freund: genau auf Deine Denkweise will ich hinnaus….
    Jeder Mensch IST von Naturaus gut… klar kann man ihn in grau und was weiß ich was unterteilen… der Punkt ist aber, dass es keine “schwarzen” Menschen gibt. (hahaha…. ihr wisst was ich meine). Es kommt auf das Umfeld an.
    JEDER HAT EIN RECHT AUF FREIE BILDUNG..
    nur so ist der Mensch Mensch alles andere sind Tiere, die reden können. (weil sie nur gehorchen was andere ihnen sagen.)

    Herzlichen Glückwunsch zum Preis Obama.
    -unter diesen Kriterien könnte jedoch jeder einen Kriegen.

  16. ein Freund vom Freund vom Farzam

    am 13. Oktober 2009 um 01:54:

    lieber Freund, deine Ansichten zur Situation in Afghanistan sind sehr richtig und durchforscht.

    Die Menschen müssen einsehen, dass durch Krieg kein Frieden zu schaffen ist.

    Solange wir Krieg führen wird es Opfer geben und in den Angehörigen dieser Opfer wird Hass entstehen, dies wird wiederum weitereGewalttaten hervorrufen, was wieder Opfer schaft.

    Gysi hat das schon sehr richtig mit der “Spirale der Gewalt” bezeichnet.

  17. ein Freund vom Freund von Farzam

    am 13. Oktober 2009 um 01:57:

    lieber Freund, deine Ansichten zur Situation in Afghanistan sind sehr richtig und durchforscht.

    Die Menschen müssen einsehen, dass durch Krieg kein Frieden zu schaffen ist.

    Solange wir Krieg führen wird es Opfer geben und in den Angehörigen dieser Opfer wird Hass entstehen, dies wird wiederum weitereGewalttaten hervorrufen, was wieder Opfer schaft.

    Gysi hat das schon sehr richtig mit der “Spirale der Gewalt” bezeichnet.

    Wir müssen den Menschen eine feste Lebensgrundlage bieten, damit sie sich selbst enfalten können.
    Nur so können wir gegen die Taliban vorgehen.
    Ich glaube auch der letzte hat verstanden, dass die Menschen nicht aus Religions Gründen zur Taliban gehen, sondern aus hass

  18. freund

    am 13. Oktober 2009 um 15:03:

    ich glaube, ich habe erkannt, wer hinter dem synonym “herr knatz” steckt :-) weiß “herr knatz” auch, wer hinter “freund” steckt?
    somit bin ich nicht nur freund, sondern freund von herrn knatz.

    an herrn knatz und alle anderen:

    wen meinen sie ständig mit “unser land”? wer oder was ist das, “unser land”? wer oder was steckt dahinter? was für eine verantwortung in einem anderen land? was nehmen wir uns da raus??

  19. am 14. Oktober 2009 um 08:23:

    Guten Morgen

    Herr Knatz, was war dann der Preis für das “Gute” in der DDR? Schauen Sie und andere mal genauer hin, so “gut” ist das “Gute” dann gar nicht mehr.

    Zum freund, der nicht meiner ist: Gysi ist ein gewiefter Rhetoriker, mehr nicht. Das kann er gut, aber damit hat es sich auch schon. Seine Arbeit als Anwalt und SED-Parteigenosse versucht er schön im dunkeln zu halten. Und die Sprüche die Sie ins Feld werfen, die hat irgendwer schon vor 1000 Jahren der Menschheit hinterlassen.

    Das Thema ist “Wer will schon Soldat sein”, nicht Afghanistan, nicht Kongo, nicht Mittelmeer, nicht Ex-Jugoslawien, nicht Indonesien … wo sind mer noch? Fällt Ihnen was auf? Wahrscheinlich nicht.

  20. Karl

    am 14. Oktober 2009 um 12:16:

    Hallo rü,

    vor vielen Jahren war auch ich “gerne” Soldat und wäre es fast geblieben. Immerhin hab ich aus den gemachten Erfahrungen sofort den Dienst quitiert nachdem sich in der politische Debatte andeutete wie unsere zuerlässige Politische Klasse sich demnächst zu erwartende Auslandseinsätze vorstellt.

    Natürlich auf Kosten von Zivilisten und Truppe! Seit dem respektiere ich nur noch Soldaten die eine bewußte Entscheidung selbst treffen können; was für die Masse nicht unbedingt gilt.

    Das die BW realistischer gesehen wird ist nur zu begrüßen, sowieso keine Arbeit für Träumer.

    Karl

  21. Herr Knatz

    am 14. Oktober 2009 um 16:32:

    lieber RÜ
    ich stelle Dir eine Gegenfrage: was ist der Preis des Kapitalismus?

    DDR:
    sicher, es gab sehr viele schlechte Aspekete und diese überwiegen auch. Da stimme ich Dir zu. Aber wir sollten dennoch nicht die positiven aus den Augen lassen oder besser noch verschleiern.

    außserdem:
    Um die Frage “Wer will schon Soldat sein” zu beantworten müssen wir feststellen was ein Soldat leistet.
    Also: “was bewirkt ein Soldat?”.
    Man kann nicht über Soldaten sprechen und den Krieg
    -also die Praxis- ausser Acht lassen.

    Herr Gysi gehört hier aber wirklich nicht hin.
    Obwohl ich dazu einiges zu sagen hätte….

    zu Karl:
    Ich finde ihr Handel sehr verantwortungsbewusst.
    Sie haben darüber nachgedacht, warum sie Soldat sind und wofür sie “kämpfen”. Und als dies nicht mehr mit Ihren Idealen übereinstimmte haben sie den Dienst quitiert.
    Doch müssen sie eingestehen, dass Ihr handeln eine gewisse Bildung
    zuvor hatte und, dass nicht jeder Soldat -oder besser die wenigsten- über so eine Bildung verfügen. Deswegen werden die Meisten weiterhin kämpfen ohne zu wissen wofür… ohne zu wissen was es heißt “Soldat” zu sein.
    Für diese stellt sich nicht die Frage “wer will schon Soldat sein”, sonder “was bringt es Soldat zu sein”?

    lg.

  22. am 14. Oktober 2009 um 17:57:

    Herr Knatz, bleiben mer mal schön beim Sie, Schweine haben wir noch nicht zusammen gehütet.

    Eine Frage die mit einer Gegenfrage “beantwortet” wird, zeugt in diesem Fall vom freien Fall. Ich weiß, das Gute… und Adolf hat ja auch Gutes gemacht, ne?
    Tut mir leid Herr Knatz, aber das funktioniet so bei mir nicht. Gut waren die vielen Soldaten (einschließlich der Parteisoldaten) in einer Art Kommunismus. Und den hätten sie gerne wieder, dem Frieden ohne Soldaten zuliebe.

  23. am 14. Oktober 2009 um 18:14:

    @ Karl

    Sie als Teil der BW können das geistige Bild der Soldaten besser beurteilen. Ich als Bürger muß es anders tun. Ich muß unterscheiden. Das wir eine Bundeswehr brauchen, ist nun mal so.

    Ich muß der Politik auf die Finger klopfen, die verantwortungslos mit dem Leben der Soldaten/Soldatinnen umgeht. Soldaten/Soldatinnen sind Beamte auf Zeit, Staatsdiener, wie viele andere auch. Sie haben einen Eid geschworen. Ich als Bürger verlasse mich nun auf sie. Immerhin haben sie ja mal die Russen uns vom Leib gehalten, zumindest mitgeolfen. Heute sieht ihr Einsatzgebiet anders aus, das ist auch politisch geregelt. Wenn ich als Bürger gewisse Dinge nicht will, dann nicht der BW ans Bein pinkeln, sondern der Politik.

    Und solche Dinge wie “Aus der Nato” raus, was aus der Region des Ex-Warschauer Paktes kommt - nun können wir uns fragen, ob da nicht die alten Kader der SED hinter einem subventionierten Aufbau Ost-Backsteinhaus dies brüllen - dient nicht der europäischen Verantwortung, auch nicht den langjährigen Bündnispartner. Die haben nämlich mit ihren Soldaten auch den Kopf für uns hingehalten. Das wissen gewissen Kreise nicht mehr, oder wollen es nicht mehr wissen.

  24. am 14. Oktober 2009 um 18:28:

    Und geschichtlich zurückblickend, das wir hier so schreiben können, haben wir Soldaten zu verdanken. Wären sonst vielleicht in einer anderen Art Aufbau-Ost-Programm tätig - a la DDR.

  25. am 14. Oktober 2009 um 18:55:

    Was mir bisher in den letzten Monaten an Reportagen in den öffentlich rechtlichen über die BW mit den jungen Soldaten gereicht wurde, war kein “krankes” Bild, sondern eines von einer allgemeinen Verantwortung geprägt. Sie hoffen alle nie zur Waffe greifen zu müssen, wollen aber zur Stabilisierung in Krisenregionen ihren Teil dazu beitragen, damit die welt ein bißchen besser schläft. Und die Bundesrepublik hat nun mal nach 40 Jahren Schutzgenuß eine Plicht gegenüber der Welt. Unser Wohlstand ist nicht auf Palmwedel aufgebaut worden.

    Frieden schaffen ohne Waffen, ach wie schön wäre es doch, ne? Man es nur den anderen beibringen, die, die Kindersoldaten sich holen, die, die Gotteskrieger spielen und was weiß ich noch wer. Wir können aber mal klein anfangen, örtliche Jugendgewalt auf 0 zurückschrauben, der VPD beibringen, daß Gewalt auf unseren Straßen nix zu suchen hat, ihr Gedankengut auch nicht, der Welt ein Beispiel zeigen, daß es ohne Gewalt doch geht. Na, wie eäre es?

  26. Karl

    am 15. Oktober 2009 um 08:48:

    Hallo rü,

    nicht nur Sie müssen der Politik auf die Finger klopfen, auch und gerade Soldaten sind verpflichtet sich rechtswidrigen Befehlen zu widersetzen. Dazu brauchts allerdings fundamentale Rechtskenntnis und Selbstbewußtsein sowie politisches Einsichtsvermögen. Nicht gerade eine Stärke der Truppe.

    Das interessiert wohl die Masse der Truppe nicht, daher sind solche Einsätze mit unklarem Auftrag (Ein militärischer Albtraum!) wie in Afgh. möglich. Dann lieber zu Blackwater & Co; da sind die verhältnisse wenigstens vorab klar und keiner macht sich Vllusionen! Zumal es keine vernünfige politische Rückendeckung gibt, abseits eines Haufens von Lügen;

    da will sicher keiner mehr, zurecht, Soldat sein!

    “Soldaten” die hoffen nicht zur Waffe greifen zu müssen sind indiskutabel, sollten besser zum THW gehen. Denn das muß “vor der Arbeit” klar sein: geregelte Waffenverwendung ist im Einsatz nicht mehr diskussionsfähig.

    Ein chin. Militär stellte dazu schon vor längerer Zeit fest:”….wenn der Soldat sich in Bewegung setzt ist er niemals im Zweifel..”

    Also Finger weg von einer zweifelhaften Veranstaltung.

    Gruß Karl

  27. am 15. Oktober 2009 um 17:15:

    Nun Lieber Karl, sie hoffen es nicht tun zu müssen, werden es aber ohne zögern tun. Sie halten somit immer eine Option offen und sei es das Gespräch vorher zu suchen, durch wen oder wie auch immer. Ein Soldat der dies nicht einbezieht, ist ein Killer. Diese kann man auf N24 sehen, dem Propagandasender der US-Armee. Hirn ausgeschaltet, Waffe im Anschlag.

  28. am 15. Oktober 2009 um 17:16:

    Vergessen, ihnen auch liebe Grüße aus der Ferne :-)

  29. Karl

    am 16. Oktober 2009 um 15:05:

    Hallo rü,

    danke für die Grüße.

    ” sie hoffen es nicht tun zu müssen, werden es aber ohne zögern tun.”

    Bei der Feststellung sträuben sich meine Nackenhaare!, nur wenige Dinge sind gefährlicher als ein illusionsbeladener Soldat!

    Mir ist der rationale Typ lieber, damit läßt sich auch verläßlich arbeiten.

    Ist, in beide Richtungen, eine gefährliche Illusion! Denn die Erfahrung von ca. 50 Jahren zeigt das nur ca. 5 % aller Soldaten wirklich schießen; der Rest ballert in die Gegend..

    Gruß Karl

  30. Herr Knatz

    am 16. Oktober 2009 um 23:31:

    Lieber RÜ
    ich wollte Ihnen mit dem “Du” nicht zu nahe treten.
    Das tut mir leid.

    Ich werde mir nicht mehr die Mühe machen Ihnen meine Meinung vom Kommunismus zu erläutern. Zumahl sie auch oft nicht richtig hinhören und wie bei den meisten “Allergikern” bei diesem Wort auf “stumm” schalten. Wie auch immer…

    Sie erwähnen häufig was wir der BW zu verdanken haben, und wo wir jetzt wären ohne diese. Doch blenden Sie naiv aus, was sie falsch gemacht hat und noch tut. Dies gilt nicht nur für die BW.
    Deutschland hat nicht die Aufgabe der Weltpolizei!
    Ausserdem sollten Sie im Beispiel Afghanistan mal die Meinungen der Menschen befragen, die dort Leben.

  31. freund

    am 18. Oktober 2009 um 20:53:

    man kann und soll sich hier sogar duzen. es handelt sich hier schließlich um eine jugendseite, oder nicht?!
    genossen und genossinnen.
    oh ja, die meineungen der menschen, die dort leben.
    alle tun immer so, als wüssten sie ganz genau, was in afghanistan abgeht.
    ich zitiere mich selbst:

    in afghanistan herrscht krieg. die natogruppen fürhren dort krieg. einerseits gegen die taliban. andererseits aber auch gegen die zunehmende anzahl an wederstandsgruppen innerhalb der bevölkerung!

    die zunehmende anzahl an widerstandstruppen. das ist es. genau das. es geht schon lange nicht mehr nur um die taliban, die gestürzt werden sollte. anstatt gestürzt, ist sie gestärkt. das ist doch sonnenklar. mit gewalt geht gar nichts!

  32. am 26. Oktober 2009 um 15:44:

    Jaja lieber Herr Knatz, obendrüber haben Sie wen gesiezt, ein Eintrag weiter, mich gedutzt und was ging damit einher? Sehen Sie…

    Und lieber Freund, jetzt was für sie:
    .eknaD .nesel - trod inuJ ties tgnäH .etteuqiteN nov saw thets nehcsnemtdats nedd ieb dnu tluK tsI .nekcürd uz eguA s’fua ebierhcS eniem nenhI run rim tbielb ,nehetsrev uz txeT ned mu thcilgömre thcin rim neseL serethciel nie saw ,nemhen uz dnatsbA dlibeseL netnhoweg mov tgniwz hcim ebierhcS ehcildneguj erhi aj aD

    Ich bin nun bei den Erziehern zu finden, cu rü ;-)

  33. hannah

    am 26. Oktober 2009 um 19:08:

    rü! heute deinen kommentarnamen in der zeitung entdeckt?! ich habe von dir geschrieben!
    darf ich eigentlich duzen? ;-)

  34. am 26. Oktober 2009 um 19:29:

    Jaja, liebe Hannah, ’s Brötchen ist mir aus der Hand gefallen, Comment dazu als PS unter Maximillains Erzieher-Beitrag
    http://frisch.die-neue-fr.de/?p=292#comment-1769

    Natürlich “Du”, mir ging es bei Herrn Knatz um das Prinzip; ein nettes “sie” mit Lobtext weil gleiche Wellenlänge obendrüber, das”du” bei mir da anderer Meinung und ab in den Keller…

    und daran siehst du, wie schnell sich Gräben auftun, selbst wenn man nicht will, von Frieden erzählt, irgendeine Art Kommunismus predigt, letztendlich geht es dann doch ans Eingemachte - Wegsperrung etc. Das ich den netten Herrn Knatz nicht gewähren lasse, sein Weltbild mir auf’s Auge zu drücken, liegt auf der Hand. Was ist die Folge? Eine Front.

    Merke: Die, die ständig von Frieden immer erzählen, gehen am schnellsten zur Gewalt über. Das mußte auch Joschka Fischer erleben und der Grünen-Parteitag konnte nur unter Polizeischutz stattfinden. Eine Friedenspartei im Ausnahmezustand. Krieg auf der Straße. Un d wie im kleinen, so im Großen.

    Und ein PS: Die FR ist aber ein demokratisches Blatt, hat demokratische Leutchen in ihrer Redaktion, hat trotz der ultralinken Forderungen mich auszusperren, mich nicht ihnen ausgeliefert, ist ihren massiven Forderungen nicht nachgekommen. Dafür muß man weit gehen. :-)

  35. am 26. Oktober 2009 um 20:11:

    Und wenn ich das nooch hinterherschielen darf;

    DE ist keine Weltpolizei.

    Und gleich danach die “viruelle” Aufforderung dem Polenzuzug zu stoppen, andere rausschmeißen, denn DE ist auch kein Welternährer. Auf dieses braune Sumpf-Nievau, getarnt als rote Flagge, die auch kein Deut besser ist, begebe ich mich nun nicht.

    In Indonesien war die Bundeswehr auch im Einsatz, die Marine mit einem Lazarett-Schiff vor Ort. Wollen wir vorm Fernseher sitzen, Chips essen und sagen: Selber Schuld, kein Tier baut sein Bau 50 Meter schutzlos vom Meeresstrand entfernt.

    Neulich lief Rambo 3, Afghanistan… und da fiel der Satz, daß das afghanische Volk ein stolzes Volk ist, sich nicht unterdrücken läßt. Das mußten alle Mächte die dort einen Fuß hinsetzten einsehen. Jetzt stellt sich nun die Frage: Schützen wir uns durch eine Anti-Terrorverordnung in 20 Sprachen, die wir uns über den Kopf halten, oder versuchen wir das Übel bei der Wurzel anzupacken?

    Nicht die Bundeswehr hat entschieden, sondern die Politik. Der Auftrag: Dem Land helfen sich zu erneuern, eine Polizei dort einzurichten… mittlerweile ist Krieg dort. Nicht von der Bevölkerung gewollt, nicht von der Bundeswehr in Gang gesetzt, sondern von den Talibans geschürt, die eine andere Weltordnung dort wollen. Gemäß der Fall wir gehen heute, was dann? Die Talibans gehen für ihre Ziele über Leichen von Kindern, Frauen und Männer. Und ein Terrornetzwerk wird bestimmt sich nicht zurückhalten, weil wir in DE eine Antiterror-Verordnung in 20 Sprachen geschrieben haben.

    Die EG bringt viel mehr Leid mit ihrer Wirtschaftspolitik auf den afrikanischen Kontinent ohne Waffen, als die Bundeswehr angeblich in Afghanistan mit Waffen hervorruft - der Tip von Knartz: Leute fragen, vor allem die Toten der letzten Tage. Die Bundeswehr darf nur die Drecksarbeit dann machen, um das europäische Gesicht zu wahren.

  36. hannah

    am 26. Oktober 2009 um 22:56:

    ich muss jedoch klarstellen: ich stehe herrn knatz und freund beiseite, was die argumentation größtenteils angeht. wobei es ein sehr sehr heikles thema ist. ich bin nicht der meinung, dass diese, die am meisten von frieden sprechen, am ehesten zu gewalt übergehen. ganz und gar nicht. das ist nun wirklich nicht wahr.

    ich musste dich, rü, einfach erwähnen. denn du warst immer derjenige, der kommentiert hat. als ich den artikel schrieb (vor dem bundeswehrartikel) schein mir das ganze hier etwas eingeschlafen. das musste dann sein, dass ich dich erwähne. besonders rü als kommentator liegt mir a herzen :-)

  37. am 26. Oktober 2009 um 23:57:

    Nun Hannah, das du bei Knartz und Freund stehst, ist ja ok, damit habe ich keine Probleme. Aber du solltest wissen, es gibt viele Arten den Frieden zu brechen, viele Bilder die zeigen was ein jeder unter Frieden versteht, und wie dieser zu erhalten ist. Und jetzt schauen wir zum Freund, betrachten die arme Bevölkerung, die hinterm Haus ein zerstörtes Mohnfeld hat, das gerne wieder hätte, weil sie davon leben kann. Frieden schaffen ohne Waffen… Wir müssen uns nun nicht weiter unterhalten, was die wahren Beweggründe für den Abzug der Truppen sind. Bisher haben wir keine Alternativen den Leuten anbieten können, das Mohnfeld ist einfacher, alles andere bringt (viel) weniger Einkommen und ist viel viel viel schwerer. Und wohin wird der Mohnfrieden expotiert?

    Und du solltest vielleicht mehr FRISCH lesen, dann wüßtest… aber mehr dazu morgen, nebenan im Blog von der Stadtgrenze ^^

  38. nato handbuch

    am 03. März 2010 um 16:10:

    nato handbuch…

    Wirklich hervorragende Seite hier zu dem Thema. Die Ausfuehrungen werden wirklich schoen umschrieben. Werde die Seite auf jeden Fall als Bookmark speichern (-:…

  39. arbeiten im europaeischen ausland

    am 07. März 2010 um 08:11:

    arbeiten im europaeischen ausland…

    Habe bislang nur wenige gute Seiten zu dem Thema gefunden. Zu suchen kann sich aber scheinbar durchaus lohnen. Dann lassen sich sogar noch solch nette Seiten wie diese hier finden. Finde ich echt klasse beschrieben….


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