Palitücher für alle
Das Palästinensertuch ist voll im Trend, doch nur wenige kennen seine Bedeutung.
Von Hannah Rammé, 17 Jahre
Überall sieht man sie, die so genannten Palästinensertücher. Unglaublich viele junge Leute tragen das ursprünglich schwarz-weiß gemusterte Tuch als sehr begehrtes modisches Accessoire. Ob in rot, pink oder mit Totenköpfen darauf: An Auswahlmöglichkeiten mangelt es nicht. Die Frage ist: Steckt, wie vor einigen Jahren noch, eine politische Aussage dahinter oder tragen Jugendliche das Palästinensertuch, weil es zur Zeit im Trend ist?
Wer links war, trug die Kufiya
Ursprünglich Kufiya genannt (nach der irakischen Stadt Kufa), diente das traditionelle Tuch zunächst der männlichen Landbevölkerung im Nahen Osten als Kopftuch und Sonnenschutz. In den 1930er Jahren entwickelte es sich zum Erkennungszeichen der gegen Kolonialherren und jüdische Besiedlung gerichteten palästinensisch-arabischen Nationalbewegung.
In den 70er Jahren war die Symbolik des Tuchs hierzulande noch eindeutig: Wer es trug, war politisch links. Es galt für viele zudem als Zeichen für die Solidarität mit den Palästinensern. Und man konnte sich damit auf Demos vermummen.
Das Video der Straßenumfrage:
Prominentester Träger war der frühere Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Er ging nie ohne sein Kopftuch aus dem Haus. Aus dieser Zeit stammt auch der Vorwurf, das Tragen der Kufiya bedeute eine einseitige Parteinahme für die Palästinenser und sei Zeichen antisemitischen, anti-jüdischen Denkens.Mit der Zeit geriet die Kufiya etwas in Vergessenheit. Seit einiger Zeit erlebt das Stück Stoff allerdings ein Comeback: Hollywood-Stars zeigten sich mit der Kufiya, Modemacher bearbeiteten sie für ihre Kollektionen. Selbst Neonazis begannen das Palästinensertuch zu tragen - als eindeutigen Ausdruck ihrer antisemitischen Haltung.Vor etwa einem Jahr begann dann der Siegeszug des Tuchs bei Jugendlichen. Selbst Modeketten haben es mittlerweile im Angebot, genauso wie Straßenhändler: Preis fünf Euro.
Wir wollten es genau wissen: Bei einer Straßenumfrage in Frankfurt stellte sich heraus, dass Jugendliche das Palästinensertuch vor allem deshalb tragen, weil er momentan “trendy” und “in” ist, weil es “alle tragen”. Weil man dazugehören will. Nicht zu einer politischen Richtung, sondern zum Modetrend. Nur eine Jugendliche erwähnte den “Nahost-Konflikt”. Von der politischen Bedeutung ist also nichts übrig geblieben. Die Massenmode hat das Tuch zum reinen Accessoire gemacht.So ist es zuvor schon Che Guevara ergangen: Das Bild des bärtigen Revolutionärs schmückt mittlerweile Unterhosen, Rucksäcke und sogar Klodeckel. Bis es wieder out ist. Bis zum nächsten Comeback.
Warum tragt ihr das Palituch? Und warum ist es für Jugendliche eigentlich so wichtig, Modetrends hinterherzulaufen?






Mira
am 12. November 2007 um 14:50:Hallo!
Irgendwie war mir schon vorher klar, dass fast keiner von der politischen Bedeutung auch nur die leisteste Ahnung hat. Nicht, weil es das Palästinensertuch ist, sondern weil die heutige “Jugend” zu der ich selbst dazugehöre, sehr wenig über Politik allgemein weiß. Das ist sehr schade und zeigt notwendigen Handlungsbedarf im Bildungsbereich. Aber auch der Angesprochene Gruppenzwang stellt die Gesellschaft sehr gut dar und auch, dass kaum ein Jugendlicher eine eigene Meinung hat. “Weil’s mir gefällt” - aber wenns meine beste Freundin nicht hätte, jo, dann hätt ich’s halt auch nicht…
Trotzdem sehr intressante Umfrage, die mal wieder einiges Beweist!
Grüße
Rebekka
am 12. November 2007 um 16:04:Also mir war es ja eigentlich schon vorher klar, dass die Leute gar nicht mehr die Bedeutung des Schals kennen und diese Umfrage hat es nur mal wieder zu deutlich gezeigt! Ich finde es vorallem schade, für die Leute, die wirklich ihre politische Position damit zeigen wollen, weil sie jetzt auch nur noch in die Schublade gesteckt werden einen Modetrend mitzumachen und man als wirklich Linker das Tuch jetzt quasi nicht mehr tragen kann, so wie es ja auch schon mit Che geschehen ist!
Paul
am 12. November 2007 um 16:50:Besonders erstaunlich finde ich, dass bei der Umfrage so viele unumwunden zugeben, das Tuch zu tragen, weil alle es tragen. Hallo!? Gehts noch? Individualismus ade!
Gruß Paul
FRiSCH-Red.
am 12. November 2007 um 17:05:Nachtrag zum Artikel:
National gesinnte Türken mögen das Stück Stoff auch nicht. “Ein anderer (Demonstrant) erstürmt eine Laterne und verbrennt ein so genanntes Palästinensertuch - in diesen Kreisen ein Symbol für Kurden. Er vergisst natürlich nicht, sich zuvor mit dem Kopfschmuck symbolisch den Hintern abzuwischen.”
Schreibt FR-Redakteur Stefan Behr über eine Demonstration von rund 1000 Türken gegen die kurdische PKK am Samstag in Frankfurt.
In Berichten aus dem kurdischen Nordirak sieht man ungefähr so viele Kufiya-Träger wie auf der Frankfurter Zeil.
Flo
am 12. November 2007 um 18:29:Was willst du den als wirklicher Linker damit ausdrücken?
Die politischen Zeichen und Symbole verätzen doch immer mehr.
Keinen Interessiert die Bedeutung, nach der RAF Zeit wurden alle möglichen Artikel mit dem RAF Logo getragen und ich denke mal nur die wenigsten waren sich bewusst was sie tragen und mit wem sie sympatisieren. (Schon klar, dass sie wussten was sie tragen, aber nicht in wiefern, dass jetzt eine Bedeutung hat).
Schön, dass ihr mich abschließend reingesetzt habt.
Ich hätte das mit dem Hakenkreuz etwas deutlicher sagen sollen, dann hättet ihrs auch reinbringen können, aber naja ich bleibe meinem olivgrünen 2€ Tuch treu, dass seinen Dienst wunderbar erfüllt ;)
Kang00
am 12. November 2007 um 18:41:Meh. Wer politisch sein will, braucht dafür kein Tuch. Und nur weil Palästinenser das Ding mal getragen haben, und es somit ein Zeichen für Antisemitismus geworden ist, kann man es doch auch tragen, wenn man den politischen Hintergrund nicht kennt. SIeht immerhin nicht schlecht aus. Viel schlimmer finde ich, dass die Leute mit den klassischen politischen Begriffen wie “links”, “rechts” und “liberal” et cetera nichts anfangen können, und die Sachen einfach nur tragen, weil “es halt alle tun”.
Flo
am 12. November 2007 um 18:49:Hannes, da sprichst du mal ein wahres Wort, was politische Begriffe betrifft und auch die Mode.
Aber mit Mode ist nicht der ausdruck von Politik gemeint, den man eigentlich nicht ausdrücken will.
Schon schlimm genug, dass fast keiner der Befragten überhaupt Ahnung von Politik hat. Schlimmer noch ist es, dass sie politische Zeichen tragen ohne davon zu wissen.
Du trägst doch auch kein Hakenkreuz, du drückst damit vllt. deine Freude aus, dennoch hat es ein anderes politisches Motive. Da haben die Nationalsozialisten eben das hinduistisch Symbol genommen und für sich verwendet. Gück drückt es schon lange nicht mehr aus. Und das ist seit der Enführung der neuen Bedeutung (sozusagen) auch schon ein paar Jährchen her.
FRiSCH-Red.
am 12. November 2007 um 19:31:Sorry Flo,
dein Statement bei der Straßenumfrage wurde nur halb gefilmt. Wir üben noch…
Gruß
Die FRiSCH-Red.
Flo
am 12. November 2007 um 19:37:Kein Problem ;)
Hab mich sowieso unverständlich ausgedrückt, glaub das hätten viele falsch verstanden.
Sarah
am 12. November 2007 um 19:56:Ich finde es regelrecht erschreckend zu sehen, wie viele Jugendliche keine Ahnung von Politik haben, wie dieses Beispiel mal wieder gezeigt hat. Ich habe auch immer wieder den Eindruck, dass ein Großteil der Jugend im Allgemeinen regelrecht unter Bildungsmagel leidet. Ich persönlich schäme mich immer öfter meiner Generation. Zu dem fehlenden Individualismus und jedem Trend hinterherlaufen ist denke ich schon alles gesagt - einfach unfassbar
Meret
am 12. November 2007 um 20:35:Ich finde es, wie meine Vorredner, auch unglaublich, wie desinteressiert die Jugendlichen heutzutage sind. Ich schäme ich mich auch für meine Generation, sie ist verkorkst.
Der Artikel als auch der Film haben mir sehr gut gefallen, ich finde es gut, dass in einem an Schüler gerichteten Forum solche Themen besprochen werden. Es ist erschreckend, wie wenig die Jugendlichen wissen und wie wenig sie wissen wollen.
Allerdings hätte der Artikel meine Meinung nach länger sein und mehr historische Fakten enhalten können. Ich habe schon von einigen Pali-Tuch-Trägern gehört, dass es früher auch mal ein Symbol des Friedens war.
Trotzdem verdient ihr sehr großes Lob, da ihr euch an so ein schwer wiegendes Thema herran gemacht und eure Aufgabe mit Bravour erledigt habt.
Paul
am 12. November 2007 um 21:57:Ein Tuch mit vielen Bedeutungen - und keiner! Aber tatsächlich auch praktisch, wärmend, schön. Es müssen ja nicht gleich alle tragen :) Aber jeder kann ja schließlich anziehn, was er will (auch das, was alle anderen gerade auch anhaben) :)
@Rebekka: Schon gemein, dass die Linken ihre eindeutigen Erkennungsmerkmale an die unpolitische Masse und sogar an Neonazis verlieren. Welches Symbol ist als nächstes dran? Bin gespannt auf den nächsten Trend
@Keine Ahnung von Politik: Links, liberal, rechts: Die Begriffe scheinen mir alle irgendwie abgenutzt und außerdem nicht gerade lebendig. Vielleicht ist das das Problem?
Grüße Paul
Flo
am 12. November 2007 um 22:20:Kann mir jetzt mal jemand erklären, warum ihr das als Linkessymbol seht? Was ist für euch überhaupt links?
Kp, vllt. sehr ja nur ich das so. Fänds aber mal gut wenn ihr mir das erklärt :)
Daniel
am 12. November 2007 um 22:30:Lustige Leute, die ihr da interviewt habt.
(zur Interview Technik, ihr solltet vielleicht etwas darauf achten den Leuten nichts in den Mund zu legen. Vor allem bei jüngeren verleiten solche “… oder trägst du es nur, weil es alle tragen?”-Fragen dazu, dass sie das antworten, was ihr hören wollt. Auch wenn in den vorliegenden Fällen wahrscheinlich die meisten wirklich nicht wussten, was e bedeutet.)
Interessant auch, in was für Richtungen die Diskussion hier über eine doch recht einfache frage geht.
Also miene Meinung dazu:
Klar, es ist tragisch, dass die Jugend heute so wenig Ahnung von Politik hat, bzw. oft nichtmal eine eigene Meinung. “Es interessiert mich halt nicht, is ja voll langweilig und so.”
Und ja, man mag sich dafür schämen.
Was denkt ihr WARUM ist das so? Hab mir schon öfter den Kopf darüber zerbrochen aber nie eine wirklich zufriedenstellende Antwort gefunden.
Vielleicht weil eine Generation immer gegen die Elterngeneration rebelliert?
die 68er haben gegen die Eltern aus der Zeit anch dem 2. Weltkrieg rebelliert, die eher einen “ich will mit Politik nichts zu tun haben und einfach nur meine Existenz wieder aufbauen. Man sieht ja wohin uns die Politik geführt hat” Gedanken vertreten haben und wir jetzt gegen die politisch sehr aktiven 68er Eltern… zugegeben etwas merkwürdiger Denkansatz, aber wie gesagt, ich habe keine wirklche Antwortgefunden. Her mit euren Vorschlägen.
Jetzt aber zu den Tüchern: Das die Jugend so wenig Ahnung von Politik hat (Fakt) ist schlimm. Das die Jugend so Marken- und Trendversessen ist ebenso (Fakt).
WENN sie aber beides ist, was der Fall ist, dann habe ich Verständnis dafür, dass sie die Tücher - oder sonstige symbolträchtige Mode - tragen, schließlich ist das für sie nur ein Mode-Acessoire. Sie wissen es einfach nicht besser. Schlimmer fände ich da, wenn sie wüssten, was es bedeutet es aber ignorieren und das Tuch tragen ohne sich mit dessen Aussage zu identifizieren. So etwas nach dem Motto Unwissenheit schützt…
Das diese Unwissenheit in diesem Maße allerdings existiert ist schlimm genug. Ist übrigends nicht nur im Bereich Politik so und sicher auch nicht nur unter Jugendlichen… oder?
Lu
am 12. November 2007 um 23:21:Ob man es will oder nicht, solange man diese Tuch traegt symbolisiert man damit sein Einverstaendins und deine Unterschtuetzung des Kampfes gegen Israel und die Juden und vorallem der Mittel, mit denen er gefuehrt wird.
Man stellt sich auf seiten derer, die den Frauen nicht einen gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft zugestehen wollen, sondern jeden Menschen zwingen, sich den Anspruechen ihrer/seiner Kultur zu fuegen, wie menschenverachtend sie auch immer sein moegen. Man steht damit einfach auf der Seite von Unterdrueckung und Gewalt und nicht auf der von Individalitaet und Freiheit.
Jede/r sollte sich ueber seinen/ihren Schal gedanken machen!..und gibt es nicht auch Schals die nicht sowieso kuscheliger waermer und schoener sind??!!
Und wo wir gerade von INDIVIDUALITAET sprechen,..es ist viel trauriger zu sehen, dass Individualitaet heutzutage nur noch mit unseren Klamotten in Verbindung gebracht wird. Jeder will das haben, was der andere nicht hat,..etwas moeglichst einzigartiges besitzen. Aber genau das zeigt auch das Konsumverhalten.
Man sollte das tragen, was einem gefaellt und wenn das nun dann mal im Trend ist, ist das doch auch egal.
Individualitaet, wie sie heute verstanden wird, ist meiner Meinung nach nichts wonach man sich sehnen sollte, unterstuetzt sie doch nur noch unseren kaufrausch.
liebe gruesse Lu
Paul
am 13. November 2007 um 13:29:@Flo
Früher war das mal ein eindeutiges linkes Erkennungszeichen von Autonomen, Friedensbewegten, Punks etc.
Was ist links? Gute Frage. Links ist für Freiheit, Gleichheit, Frieden, eine gerechte Wirtschaftsordnung usw.
Flo, wenn ich mal so neugierig fragen darf, du trägst ein olivgrünes Palituch, warum eigentlich?
Gruß Paul
FRiSCH-Red.
am 13. November 2007 um 13:38:@Meret
Danke für dein Lob, tut uns gut!
@Daniel
Stimmt, unsere Interviewtechnik ist noch ausbaufähig, etwa was die Oder-Fragen betrifft. Wie gesagt, wir üben noch. War ja unsere erste gefilmte Umfrage.
Die FRiSCH-Red.
emilia
am 13. November 2007 um 14:16:hallo!
ich finde es richtig gut, dass ihr über dieses thema geschrieben habt, denn nur ein-zwei wochen ist es her, dass ich mir ein rot-schwarzes gekauft habe weil ich es sehr schick finde (da wusste ich noch nicht, dass so ziemlich die hälfte der mädchen aus meiner klasse auch pali tücher tragen)und damit nachhause gekommen bin und ich sofort von meinen eltern und meinen großen geschwistern informiert wurde, dass das auch einen politischen hintergrund hat, das pali tuch. seit dem interessiert mich das thema brennend und siehe da: ein artikel darüber in der zeitung und dazu auch noch ein sehr guter!!! er ist sehr informativ und hat es deutlich besser erklärt als meine familie es mir versucht hat zu erklären…:-)
alles in einem: danke, dass ihr gerade darüber geschrieben habt, es hat mir weiter geholfen!
nochn schön tag.
ps meine frundeninnen und ich versuchen seit dem, den mädchen die ein palituch tragen einzutrichtern, dass das palituch auch ein politisches symbol ist, aber anscheinend interessiert es sie noch nicht einmal!!!(grüße an meine freundeninnen:nini und sophie^^)
steffi
am 13. November 2007 um 16:25:Ich habe mir ein Palituch gekauft, als ich anfing Punk zu hören. Ich dachte, das tragen die Punks, das muss ich auch tragen. Seit es immer mehr zum Modetrend geworden ist, habe ich mich auch schlau gemacht und mich über die eigentliche Bedeutung informiert. Das es in den 70ern zum Zeichen der Linken wurde, später auch mehr zum Zeichen der Neonazis. Auch hab ich gelesen, dass immer mehr Linke deswegen ihr Tuch im Schrank lassen, die Schlauen unter ihnen zumindest. Ich aber trage es weiterhin, zum Zeichen linksorientiertem Denken. Jetzt wo ich weiss, was es mit diesem scheinbar einfachem Tuch auf sich hat, reg ich mich immer mehr darüber auf, dass aus allem ein Trend gemacht wird, dem alle kleinen Kinder und Jugendliche hinterher rennen müssen, und jetzt, beim Pali zumindest, die genaue Bedeutung nicht kennen und sich einfach damit schmücken. Allgemein weiss die heutige Jugend herzlich wenig über Politik und das aktuelle Geschehen. Ich bin auch nicht jetzt total super über alles informiert, aber ich bemühe mich darum so viel wie möglich mitzubekommen, und wenn ich nur kurz Sachen im Fernsehen sehe, die mich aber interessieren, informier ich mich auch noch genauer darüber !
Und ich finde das sollten mehr hier tun..
Flo
am 13. November 2007 um 18:13:@Paul
Nö, kein alivegrünes Palituch.
Ein olivgrünes Baumwolltuch einfach war umd eigenet sich wunderbar zum vermummen.
Ok, ich bin soweit, dass die linken das getragen haben.
Aber wiederspricht dem, was Paul als link kategorisiert, wie Lu die Bedeutung des Palituchs aufschreibt?
Im übrigend Steffi, weil du Punk hörst kaufst du dir ein Pali (”Ich dachte, das tragen die Punks, das muss ich auch tragen.”), gehst du dann nicht auch einer Mode nach?
Ich bin kein Punk, aber defeniert man Punk nicht als selbstbestimmung und Individulalität, die Punks wollen generell auffallen. Erreicht man das, wenn man nen Pali trägt?
@Redaktion
Wollt ihr nicht mal ein Forum eröffnen, fänd ich mal gut. Da könnte man dann auch mal mit politisch Interessierten Gleichaltrigen über aktuelle, vergangene oder zukünfitge Dinge reden.
Würde mich drüber freuen, mein Forum ist kläglich gescheitert, aber hier gibt es zumindest mal ein Grundlage wie das Blog.
hannah
am 13. November 2007 um 21:54:ich habe letztens einen jungen auf meiner schule (etwa fünfte klasse) gefragt, was er da für ein tuch trägt. er sagte etwas wie “es ist schön”. als ich dann nach der bedeutung fragte, antwortete er: ” ich kenne die bedeutung. das bedeutet irgendwie so was wie gegen juden…ääh…in irgend so einem land…ääääh…also für den krieg…ähm…”
ist ihm das egal? er vermutet, dass der schal für antisemitismus steht, trägt trotzdem, oder sogar genau desHALB; diesen schal????
Fiesling
am 14. November 2007 um 14:56:ich denke die unwissenheit und gleichgültigkeit der deutschen basiert zu großem teil auf der medienlandschaft, in den meisten nachrichtensendungen kommt nur klatsch und schmarn seinesgleichen, wenn man fernsieht verblödet man. das mag demagogisch klingen aber wem geht nicht oft genug der satz “oh mein gott da wird man doch blöd” beim zappen durch den kopf?
dank mtv und co interressiert man sich nur für “musik”, promies und lifestyle.
Was das alles noch fördert sind zbsp die Urteile über Kinder nach der 4. Klasse, als ob man bei einem 10 jährigen sagen könnte “der kommt mir auf keinen fall aufs gymnasium!”. Vielmehr denke ich mir bei manchen äusserungen von klassenkamerad(inn)en (”What means the word ‘London’?” 10te klasse war das damals) DIE gehören nicht aufs Gymnasium… aber wer ist hier unter uns der auf eine hauptschule geht? warum sollen diese leute sich denn für politik interressieren, wenn ihnen die ganze zeit klar gemacht wird, dass sie looser sind. Ich denke das Übel ist in der Klassengesellschaft in deutschland verborgen. Offiziell gibt es die nicht. Inoffiziell schon. Ich musste bis jetzt in der 11. Klasse über 80 euro für Schulbücher o.ä. ausgeben, welche alleinerziehende mutter mit hartz 4 und zwei kindern soll das für 600 euro im monat denn bitte aufbringen? essen kostet auch geld (nebenbei ein skandal dass aldi und danach alle andern supermarkt ketten den preis für versch. gemüse um 30% erhöht haben, stört aber anscheinend keinen!) klamotten sowieso und es kann auch nicht lebensstandart von deutschland werden, dass die bürger gerade genug für bildung, nahrung, klamotten und ein dach überm kopf haben!
aber wer ein bischen wohlstand hat, scheisst auf sozialpolitik.
deutschland verkauft sich meiner meinung nach vielerorts einfach für etwas, das es nicht ist und den deutschen ist es scheissegal.
Paul
am 14. November 2007 um 15:38:In Deckung, der “Fiesling” holt zum Großangriff aus ;) Aber im Ernst: Verblödung durch immer mehr Seichtes ist sicher ein Problem. Wünschen sich Politiker eigentlich kluge, interessierte, sich einmischende Bürger? Als unkritischer Konsument tut man immerhin etwas für die Ankurbelung der Wirtschaft.
@Hannah: “ääääh… also für den krieg…ähm…”: ganz schön entlarvend.
@Lu & alle: Anti-Jüdisch/Antisemitisch:
Ist es wirklich gleich antisemitisch, den Wunsch der Palästinenser nach einem eigenen Staat zu unterstützen? Wäre doch schön, wenn sich Israelis und Palästinenser endlich mal einigen würden.
Ok, mit der radikalislamischen Hamas in Gaza wird das schwierig.
Was das Tuch betrifft: Weil Neonazis und auch linke und arabische Gegner/Feinde Israels es tragen, kommt es als Zeichen für Freiheit und Selbstbestimmung, als das es einmal galt, nicht mehr in Frage, das sehe ich wie Lu.
@Flo
Ach so, “zum Vermummen”… Aber irgendwie links biste schon, oder? Was heißt das denn für dich?
Immer noch neugierig:
Der Paul
Flo
am 14. November 2007 um 17:22:Fernsehn macht blöd, aber nur wenn du das glaubst was du guckst.
Israel und Palastina ist für uns Ausenstehende ein Thema, wo ich fest davon überzeugt bin, das wir nicht verstehen können. Ich hab das 1 Jahr in PoWi-WPU gemacht, der Lehrer war zwar ein alter Säufer und einfach ein Vollidiot, aber den Konflikt versteh ich bis heute nicht. Man braucht doch kein eigenes Land. Die Türken kommen auch nicht nach Deutschland und wollen hier die Türkei² gründen. Wir können hier miteinander leben, wir haben andere Gesellschaftliche oder Religiöse Vorstellungen, na und? Was gibt mir das Recht jemanden umzubringen, weil er nicht meiner Meinung oder meines Glaubens ist. Es stört mich einen Scheißdreck (sry) wo ich lebe hauptsache ich leben ohne Probleme. Das stößt doch da unten auf gegenseitige Inakzeptanz. Verworren ich verstehs nicht und ich war noch nicht da und deswegen kann ich es auch nicht verstehen, da könnte ich mich noch solange mit beschäftigen.
“No Borders, No Nations, No Flags, No Difficults” was nicht bedeutet Anarchie, aber genau dannach sollte man sich richten, den diese Zitat halt ich für den Groben Urspung von Krieg. Ende.
@Paul
Ich bin mal so frei und berichte kurz aus der Nachttanzdemo.
Ich hab ehrlich keine Lust mich von der Polizei (”den Bullen”) filmen zu lassen. Sie haben einfach nicht das Recht mich auf zunehmen. Warum dürfen die sich vermummen und ich mich nicht? Was ist das für eine Gleichberechtigung, was ist das überhaupt für ein Recht?
Jetzt kleiner Seitenhieb auf die Rundschau, die den Polizeibericht quasi 1 zu 1 übernommmen hat und mit der Uhrzeit völlig falsch lag. Nach Ausschreitung der Gewalt hab ich micht eigentlich sofort verzogen, weil ich auf sowas keine Lust habe, den Nachtbus um halb 2 oder sowas genommen um die 2 Uhr wars. Die Rundschau berichtet, dass die Krawalle um 23 Uhr anfingen. Ich lache heute immer noch über den Artikel, er ist schlichtweg falsch.
So, zu der Frage ob ich links bin. Du kannst eigentlich niemand in ein links-rechts-mitte-Schema einordnen. Ich vertrete wohl Ansichten, die wie du ja oben schon erwähnt hast allgemein als links gelte. Was ist eine gerechte Wirtschaftsordnung, soziale Marktwirtschaft, die eigentlich herrschen sollte und wofür die Politk verantwortlich ist, geht in Deutschland unter sofern sie mal existiert hat. Links ist eine politische Richtung. Ich kann von mir selbst sagen, dass ich nicht nach einem politischen Verständnis handele, sondern, dass ich nach meinen moralischen und gesellschaftlich wertvollen Werten handle. Das eckt ja irgendwie mit linker Politk an, also kannst du mich politisch so einstufen.
Paul
am 14. November 2007 um 17:51:@Flo
Die Einordnung Links-Rechts/Rinks-Lechts ist irgendwie überholt, sehe ich auch so. “Moralische und gesellschaftlich wertvolle Werte” sind dagegen ein gutes/sogar besseres Fundament als einer Politik/Partei hinterherzurennen.
P.S. Von der Berichterstattung über die Nachttanzdemo war ich auch enttäuscht.
olivgrüner Gruß
Paul
Fiesling
am 15. November 2007 um 15:32:ich kann durchaus verstehen, das ein volk eine heimat haben will, das ist doch schon immer ein natürliches verlangen von menschen gewesen. dein beispiel mit den türken hinkt, weil es eben schon eine türkei gibt, aber zbsp kurden die nach deutschland kommen mögen als türken gelten, aber sie sind in ihrem verständnis kurden und keine türken, sie haben kein heimatland, in dem sie unter sich sind. Den Juden ging es lange genug auch so. Warum sich international kein westlicher Politiker für einen kurdischen Staat bemerkbar einsetzt sei mal einfach so dahin gestellt.
Dazu will ich auch gleich noch loswerden, dass ich diese Gleichmacherei von Kulturen und Ausrottung von Traditionen zum kotzen finde! Ich finde es viel schöner wenn jedes land seinen eigenen charakter hat, als dass alles verschwimmt. Ganz davon abgesehen was diese Globalisierung in den Ländern anrichtet, die nicht davon profitieren. Wenn ich mich zwischen der Banane im Supermarkt oder einem nicht ganz so ausgebeutetem afrika entscheiden könnte, wüsste ich was ich wählen würde.
Flo
am 15. November 2007 um 20:03:Brauchst du eine Grenze oder ein eigenes Land um deine Traditionen oder Kulturen zu wahren?
Die Leute leben doch meistens unter sich und wenn nicht, dann haben sie es sich in den meisten Fällen so ausgesucht. Ich finde es affig zu behauptem um seine Kultur ausleben zu müssen bräuchte man einen eigenen Staat. Was soll das? Ich gebe gerne zu, dass mein Vergleich mit der Türkei² hinkt, aber sie schaffen es ihr Kultur und Tradition (damit meine ich nicht unbedingt Kopftücher) auch in Deutschland zu wahren. Es müssen auch nicht immer die Türken sein, es gibt genauso auch Marokkaner oder anders stämmig.
(Die Bayern heulen auch nicht rum, weil sie keinen eigenen Staat haben, auch wenn sie das könnten.) Ich fände es eine wunderbare Lösung, wenn man diese Gruppen eine Art Bundesland und somit auch mitsprache Recht gibt. Aber warum grade andere Länder darunter leiden und ihr Land quasi teilen müssen um es anderen recht zu machen verstehe ich auch nicht.
Warum sollte sich ein westlicher Politiker für die Leute im Nahen Osten einsetzen wenn er es nichtmal schafft seine Wähler zu vertreten?
Der kategorische Imperativ
am 15. November 2007 um 21:10:Also… ich bin absolut dagegen, dass außländische Bürger eine Art eigenes Bundesland bekommen. Denn erstens wäre das keine miteinbeziehung, sondern eine Isolierung. Das Land würde wohl schneller abgespaltet werden als dass es sich integriert. Ein Mitspracherecht haben diese Bürger im übrigen doch. Es ist gesetzlich geregelt, die müssen bestimmte Kriterien erfüllen und dann dürfen sie auch mitsprechen. Mitbestimmen bleibt ja zunächst den Deutschen vorbehalten - aber auch zurecht. Ist doch logisch, dass Deutsche ihr eigenes Land bestimmen. Schließt aber nicht aus, dass sie auch die interessen der Minderheiten usw. bestmöglich vertreten. Aber wenn nun mal Menschen nach Deutschland kommen, dann geht das nur, in dem sie einen Kompromis eingehen. Der lautet: Sie dürfen hier leben und teil der gemeinschaft sein, aber sie müssen sich an die hiesigen Regeln halten. In einem fremden Land zu leben und sich darüber zu beschweren, dass es nicht so ist wie die Heimat ist irrational. Wer sich an den Kompromis hält kann ein wunderbares Leben führen.
So jetzt aber nochmal zum Thema Palitücher. Ich finds garnicht mal so erschreckend, dass scheinbar kaum jemand weiß, was dahinter steckt. Woher auch, wenns ihnen keiner erzählt. Aber was ich schlimm finde, ist das dann, so kommt es zumindest überwiegend rüber, den Leuten es egal ist. Ich hätte erwartet, dass sie sich daraufhin näher damit beschäftigen würden, so wie es einige hier im Blog taten. Die im Video kamen mir eher nicht so vor. Die tragen das aus stylischen Gründen weiterhin - auch wenn sie nun belehrt wurden. Das ist das, was mir mehr Sorgen macht!
Denkt der sorgenerfüllte
kI
Flo
am 16. November 2007 um 10:39:Es geht mir nicht darum ein 17. Bundesland für Nicht-Deutsche zu schaffen. Es ging mir darum einen Lösungsansatz für den Nahostkonflikt (speziell Israelis, Palästinenser). Dort leben die beiden Parteien ohne hin schon in abgegrenzten Gebieten, ich erinnere mich da ein den Grenzzaun und ähnliches, deswegen sehe ich es als unporplematische ein solches Gebiet in eine Art Bundesland umzuwandeln. Inwiefern die Leute es dort unten als unproblematisch sehen weiß ich nicht, kann man wohl nur nachfragen oder einfach ausprobieren sofern alle einverstanden sind.
FRiSCH-Red.
am 16. November 2007 um 13:26:Wie wäre es mit einem Land für alle Pali-Tuch-Träger, vielleicht da wo jetzt Bayern liegt ;)
Wie ist es denn nun: Einerseits besteht ein Gruppenzwang, die Klamotten zu tragen, die in sind (sagt Mira).
Andererseits kritisiert Lu im FRiSCH-Blog “dass Individualitaet heutzutage nur noch mit unseren Klamotten in Verbindung gebracht wird. Jeder will das haben, was der andere nicht hat,..etwas moeglichst einzigartiges besitzen.” Also ein Individualitätszwang.
Wie passt das zusammen???
fragt die FRiSCH-Red.
Flo
am 16. November 2007 um 14:22:Man verliert seine Induvidulalität nicht dadurch, dass man die selben Klamotten trägt wie andere. Das ist eigentlich nicht möglich, den fast nichts wird einzelen hergestellt ;)
Viel mehr verliert man seine Individualität, wenn man etwas trägt, nur weil es andere tragen. Es gibt ja genug andere Gründe, mir gefällt es, es passt zu meinen anderen Klamotten etc.
Ein Zwang etwas zu tragen geht doch nur von einem selbst aus, von Menchen, die sonst denken sie gehören nicht dazu und wenn sie durch das nicht-tragen, dann wirklich nicht dazugehören, dann haben sie definitive die falschen Freunde.
Fiesling
am 16. November 2007 um 19:39:@ flo: wärst du froh darüber wenn frankreich und deutschland sich vereinen?
Flo
am 17. November 2007 um 16:09:Solange sich daraus für mich kein Nachteil oder Einschränkung ergibt ist mir das herzlich egal.
Dann wären nur noch Haufen von bürogrtischen Schwachsinn zu erledigen für beide Ländern und schwups wäre es ein Land.
Mira Clara
am 19. November 2007 um 14:14:hey richtig guter Artikel den ihr da fabriziert habt! :)
Ich wollte genau über dieses Thema meine Seminararbeit schreiben, da mir auch aufgefallen ist, dass mittlerweile jeder Dritte an unserer Schule das Tuch trägt.
Habe mich nun aber für Che Guevara entschieden :) Das kommt dem ja in vielem nach, wer kennt sein Leben und seine Ideen denn überhaupt von denen allen, die Bettwäsche von ihm bei EMP bestellen?!
Ich finde es schade, dass solche Zeichen so kaputtgemacht werden. Der Pali-Tuch-Trend wird auch wieder vergehen, aber meiner Meinung nach sind diese Leute “nicht berechtigt” dazu das Tuch zu tragen! Wer keine Ahnung hat, soll sich schlau machen. Dieser ganze Konsum kack ist eh ziemlich ausgeartet…
Aber ich denke nicht, dass das an einer Unwilligkeit liegt sich zu bilden, sondern daran wie die Kinder aufwachsen und erzogen werden. Also muss man bei den Eltern anfangen…
c77
am 29. November 2007 um 16:49:liebe redaktion
euer gedankengang bezüglich eines bundeslandes für alle palituchträgerInnen finde ich ganz gut, nur finde ich sollte dies eher ein schutz-bzw.freiraum für alle von antisemitismus betroffenen werden (also die andere seite;-)) und bayern ist, meiner meinung nach, dazu hervorragend geeignet…aber diese idee kommt leider 62 jahre zu spät…schade eigentlich…
Smaddy
am 29. November 2007 um 23:08:Hallo.
Ich muss zugeben ich habe mir heute 2 dieser Tücher gekauft..
Allerdings bin ich soweit gegangen das ich mich vor meinen PC gesetzt habe und mal nachgeforscht habe, was diese Tücher überhaupt für eine Bedeutung haben. Ich habe mir die Umfrage angeschaut und einige Artikel durchgelesen. Mitlerweile bin ich soweit das ich es bereue diese Tücher gekauft zu haben, mein Sinn für Individualität ist zurückgekehrt und ich finds einfach nur peinlich wie diese jungen Leute teilweise auf die Fragen geantwortet haben. Ich werde meine Tücher nicht tragen, werde sie voraussichtlich verschenken.. Wobei ich sagen muss, das ich sie wirklich sehr schick finde.
FRiSCH-Red.
am 30. November 2007 um 15:07:@all
Danke für euer Feedback. Es kommt ja auch für Journalisten nicht so häufig vor, dass man bei seinen Lesern tatsächlich eine Veränderung der Einstellung auslöst. Daher freuen uns eure Reaktionen umso mehr.
Mehr davon
wünscht sich die FRiSCH-Red.
7an
am 07. Dezember 2007 um 21:47:Ich hätte nicht gedacht, dass die Videointerviews so bloßstellend für den Großteil der Palischal tragenden Jugendlichen sind. Es geht wirklich nur um die Sogwirkung eines Modegefühls - frei nach dem Motto: Wir sind jung und machen eine gute Figur, wissen aber nicht was abgeht.
PS: Das Video war eine gute Form für diese Geschichte. Ich bin auf den nächsten Beitrag gespannt.
FRiSCH-Red.
am 10. Dezember 2007 um 13:36:@7AN
Unsere nächste Straßenumfrage ist schon gedreht.
Thema ist passend zum (besinnlichen) Jahresende: “Woran glaubst du?” Die Antworten sind wieder sehr interessant und fallen diesmal etwas differenzierter aus. Die Umfrage geht im Lauf der Woche online.
Die FRiSCH-Red.
Emanrov
am 15. Januar 2008 um 21:08:Die Kufiya als Palituch zu bezeichnen is ja noch ok.Aber ein Schal ist das sicherlich nicht.Scheint so als hätten sich einige die mit dem Zeigefinger auf andere zeigen selbst nicht so wirklich informiert hätten.
Wer sich informieren will soll mal nach “Coole Kids tragen (eben) doch Palituch” und “Coole Kids tragen kein Palituch” googlen.Beide Texte sind mit ÄUSSSERSTER Vorsicht zu genießen, v.a. der zweite.
Ich persönlich trage Palituch weil ich es nicht ok find was die Israelis mit den Palästinensern treiben (wobei das keine Billigung von islamistischem Fundamentalismus sein soll), und weil man sog. “Antideutsche” (deren Ansichten meiner Meinung nach lächerlichst sind) ziemlich gut damit ärgern kann…
antifaschistische Grüße
Emanrov
Steffi
am 26. Februar 2008 um 08:34:Ein Tuch zwischen gut und böse, links und rechts…
Ich finde es gut und wichtig, dass auf die ursprüngliche Bedeutung aufmerksam gemacht wird. Dann kann man sich immernoch ein Bild darüber machen, ob man das Palituch als trendiges Accessoir tragen will oder nicht!
JOjo
am 07. März 2008 um 21:18:Ich kann die beseutung des Tuches bevor ich es bekommen habe. ich fnd es auch gut, dass man eigentlich damit signalsiert das man gegen die Neonazies ist, da ja zuerst die Linksorientieren die Tücher getragen haben und außerdem sind sie unheimlich cool.
JOjo
Yvonne
am 18. März 2008 um 18:50:Ich find’s ehrlich gesagt auch ziemlich schade, dass manche Leute mit Dingen herumlaufen und dabei eigentlich keine Ahnung haben, was sie damit signalisieren und symolisieren.
Dazu muss ich sagen, ich habe selber auch eine Kufiya, (ich trage jedoch ein Original, noch mit arabischen Inschriften, usw.) jedoch habe ich das Tuch von einem Mann, aus Oman (Arabien) bekommen, der mir viel bedeutet und ich trage es auch nicht, aus politischen Gründe oder modischem Trend. Ich trag’s einfach, weil es mich an den Mann erinnert. Ausserdem bin ich damit auch in Moscheen gegangen…
Yvi
Simon
am 20. März 2008 um 18:38:Also als 1. wollt ich mal sagen das das Tuch nicht von links kommt!!!!!!!!!!!!!! ist war und ist ein zeichen von den rechten……ja von den rechtsradikalen gruppen… und wenn ihr mir nicht gleub dann lest es in wikipedia nach da steht es drin das es ein symbol von rechten ist und nicht von den linken….
Torben
am 21. März 2008 um 09:49:“Zum ersten Mal spielte das “Palästinensertuch” eine besondere politische Rolle, als es zum Symbol des ersten großen Aufstands der Palästinenser gegen die britische Kolonialherrschaft und zionistische Landnahme wurde - der “Thawra” von 1936, als vor allem palästinensische Bauern sich bewaffnet gegen ihre Kolonisatoren wehrten, die ihnen ihr Land raubten (getreu dem zionistischen Motto “Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land”). Vorher war die Kufiya einfach ein Zeichen für die Herkunft aus niedrigen sozialen, meist bäuerlichen Schichten. […]
Seit den Tagen des linken außerparlamentarisch organisierten Studentenprotests der 68er Jahre in Deutschland ist das “Palituch”, im Kontext des Terrorismus der PLO und der RAF der damaligen Zeit, ein im linken Spektrum der Jugend- und Subkultur gerne getragenes Modeaccessoir und Ausdruck der persönlichen Zugehörigkeit zum linken politischen Lager, mit einer explizit antiamerikanischen und antiisraelischen Grundhaltung.” (Wikipedia)
@Simon: Das verstehe ich anders!
Tom
am 05. Mai 2008 um 09:42:So. Ich finde das Palituch als Modeaccessoir in keinem Fall hinnehmbar, da es ganz klar ein faschistisches Symbol darstellt.
Der Großmufti von Jerusalem hat es 1936 (oder so in dem Dreh) unter Zwang bei der eigenen Landbevölkerung durchgesetzt. Dieser Mufti war Islamist, Antisemit und Faschist. Das Palituch war vorher bei der ländlichen Bevölkerung als Sonnenschutz bekannt und keinesfalls das Erkennungszeichen der Palästinenser. Die Deutschen unterstützten diesen Großmufti natürlich gern.
Wer sich also ein solches Accessoir um den Hals bindet, ohne zu wissen, was es wirklich bedeutet, ist entweder komplett konsumkorrumpiert oder politisch fehlgeleitet.
Um Wortschlachten vorzubeugen: Nein, ich finde nicht alles ok, was die Israelis mit den Palis machen, ja, ich bin israelsolidarisch, nein, ich habe grundsätzlich nichts gegen Antiimps, ja, ich will einen palästinensischen Staat und ja, ich bin (gemäßigt) antideutsch.
Liebe Grüße an ALLE Antifaschisten, egal ob Anti-D oder Antiimp
LordRaiden
am 09. Mai 2008 um 09:38:@Tom
am 05. Mai 2008 um 09:42:
Warum ist es wingend-üblich, das man wegen einem GEGENSTAND an eine Bedeutung GEBUNDEN wird????
Ursprünglich waren “Palis” auch Symbole der Freiheit die von den Punks getragen wurden! Denn diese Tücher wurden zuerst unter dem sogg. Begriff “Zeckentuch” bekannt und dass nur weil Punks auch als “Zecke”/Schmarotzer beschimpft werden!
Dass die meisten Menschen leider NICHT über den “Tellerand” schauen können, beweist Allein die Tatsache, was sie mit “Friedens und Glücks-Symbolen” veranstalten!!!
Siehe die Swastika oder die Sigrune!
Ich finde es Ehrlich gesagt ziemlich ARMSEELIG wenn jemand wegen irgendetwas was irgendwo irgendwie irgendeine Symbolik hat, direkt in eine Schublade gesteckt wird!
MfG:
LordRaiden
Man sollte viel öfter Vordenken, denn nacher bringt es nichts mehr!!!
Lydia
am 18. Mai 2008 um 15:12:Ich trag das sowieso nicht, weil ich das ehrlich gesagt vollkommen hässlich finde und außerdem tragen das Mettler und dazu gehöre ich nunmal nicht. Ich mag und höre diese Musikrichtung überhaupt nicht. Und weil dieses Tuch etwas mit Metal zutun hat, trage ich es auch nicht
KD_NZ!p
am 27. August 2008 um 01:13:ICh trage seid 4 Jahren mein pali Tuch ich weiß die bedeutung und ich muss dazu sagen das ich die Einstellung auch vertrete und es mir egal ist was pro israelische leute es ablehnen ich sehe paleastina als das einziege land an was rechtmäßig sein land verdient die Juden Israels berufen sich nur auf schriften die sie selbst verfasst haben demnach wären diese vor jedem Gericht als nicht ausreichend kann ja jeder seine grunderschließung selbst schreibenammi der mit keinem der völker was zu tun hat sagt es ist ok das ihr da seid schubst das dort lebende volk einfach so in andere länder meine musik geschmack nebebei bezeiht sich wohl auch eher auf techno und weitestgehend bin und ein ich wohl unpolitisch aba es gibt dinge zu denen man sich äußern muss
seline
am 27. September 2008 um 22:31:schade dass der schal eine bedeutung hat ich finde es sieht richtig gut aus aber nachdem ich ehrfahren habe auf welche seite man sich stellt…schade drum
david
am 01. Oktober 2008 um 00:57:hallo
ja ich komme ursprünglich aus dem türkisch sprachigen raum und bin moslem. und da das tuch im arabischen raum getragen wurde zum schutz etc. und es mich hier zu lande gut vor kälte schützt ^^ trag ich es. der modische aspekt is mir relativ egal.
die politische aussage (vom lnks orientiert abgesehen) ist dabei zwar in ordnung, aber nicht meine hauptintention
Gregor
am 29. November 2008 um 20:12:Ich trage kein Pali-Tuch.
Es ist 100% nur noch ein modisches Accessoires und wenn es bei jemandem mal nicht so ist dann bekommt es auch niemand mit.
Ausserdem kann man ja mal googlen.
Also ich sag nur da mal antisemetischtisch da dann links und da tragens nur Honululuer^^
Das entkräftet doch die aus meiner Sicht nichtmehr vorhandene Politische Seite des Palituchs.
Mit freundlichen Grüßen Gregor
NINO
am 18. Januar 2009 um 11:45:Als dieser Trend anfing, wollte ich das Tuch nicht tragen, weil es zu einem modischen Accessoire geworden ist.
Doch nun trage ich es aus Solidarität zu Palästina!
Es wäre schön wenn alle, die es als Schmuck tragen, die traditionellen Muster und Farben tragen würden.
mfG aus der Schweiz
hannah
am 31. Januar 2009 um 23:38:inzwischen, in zeiten während dem “gazakrieg”,wird der palästinenserschal als solidarisches zeichen zu den palästinensern getragen. der trend ist abgeschwächt. wer nun ein tuch trägt, bekennt sich meist klar zu den palästinensern. die empörung über die art und weise der brutalen aggressivität israels gegenüber den einwohnern gazas.
becca
am 18. Juni 2009 um 15:05:also jetzt mal ganz offen. ich finde palis einfach nur hässlich. ich fand das war noch nie ein richtiger trend und alle leute, die einen pali tragen und die man fragt ob sie wissen was dieser bedeutet haben keine ahnung. ich weiß nicht. ich finde man sollte scih darüber informieren was man trägt. das ist jetzt nicht gegen paliträger sondern einfach nur meine meinung dazu.
Büsra
am 01. Dezember 2009 um 13:58:hey leute wisst ihr ich hab mal paar sachen von euch gelesen und das stimmt garnicht was ihr da so erzählt..Kurden haben ein land :) ich sag das nicht einfach so da ich kurdin bin nein wirklich ! fürher hatten sie ganz türkei mit denen gelebt zusammen gekämpft irak syrien iran arabien göhört auch dazu leider kam es zu politischen gründen..wie zum Beispiel die sogennante PKK das sind halt terroristen die die türken oder andere nationalitäten nicht mögen.versteht ihr daswegen sind die meisten der türken oder Kurden richtige türken oder wie gesagt kurden hasser..Es gibt viele kurden und türen unter uns In deutschland ..aber bald gibt es krieg an der grenze von der türkei mit kurden und hier in deutschland sind an auch natürlich welche betroffen..Das ist sehr blöd ich verde auch sehr oft beschimpft da ich diese tücher Palistinänsa-Kurdische schal um mich herum hab..
Helori
am 12. Dezember 2009 um 08:11:Ich trag es erst gar nicht xD
klaus
am 15. Februar 2010 um 00:01:Coole Kids tragen kein Pali - Tuch
Okay du bist etwas verwundert. Du trägst ein Pali-Tuch. Du bist jung , du nennst dich radikal, oder auch nicht. Du nennst dich antifaschistisch, oder auch nicht. Jedenfalls trägst du ein Pali -Tuch. Vielleicht hast du dir das gerade gekauft, vielleicht ist es schon eine Weile her. Um auf den Punkt zu kommen. Jedes Kleidungsstück ist eine Aussage. Jedes Kleidungsstück hat eine Geschichte. Und dieses ganz besonders.
Seit die Studenten im Jahr 1968 für den Vietcong und gegen die Amerikaner im Vietnam waren, kam dieses Kleidungsstück langsam in Mode. Damals waren sogenannte “Volksbefreiungsbewegungen”, wie 1968 bis 1975 in Vietnam, der Fluchtpunkt der Solidarität. “Das vietnamesische Volk kämpft um seine Freiheit”- In den 90 er Jahren war es dann das “kurdische Volk” das um seine Freiheit kämpfte, oder eben das “palistinänsische Volk”.
Immer ging es dabei um “das Volk”. Komisch irgendwie. In Deutschland sprechen heute nur noch Nazis von “Volksbefreiung” und berufen sich auf den “gerechten Kampf” des “Palistinänsischen Volkes” gegen Israel, gegen den Staat der Juden. Und da sind wir angelangt. Bei der Auseinandersetzung zwischen Palistinänsern und Israel.
Bereits zwischen 1936 und 1939 wurde das Kleidungsstück, das ursprünglich nur die ländlichen Fedayin Arabiens trugen, vom Großmufti von Jerusalem unter Strafandrohung bei der eigenen Bevölkerung durchgesetzt. Das tragen europäischer Hüte wurde verboten. Diejenigen die sich wehrten, wurden verprügelt oder erschossen. Die deutschen Nationalsozialisten haben diesen Großmufti finanziell unterstützt. So starten die Nazis in Berlin eine Pressekampange “gegen die Teilung Palästinas”. Prompt bedankte sich der Mufti bei den deutschen Nazis: ” Schon damit habe die deutsche Regierung dem Kampf der Araber in Palästinas um ihre Selbstständigkeit einen großen Dienst erwiesen.”
Das Pali-Tuch ist der Ausdruck des Kampfes gegen Israel. Die Staatsgründung Israel hat eine Ursache aber nicht etwa, weil die USA unbedingt einen “Brückenkopf” im Nahen Osten brauchten, sondern im europäischen und asiatischen Antisemitismus. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dann in Form des deutschen eliminatorischen Antisemitismus. Als ganz gewöhnliche Zivilisten, wenn Deutsche zwischen 1933 und 1945 “arisierte” Möbel ersteigerten, als ganz gewöhnliche Soldaten zwischen 1938 und 1945, wenn sie an der Front millionenhaft Zivilisten und Soldaten mordeten, oder sonstwie dazu beitrugen, dass das deutsche Großprojekt namens Auschwitz möglich ward. Die Staatsgründung Israels, drei Jahre nach der Niederringung der deutschen Bevölkerung und ihrer Eliten, nach der Bereiung dses Vernichtungslagers Ausschwitz, ist die direkte Folge dieses Vernichtungswahns der deutschen Volksgemeinschaft, der bis dahin in der Menschheitsgeschichte nie dagewesene mörderische Qualität darstellt.
Da mutet es seltsam an, wenn die Kinder der einst niedergerungenen Deutschen sich in den 70er und 80er gerade Palästina als Solidaritätsobjekt aussuchen. Warum war es gerade Palästina ? Weil es indierekt gegen die Juden und ihren schützenden Staat ging? Es ist nicht lange her, da standen an der Hamburger Hafenstrasse Sprüche wie “Boykottiert Israel”. Mit der Solidarität mit Palästina kam das Pali- tuch nach Deutschland und hat sich bis heute gut gehalten. Was aber ist grundsätzlich von einer “Volksbefreiungsbewegung” wie der palästinensischen zu halten, die sich auf die Fahnen geschrieben hat , den Staat Israel zu vernichten ? ( Nach Angaben sogar der bürgerlichen “Süddeutschen Zeitung” stehen bis zu 80 prozent der palästinensichen Bevölkerung hinter der radikal-islamischen Hamas. Und das ist eine Gruppe, für die das oberste Ziel die Vernichtung des Staates Israels ist.)
Israel als bürgerliche gesellschaft ist ein Zufluchtsort für Juden in aller Welt vor Antisemitismus und bietet all denjenigen Schutz, die in den umliegenden arabischen Ländern keine Chance hätten: Schwule,Lesben, selbstbewußte Frauen, Atheistetn und individualistische Leute,die keine Lust haben, ihr Leben als Attentäter zu beenden.
Und warum die Nazis heute Palitücher tragen? Weil sie - na klar- Antisemiten sind, und weil sie zweitens viel Bewunderung aufbringen für ein “Volk”, deren Mitglieder bis zur physischen Vernichtung kämpfen für ihren “Boden”. Da sind Nazis ein bißchen neidisch, dass sie das nicht haben, diesen mordenden Alltag.
Das Pali - tuch ist die Geschichte einer linksradikalen Verirrung oder eines Irrtums. Es ist Zeit diesen Irrtum zu erkennen und in Zukunft einen Schal von H&M zu tragen.
Coole kids tragen keine Palitücher.
Quelle: Jung DemokratInnen / Junge Linke