Spielekiller vs. Killerspiele
Politiker streiten über erneute Verbotsforderung. Ein Initiative droht der Bayernpartei CSU.
Der wachsenden Verbreitung sogenannter Killerspiele wollen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl (CSU) per Verbot einen Riegel vorschieben. Herrmann erneuerte Anfang September die Forderung der Bayerischen Landesregierung, das Herstellen und den Vertrieb solcher Spiele unter Strafe zu stellen – maximal ein Jahr Gefängnis. Außerdem bezweifelten die Politiker die Wirksamkeit der freiwilligen Selbstkontrolle der Spielehersteller (USK).
Empörung über GTA IV
Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen
Die Zeitschrift PC-Games hat nun den Spieß umgedreht: Unter dem Motto „Ich wähle keine Spielekiller“ fordert sie wahlberechtigte Bayern auf, CSU-Politiker mit einer vorgefertigten Resolution auf die Pelle zu rücken. Die Äußerungen aus den Reihen der CSU „zeugen von fehlender Sachkompetenz“, heißt es da. Ohnehin herrschten in Deutschland „schon jetzt die europaweit schärfsten Gesetze“. Die Resolution fordert zudem, „den irreführenden und diskriminierenden Begriff Killerspiele aus der politischen Diskussion zu nehmen“. Der Brief endet mit der Drohung, bei der bayerischen Landtagswahl in zwei Wochen nicht für die CSU zu stimmen.
Auch in den eigenen Reihen hat die Verbotsforderung Kritik ausgelöst: Die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär und der Junge-Union-Vorsitzende Philipp Mißfelder forderten mehr Aufklärung statt eines Verbots von Gewalt-Computerspielen. „Der illegalen Nutzung und Verbreitung wird durch ein Verbot Tür und Tor geöffnet“, sagte Bär der Deutschen Presse-Agentur.
Mißfelder warnte davor, eine Wachstumsbranche wie die Computerspiel- Industrie „an den Pranger zu stellen“. „Computerspiele für schlechte schulische Leistungen und Gewaltausbrüche verantwortlich zu machen, bedeutet die pauschale Verurteilung eines ganzen Wirtschaftszweiges“, kritisierte Mißfelder. Der FDP-Medienpolitiker Christoph Waitz warf der CSU Aktionismus vor der Landtagswahl vor und hält ein Verbot für wirkungslos. dpa/ete
Kein Ende der Auseinandersetzung: Was denkt ihr über die neuerliche Diskussion?






Über 40
am 15. September 2008 um 12:44:Ich selbst (41) spiele mit meinem Sohn und seinem Freund mit CounterStrike einen sogenannten Ego-Shooter. Der Wunsch, dieses Spiel zu spielen, ging nicht von mir aus, die Jungs wurden also nicht von mir zu diesem Spiel gelockt. Dennoch habe ich mit dem Spiel befasst und auch mit den Jungs darüber gesprochen und das Spiel erlernt. Bei keinem der Beiden sehe ich irgendwelche Anzeichen von Gewalttransfer aus dem Spiel ins richtige Leben. Vielmehr sehe ich hierin das ewige Spiel “Gut gegen Böse”, halt nur im Gewand der Zeit. Als Kind habe ich halt noch Räuber und Gendarm gespielt und auch da meinen Spielkameraden “erschossen”. Auch aus meiner Generation ist so mancher auf die schiefe Bahn geraten. Aber keiner hat die Ursache im Räuber-und-Gendarm-Spiel fest gemacht. Der Ruf mancher Politiker mit Realitätsscheuklappen nach einem Verbot geht in die Richtung, den Eltern wieder mal ein Stück Verantwortung abzunehmen. Zu erst sind meiner Ansicht nach aber die Eltern gefordert, sich mit den Kindern und Jugendlichen und den Spielen außeinander zu setzen. Bei diesem Thema scheinen aber viele Erwachsene überfordert zu sein, womit es letztendlich in die gleiche Richtung läuft, dass die Eltern die Erziehung und damit die Vermittlung von Werten allzu bereitwillig Stück für Stück aus den Händen geben und statt dessen der Schule und der Justiz ein Versagen vorwerfen.
FRiSCH-Red.
am 15. September 2008 um 13:24:Dazu ein “Ausgeteilt” von FRiSCH-Autorin Carola Wondrak, 18 Jahre.
Krasse Games vom Dealer
In Bayern wird bald ein neuer Landtag gewählt. Dazu kocht die CSU wieder ein beliebtes Thema auf: Killerspiele sollen verboten werden, fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann von der Bayernpartei. Ob sich die CSU damit durchsetzt, ist ungewiss.
Was wäre, wenn die Partei Killerspiele nur in Bayern verbieten würde? Nur mal angenommen. Was wäre dann mit denen, die schon süchtig sind, nach digitalem Mord und Totschlag? Die müssten sich die Spiele organisieren. Unter der Hand, versteht sich.
Es könnte doch passieren, dass dann Massen von nach Killerspielen süchtige Jugendlichen aus Bayern hier in Hessen einfallen und sich in die großen Elektro- und Spieleläden setzen und anfangen, dort ihrem Suchtmittel Killerspiel zu huldigen. Aber wo sollen wir armen Hessen dann spielen, wenn schon die Bayern die Konsolen belagern.
Womöglich würden sogar auch Spiele in Hessen gekauft? Und dann illegal mit nach Bayern genommen! Nicht auszudenken! All das erinnert ein bisschen an den sehr speziellen Tourismus an der holländischen Grenze… Und in den dunklen Ecken von Münchens Innenstadt stünden zwielichtige Gestalten, die Jugendlichen auflauern: „Ps, ps, hab isch krass verbotene Killerspiel für disch, kaufst du!“
So platzt unser Traum von der harmonischen Idylle im netten Bayern, das in so manchen Dingen immer ein bisschen anders, ja besser sein möchte, als der Rest Deutschlands. Selbst wenn man sich dafür an China orientiert.
So schlug Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, zur Unterstützung seines bayerischen Kollegen eine Zensur nach chinesischem Vorbild vor, um schädliche Spiel-Angebote aus dem Internet zu verbannen: „Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.“
Alles wird also gut, wenn die bösen Killerspiele erst einmal abgeschafft sind.
Noire
am 15. September 2008 um 14:30:Meiner Meinug nach ist das Verbot von “Killerspielen” überzogen.Des öfteren hört man zu dieser Diskussion, “Killerspiele” würden ein höheres Agressionspotenzial fördern und Auslöser für zum Beispiel “Amokläufe” sein. Ich glaube, dass man als gesunder Erwachsener befähigt ist eine Grenze zwischen der Realität und dieser virtuellen Welt zu ziehen. Die Altersbegrenzung für solche Spiele finde ich daher sinvoll und berechtigt, das Verbot jedoch würde nichts bezwecken. Wer solche Spiele spielt wird sie sich auch trotz Verbot beschaffen können.
Die CSU will mit dieser Kampagne vor allem Konservative Wähler ködern, die “die Jugend von heute” und deren Interessen verteufeln. Hat einer dieser Politiker jemals einen Egoshooter gespielt? Zu aller Warscheinlichkeit kein einziges Mal!
Aber ein Sündenbock muss her…Anstatt die Ursachen für Gewalttaten Jugendlicher im sozialen Umfeld zu suchen werden “Killerspiele” dafür verantwortlich gemacht. Es ist immerhin einfacher ein Verbot auszusprechen, als in adäquate soziale Arbeit und Freizeitalternativen zu investieren.Das ist der Weg des geringsten Wiederstandes!
Michael Grunewald
am 15. September 2008 um 16:20:Die Verbotsdisskussion ist ja aus dem “Hause Bayern” altbekannt. Aber im eigenen Haus ist die Diskussion nicht unumstritten. So erklärt die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär (CSU):
“Grundsätzlich begrüße ich eine kontrovers geführte Diskussion über die Auswirkungen von Gewalt in Computerspielen sehr, da ich das intensive Spielen am Computer nicht für eine adäquate Freizeitbeschäftigung halte. Wir machen aber einen schweren Fehler, wenn wir die Suche nach Gründen für Amokläufe in Schulen – wie 2002 in Erfurt oder 2006 im westfälischen Emsdetten – allzu schnell beenden und Computerspiele als den Grund allen Übels benennen. Dieser Sündenbock ist etwas zu leicht ausfindig gemacht. ”
[Quelle: http://www.abgeordnetenwatch.de/index.php?cmd=223&q=computerspiel]
Aber grundsätzlich gilt es zu überlegen, wie es möglich ist, dass solche einfachen Parolen immer wieder auf fruchtbaren Boden fallen können. Hier sehe ich auch eine Mitverantwortung der Medien, die kompliziertere Sachverhalte gerne so vereinfachen, dass alle Grautöne gefärbt werden…meißtens schwarz…
Aber auch so manche Meinung von Politikern, wie die von Joachim Herrman (CSU-MdL), sind haarsträubend…und falsch:
Zitat:
“Hinzukommen muss nach meiner festen Überzeugung aber auch ein gesetzliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot menschenverachtender Killerspiele. Von den Amokläufen von Erfurt bis Emsdetten zieht sich die blutige Spur der durch den Konsum solcher Computerspiele ausgelösten Gewalt. Die schrecklichen Ereignisse haben gezeigt, dass sich die Hemmschwellen für die eigene Gewaltbereitschaft auch in der realen Welt verringern, wenn man über mehrere Stunden ständig in einer virtuellen Welt Gewalt ausübt.”
[Quelle: http://www.abgeordnetenwatch.de/index.php?cmd=223&id=0&q=computerspiele]
Mangelnde Kompetenz und wenig Bereitschaft, sich mit dem Medium mit all seinen Facetten aueinanderzusetzen, sind leider weit verbreitet.
Paul Ney
am 16. September 2008 um 01:08:Erstens Gratulation zum gelungenen Wortspiel im Titel! Reicht denn wirklich, Spiele zu killen, damit Spieler nicht zu Killern werden?!
In Deutschland scheint die Forschungsgruppe “Wirkung virtueller Welten” (WvW) an der Fachhochschule Köln http://www.f01.fh-koeln.de/wvw/ die Evaluations-Autorität für div. Computer-Spiele (seit Anfang der 80er) zu sein. Sie arbeitet eng mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) http://www.bpb.de zusammen, wo sie auch Publikationsmittel hat. Da postet man auch Besprechungen zahlreicher Spiele in PDF-Format (ca. 300 KB).
Es gibt aber auch andere Aspekte. Wenn die Schule die Schüler zu Schafe erzieht und wenn diese im Wehrdienst binnen weniger Wochen Wölfe werden müssen, dann stellt sich die (m.E.) berechtigte Frage, ob da nicht Konfliktpotenziale geradezu aufgebaut werden. Die Schüler werden mit Informationen über die Wirklichkeit — Krieg, Waffengewalt usw. — überschüttet, siehe Kino oder Fernseher usw. Sollen die Schüler nicht doch etwas über diese Welt im Rahmen von (wirklich vernünftigen) Spielen erfahren dürfen?
Wir leben nun mal (noch) in einem Zeitalter, wo Konflikte auch mit erheblicher Gewalt ausgetragen werden. Das ist leider so. Verständnis für die Realitäten dieser Welt zu entwickeln, dürfte eher angebracht sein. Wir sind alle Eine Menschheit auf Einem Planeten, eine friedliche humane Zukunft muß man sich wünschen und erarbeiten, wir befinden uns jedoch noch nicht in der Zukunft.
Über 40
am 16. September 2008 um 08:16:“So schlug Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, zur Unterstützung seines bayerischen Kollegen eine Zensur nach chinesischem Vorbild vor, um schädliche Spiel-Angebote aus dem Internet zu verbannen: „Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.“”
WEHRET DEN ANFÄNGEN! Ich will mir nicht vorschreiben lassen, was ich für richtig oder falsch zu halten habe oder was gut oder schlecht für mich ist! Siehe 1933 bis 1945.
Hochachtung an Dorothee Bär, die über den Tellerrand blickt.
hannah
am 18. September 2008 um 21:25:okey, okey
Mustafa
am 19. September 2008 um 14:16:Ich bin gegen einen Verbot, weil sich viele Kinder davon nicht beeinflussen lassen. Man muss auf die Spielezeit achten, wenn man mehrere Stunden spielt kann man agressiv werden.
Ich spiele selber auch Gewaltspiele und achte meistens auf die Zeit, weil ich auch so eine Erfahrung gemacht habe.
Es sind auch andere Aspekte wieso Kinder aggressiv werden. Durch Mobbing oder auch die Umgebung spielt eine wichtige Rolle.
Kinder, die ausgegrenzt werden, verbringen ihre Freizeit am PC, spielen Gewaltspiele um ihre Aggression loszuwerden.
AniKat
am 19. September 2008 um 14:17:Hallo erstmal
Wir würden es doof und unsinnig finden, wenn Killerspiele verboten werden sollten. Es gibt viele Kinder die auch ohne Spiele agressiv sind, genauso viele Kinder gibt es die Killerspiele spielen und agressiv sind. Wir sehen zwischen diesen Fakten keinerlei Zusammenhang. Kinder lernen Gewalt aus ihrem Umfeld und den Medien (Nachrichten)kennen. Sie gucken sich das Verhalten ihrer “Vorbilder” ab und kopieren dies.
Genauso schwachsinnig ist es zu behaupten, dass Gewaltspiele Schuld an Amokläufen sind. Vielmehr ist Mobbing ein Grund für Gewalt an Schulen.
Gewaltspiele sind für ausgegrenzte Jugendliche/Kinder manchmal nur ein Mittel um ihre Agression auszulassen und ruhiger zu werden. Sie verbringen ihre Zeit vor dem Computer, anstatt wahlos zu randalieren. Über sogenannte Online-Spiele knüpfen sie neue Kontakte und können so Freunde finden.
Marcel F.
am 19. September 2008 um 14:17:Ich habe euern Artikel mit großem Interesse gelesen. Das Problem wurde sehr detailliert dargestellt. Ich persönlich vertrete die Meinung der CSU, dass man die “Killerspile” für unter 18-jährige verbieten sollte. Wie sollen Kinder auch lernen das man Gewalt nicht verherrlichen darf? Natürlich ist man “cool”, wenn man eigentlich nicht erlaubte oder freigegebene Spiele spielt, aber ist es auch cool, durch das Nachspielen der einzelnen Situationen im Gefängnis zu landen?
Derartige Spiele sollte man Bundesweit verbieten, nur so können Kinder lernen, dass Gewalt kein Spaß ist, dass es auch nicht lustig oder amüsant ist jdm. “abzuknallen”.
Marius S. & Moritz K.
am 19. September 2008 um 14:19:Ein generelles Verbot von Computerspielen halten wir für unsinnig, da sogenannte “Killerspiele” aus unserer Sicht nicht die Grundlage der steigenden Gewaltbereitschaft sind.
Nur ein geringer Anteil der Jugendlichen Bevölkerung werden durch PC-Spiele zu Gewalttaten verführt. Diese geringe Bevölkerungsmasse wird in den Medien so hochgepusht, dass man meinen könnte, jeder “Spieler” ist ein potentieller Amokläufer.
Diese Fakten kann man auch austauschen: 40% aller Amokläufer spielen “Killerspiele”, 100% der Amokläufer essen Brot, verbietet Brot! Oder schaut doch mal Nachrichten, dort sieht man täglich nichts anderes als Blut, Gewalt und Mord.
Es sind nicht die Spiele, sondern die sozialen Missstände in der Familie oder Probleme in der Schule, die mit Existenzängsten gekoppelt werden, welche zur Erhöhten Gewaltbereitschaft führen.
Die Politiker sollten sich viel mehr Gedanken um das Deutsche Bildungssystem und Deutschlands Soziale Misstände machen, als um irgendwelche Spielchen.
Die Deutsche Poltik sollte sich mehr mit den sozialen Missständen befassen. Jugendlichen in Deutschland muss mehr und öfters die Möglichkeit gegeben werden, ihrer Aggression in Form von Sport Frei Luft machen zu können.
Ziya
am 19. September 2008 um 14:32:Ich spiele GTA auch sehr gerne.Aber nicht weil man Leute erschießen muss ,sondern weil ich gerne mit dem Auto durch die Gegend fahre.
Checkaa
am 19. September 2008 um 14:34:Meiner Meinung nach ist es von jedem die eigene Entscheidung ob man Spiele mit Gewalt spielt oder nicht. Ein Verbot gegen Killerspiele wird nichts nützen, da man Spiele auch illegal runterladen kann.
GigShaodw
am 20. September 2008 um 19:42:Zum anderen würde ein weiteres Verbot ,
wie es in den letzten Jahr der von der Bundesregierung verschärfte Jugendschutz bzw. die Indezierrung des Großteils der wirklich brutalen EGOSHOOTER auch geschafft hat .
Den Marktwert dieses Genres ,wieder EXPLOSIONSartig ansteigen lassen ,wie zu damaliger Zeit die Indezierrungen von Dxxm ,Quak(y)
und co. dazu führte ,daß Außer-Deutsche Lander damit worben
“” Indeziert in Deutschland “” und somit unsere Regierrung ungewollt die damaligen EgoShooter-Produzenten
zu dem Machten was SIE heute sind !
Nämlich zu 5 % der gesammten Anteil´s der Computerspielbranche
Über 40
am 22. September 2008 um 12:59:@ Marcel F.
Schon mal sich mit diesen Spielen auseinander gesetzt oder selbst gespielt? Wenn nicht, empfehle ich den Beitrag von Paul Ney und die angegebenen Links. Es ist wirklich sehr nützlich, worum es überhaupt in diesen Spielen geht. Einfach den Begriff Killerspiele unrefleektiert zu wiederholen spiegelt leider genau das wieder, worum es hier eigentlich geht, nämlich a) Unwissenheit und b) Ursache der Probleme. Nur mal so: der Amokläufer von Erfurt war Mitglied eines Sportschützenvereines, also im Umbang mit Waffen geübt. In solchen Vereinen können auch Minderjährige Mitglied werden, um diesen Sport auszuüben. Folglich müssten man, wenn man “Killerspiele” als Ursach ansieht, auch Sportschützenvereine (z.B. auch Bogenschützenvereine) für unter 18-jährige verbieten. Gehen wir mal weiter: TV-Krimis (CSI u.s.w.) verbieten, weil Gewaltdarstellung in deutlichen Einzelheiten? Tagesschau und heute-Nachrichten verbieten, weil Gewaltdarstellung? Also meine Bitte: nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern auch mal in die Tiefe gehen.
rü
am 23. September 2008 um 01:48:Das kann man so und so sehen… und zwischen aktiv und passiv ist immer noch ein Unterschied auszumachen. Es ist ein Unterschied, ob ich CIS schaue, entspannt meine cola dabei drinke, oder ob ich unter permamenten Streß stehe - wie bei diesen Gruppenspielen, wo es dann gilt, nicht einen Garten anzulegen.
Das Gewaltpotential ist ja nicht gerade weniger geworden und wenn ich nur Gewalt sehe, diese auch noch vermittle, nicht lerne das mit Kommunikation und anderen Eigenschaften als draufhauen, losknüppeln, etwas erreichen kann, dann fehlt es es irgendwann mal und dann ist es auch zu spät. Und weil ja selbst die einfachsten Ballerspiele noch zu kompliziert sind, werden Mogelpacks aufgespielt, damit es dann richtig kracht - mit Bloodpatch.
In einem Elternhaus, wo Schläge an der Tagesordnung sind, wird man auch nur einen Schläger aus der Türe gehen sehen. Da kann weder die Schule viel ausrichten, noch die Kita, noch irgendwer.
Mit einem Verbot ist da allerdings nicht beizukommen. Wenn die Spiele ab 18 Jahre sind, reicht das vollkommen. Und es kommt auch immer darauf an, wer spielt und wie oft gespielt wird.
Auf Arte gab es mal einen Bericht über die größte LAN-Party irgendwo im Norden von DE. Das sind alles normale Jungs und Mädels gewesen. Einer war bißchen blöd, hat dür 2000 Euro ne PC gekauft, weil seiner kaputt war. Aber das muß er mit sich ausmachen, damit schadet er ja niemanden - aber er war ja auch da um zu zocken, nicht um die Nordseewellen anzustimmen. Kann man auch dann wieder verstehen. ;-)
Und ein Senibelchen, was den ganzen Tag alleine ist, vielleicht um anerkennung in einer Gruppe ringt, dann in solche dinge reinschlittert, da kann das schon mal schiefgehen. vielleicht weniger in einen Gewaltausbruch, vielleicht eher mit einem Selbstmord.
Ich persönlich mag solche Spiele nicht, wo nur geballert wird. Das ist auch nix für meine Seele. ;-) Ich bevorzuge lieber dann die Möglichkeit wählen zu können, wenn Spielehersteller dies einbauen. Aber ich glaube, das bieten die wenigsten Spiele heutzutage.
M;i t den Kindern darüber reden, udn bißchen darauf achten, daß dies nicht überhand nimmt, denke ich ist eine gute Lösung. Wenn allerdings niemand da ist…
Naja… Guten Morgen/Gute Nacht an die “Frischlinge” und Mitleser des Blogs ;-)
rü
am 23. September 2008 um 01:52:Berichtigung: 1000 Euro (2000 DM) wren es, er mußt nämlich warten, bis Mitternacht vorbei war, danach konnter wer wieder an den Geldautomaten.
Über 40
am 23. September 2008 um 12:55:@ RÜ
Danke für den meiner Ansicht nach zutreffenden Kommentar, womit der Kern getroffen wurde, dass die jetzige Regelung durchaus ausreichend ist. Denn, wenn der Fisch (also die gefährdeten Kids) schon am Kopf (also das Elternhaus) anfängt zu stinken, liegt dort die Ursache, und nicht bei den Spielen. Diese Spiele sind letzendlich nur ein Symptom und nicht die Ursache. Um Gesund zu werden, muss die Ursache angegangen werden und nicht das Symptom.
FRiSCH-Red.
am 23. September 2008 um 17:05:Mindestens elf Tote bei Amoklauf an finnischer Schule
Berufsschüler schießt wild um sich und tötete dann sich
selbst - Tags zuvor wegen Videos auf YouTube verhört
Von Matti Huuthanen/ap
Ein Berufsschüler, der tags zuvor wegen eines Gewaltvideos von der Polizei verhört wurde, hat an seiner Schule im Westen Finnlands ein Blutbad angerichtet. Der 22-Jährige schoss am Dienstagvormittag in der Fachoberschule von Kauhajoki wild um sich und tötete mindestens zehn Menschen, wie die Polizei mitteilte. Anschließend richtete er die Waffe gegen sich selbst und erlag später seinen Verletzungen.
Wie die finnische Innenministerin Anne Holmlund mitteilte, wurde
der 22-Jährige nach seiner Vernehmung am Montag wieder freigelassen, da es keinen juristischen Grund für eine Festnahme gegeben habe. Bei dem Verhör ging es um ein Video auf YouTube, das den jungen Mann beim Schießen mit einer Handfeuerwaffe zeigt. Nach Medienberichten wurde der Clip vor fünf Tagen ins Internet gestellt und verweist gezielt auf den Ort Kauhajoki, knapp 200 Kilometer nordwestlich von Helsinki. In einer Botschaft heißt es, das ganze Leben sei ein Krieg, und jeder kämpfe für sich allein.
In den vergangenen drei Wochen soll der Amokläufer schon drei weitere Clips veröffentlicht haben, die ihn beim Schießen zeigen.
Für seine Waffe erhielt er laut Innenministerin Holmlund im August eine Lizenz. Am Dienstag drang er dann gegen 11.00 Uhr in seine
Hotelfachschule ein und begann zu schießen. Neun Getroffene waren auf der Stelle tot, ein zehntes Opfer erlag später seinen
Verletzungen. Der Täter schoss sich anschließend in den Kopf und wurde in ein Krankenhaus in Tampere gebracht. Bald darauf verstarb er.
Panik unter den Schülern
Dem Radiosender YLE zufolge hielten sich zum Zeitpunkt der Tat in dem Schulgebäude rund 200 Menschen auf. Unter den Schülern brach nach Augenzeugenberichten Panik aus. „Innerhalb kurzer Zeit habe ich mehrere Dutzend Schüsse gehört“, sagte der Hausmeister Jukka Forsberg laut YLE. Die finnische Nachrichtenagentur STT berichtete, das Schulgebäude brenne. Der Täter habe möglicherweise Sprengstoff bei sich gehabt. Nach Angaben des Rektors fand zum Zeitpunkt der Tat in einer Klasse mit etwa 20 Schülern eine Prüfung statt.
FRiSCH-Red.
am 23. September 2008 um 17:09:Es stellt sich erneut die Frage, die in einigen eurer Kommentare anklingt: Wie kommt der Kerl an eine Waffe.
Waffen verbieten?
Das wäre doch mal ein Ansatz…
Gruß
Die FRiSCH-Red.
rü
am 24. September 2008 um 09:43:Guten Morgen,
Waffen verbieten? Und dann? Dann ist alles gut? Nein, so wie man an indizierte Spiele/Videos schon immer heran kam - auch ohne Internet, damals gab es noch kein Internet - so kommt man auch immer an Waffen heran, wenn man unbedingt dies will. Es gibt auch Leute, die drehen durch und fahren mit einem Auto in eine Menschenmenge. Das ist weniger schlimm?
Das Internet verbieten? Das wäre doch mal ein Ansatz, denn ohne diese Plattform sich zu publizieren, ein zweites Ego sich basteln zu können, das der Realität ein Schnippchen schlägt, wäre so manches nicht im argen. Aber auch Blödsinn, eien Art Realitätsverlust, ne?
Schönen Tag zusammen, Gruß rü
rü
am 24. September 2008 um 19:02:Salut zusammen,
mittlerweile ist ja ein wnig Licht in diese Geschichte gekommen. Wenn man heute die FR aufmerksam gelesen hat, lichtet sich so einiges.
Finnland nach Amerika mit höchsten Schußwaffenrate in der Bevölkerung und in anbetracht dessen relativ wenige Amokläufer. In DE ist der Besitz von Waffen nicht erlaubt und wenn, dann nur unter sehr strengen Auflagen, dennoch taucht DE in der kleinen Statistik der FR auf. Ich bin ja der Überzeugung, Finnland/Amerika auf DE übertragen, dann würden bei uns mehr rumballern.
Und wieder wurden Gewaltspiele gefunden… Soll ein 22-jähriger Mann Jump & Run-Games daddeln? Super Mario umsetzen? Seine persönliche Präsentation auf YouTube erzählt eigentlich eine ganze Menge, aber das tun einige, nicht gerade wenige Videos hierzulande auch. Hinterher weiß man alles besser. Deswegen alle nun in Vorsicht-ist-die Mutter-der-Porzelankiste-Gewahrsam nehmen? Das wäre Wassser auf Becksteins Mühlen, wo jeder Turban, jedes Kopftuch schon weggesperrt gehört - potentielle Schläfer.
Dem Kommentar der FR kann ich nur zustimmen - die Probleme sitzen viel tiefen, können nicht mit solchen gesellschaftlichen Pflästerchen - wie verbieten, udn alles wird wieder gut - behoben werden.
Liebe Grüße rü
Über 40
am 29. September 2008 um 13:07:Kurzschlussreaktionen und Amokläufe hat es (leider!) schon immer gegebe wird es (leider!) immer wieder geben. Natürlich werden wir heute in unserem globalen Dorf namens Welt schneller und auch häufiger informiert. Mindestens genau so schnell und häufig werden wir mit zum Großteil unüberlegtetn Reaktionen, was die Ursache ist und wie es zu vermeiden gewesen wäre, konfrontiert.
Es gab einen Zeitraum, wo man 3-4 mal die Woche von Kindstötung gehört hat. Komisch, aber bis heute hat keiner einen Führerschein zur Elternschaft gefordert, obwohle m.E. viele Eltern, zumindest Zeitweise, überfordert sind. Momentan wird dieses Thema aber auf kleiner Flamme gekocht, also man hört oder liest kaum etwas darüber.
Viele kriegen aber die Kurve, weil die natürliche bzw. zivilisatorische Hemmschwelle groß genug ist. Genau so finden mit Bestimmtheit viele Kurzschlussreaktionen nicht statt, weil eben diese Hemmschwelle eingehalten wird, was gut so ist. Amokläufer sind sowohl Täter als auch Opfer. Täter ist klar, weil andere unter ihrer Tat leiden mussten. Opfer deshalb, weil irgendwo vorher etwas schief gelaufen ist, und zwar im engsten Umfeld. Die “Freizeitbeschäftigung” mit Gewalt, also Spiele/Videos, ist bis zum Ausbruch “nur” eine Ablenkung vom eigentlichen Problem.
Jetzt noch ein paar (ironische) Vorschläge für entsprechende Verbote nach Straftaten: Nachbar mit Hammer erschlagen - Werkzeugverkauf nur noch an eigetragene Handwerker. Räuber fesseln Bankangesetellte - Verkauf von Klebeband/Seilen/Kabelbinder nur noch mit Sollrissstelle zum leichten öffnen. Mit Auto in Bushaltestelle gefahren: Waffenschein statt Führerschein.
alter sack
am 30. September 2008 um 12:25:Die ganze Diskussion ist mehr als merkwürdig und weltfremd, eben politisch geprägt. Das alle möglichen Lager auch noch Enfluss und Profit aus der Sache ziehen wo es nur geht ist abstoßend. Keiner muss GTA gut finden, aber ausgerechnet einem Spiel! Wunderwirksamkeit anzudichten macht völlig unglaubwürdig. Leider sehr einfach, da niemand nach Belegen für das traurige Geschwätz fragt.
BTW: Die militärischen Versuche Ego-shooter zum Training einzusetzen sind, mehr oder weniger, gescheitert.
Warum?: mangelnde Realitätsempfindung des Trainierten. Das erwähnt aber keiner.
alter sack
Klaus Peter
am 06. Oktober 2008 um 21:28:Es gibt bei jedem Ding in unserem Leben,auch bei Spielen,eine Mehrdeutigkeit.
Gerade bei den Spielen wie Egoshooter(Killerspiel) wird das enorm deutlich.Die Politik dringt auf ein Verbot.Die Medien sind mal so und mal so.Das zu lösen wird wahrscheinlich nicht einfach sein.
Aber versuche ich es doch mal hier,dazu gehört natürlich das meine Maßnahmen auch durchgeführt werden!
1)Eltern sollten beim Kauf des Spieles anwesend sein und auch beim ersten spielen der Kinder.Nach dem spielen sollte darüber diskutiert werden.
2)Wenn die Kinder bei Freunden “verbotenes” spielen,dann sofort eine Kontaktaufnahme mit den anderen Eltern aufnehmen.
Mo
am 27. Juni 2009 um 07:46:Wenn irgendein Politiker denkt das mit einem Verbot von Egoshootern (weil Killerspiele is Bildneveau)sich irgend etwas ändern würde muss man sich ja nur mal die Gesetztestreue der Jugend in Bezug auf Alkohol, Drogen, Film und Musikdownloads ansehen und dann vieleicht doch mal die geistige Gesundheit mancher Populisten in Frage stellen.
Wenn irgendwer glaub das im Internetzeitalter, wo keinerlei Unrechtsbewustsein in Verbindung mit geistigem Eigentum besteht, ein junger Mensch durch ein Verbot daran gehindert wird sich etwas herunterzuladen was er warscheinlich vorher auch schon runtergeladen hätte (was da ja auch schon verboten war)…
also doppelter Verbot
na den Witz verstanden
Und an alle die “Killerspiele” ab 18 fodern…
HALLO DAS IST IHR WECKRUF!!! In Deutschland sind jetz schon alle Egoshooter nur für Volljahrige freigegeben und das oft in extrem geschnittener Form was die Zensur an sich schon wieder extrem lächerlich macht, da die Zielgruppe ja Erwachsen ist.
Spiele sind Kunst. Manche mehr, manche weniger…
Aber jeder der z.b. Bioshock gespielt hat und danach noch sagt das Computerspiele keine Kunst sind der soll doch irgendwo auf nem Marktplatz Bücher verbrennen.
Art 5 Abs 3 Grundgesetz Kunstfreiheit sag ich nur und ich werde diabolisch grinsend hunderte von Pixel abknallen wärend das Verfassungsgericht ihr lächerliches Gesetz in den Boden stampft