Killer dank Killerspiel?
Amoklauf dank Killerspiel? Die Diskussion geht am wahren Problem vorbei
Von Christian Toth, 19 Jahre
Mal ehrlich, wer von euch spielt alles ab und zu einen Ego-Shooter, vielleicht Counterstrike oder Half-Life? Ich habe es auch getan, ich geb’s zu. Ich bin mir sicher, fast jeder der gerne am PC spielt, spielt auch mal gerne so etwas. Wer von euch hat das aber gemacht, um seine Aggressionen loszuwerden? Oder gar um sie aufzubauen?
Ich bin ja eher der ruhige Typ. Mich hat nicht gereizt, dass ich andere Spieler umbringen kann, sondern das Interagieren, das Kommunizieren und das Testen des Spielrealismus. Wenn dann wieder Leute erzählen, dass die Kinder aggressiver sind, weil sie solche Spiele spielen, dann kann mich das tatsächlich aus meiner Ruhe bringen.
Leute, die Probleme haben, egal welcher Natur, suchen sich etwas, an dem sie ihr Problem abarbeiten können oder auf das sie es übertragen können. Das ist das typische Schema. Manche gehen dann zur Therapie, manche eben spielen dann tatsächlich „Killerspiele“. Wenn es die aber nicht gäbe, würden sie sich halt einen Actionfilm nach dem anderen reinziehen. Oder das Internet auskundschaften, da wimmelt es ja nur von Gewalt.
Anderes „Problem“: Massively Multiplayer Online Role-Play Games (MMORPG). Das klingt ja schon bedrohlich. Das sind Onlinespiele wie World of Warcraft. Das war knapp zwei Jahre lang mein Lieblingsspiel. Ich hab nur aufgehört, weil es so teuer ist, die monatlichen Gebühren lasse ich dann als baldiger Student lieber bleiben. Viele Leute beklagen, das Spiel mache süchtig, die Leute litten an Realitätsverlust, sie würden in einer Parallelwelt leben. Erstens halte ich von solchen Verallgemeinerungen gar nichts. Man kann dieses wie jedes andere Spiel auch völlig normal und nur zur temporären Unterhaltung spielen. Das wäre dann wie interaktives Fernsehen von mir aus. Zweitens haben diejenigen, die das tatsächlich tun, doch erst mal andere Probleme gehabt, denn sonst hätten sie gar nicht die Zeit dazu.
Es ist doch so: Zuerst kommt das Problem, dann die Konsequenz. Viele sehen aber nicht das wahre Problem, sondern nur die Spiele als Problem an. Dabei sind Spiele, sofern man das tatsächlich nicht zur Unterhaltung, sondern zur Problembewältigung gebraucht, nur ein Medium von vielen. Also bitte, nie wieder ein Wort über diese ach so bösen Killerspiele.






Fiesling
am 18. Oktober 2007 um 01:02:Ich kann mich gut mit dem Artikel identifizieren, auch und gerade weil ich dieselben Erfahrungen habe und das aus einem ähnlichen Blickwinkel sehe.
Aber ich finde, es fehlen Eingeständnisse. Denn gerade in MMORPG’s sind diese Vorurteile leider präsent. Es gibt Menschen, die sicher in der Minderheit sind, die sich mit solchen Spielen eine “Parallelexistenz” aufbauen.
Soviel von mir dazu.
Grüße,
Fiesling
PS: ich find’s immer wieder schockierend, wenn man sich in WoW mal ansieht wieviel Zeit in so einem Charakter drin steckt. Man hätte diese sicher auch in produktivere Unterhaltung stecken können.
WoW-Fan
am 18. Oktober 2007 um 10:49:Endlich mal einer, der uns versteht. Danke lieber Autor!
Ich zocke jetzt seit der Betaversion WoW und das spiel ist super! Und zum fiesen Fiesling, mit meinem Mainchar habe ich ca. 20 Tage Spielzeit. Bei mittlerweile über 2anhalb Jahren seit dem Release ist das nicht viel, auch wenn die Zahl zuerst abschreckt. Klar, es gibt die krassen Gilden, die 8 Stunden am Tag spielen. Aber das gibts überall, genauso bei DAoC und Gildwars etc. Bei WoW fällts einfach nur deswegen auf, weil es einfach über 6 Millionen Spieler gibt, und weil es öffentlich ist. Wenn die Leute kein WoW zocken würden, dann würden sie eben andere Games alleine vorm Ferneseher zocken, und sie kämen auf die gleiche Spielzeit.
Grüße,
Der WoW-Fan
FRiSCH-Red.
am 18. Oktober 2007 um 11:54:Dazu die aktuelle Meldung von dpa:
“Computerspiele mit grausamen Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen sollen für Jugendliche automatisch verboten werden. Das Familienministerium bestätigte entsprechende Medienberichte zur geplanten Änderung des Jugendschutzgesetzes.
Demnach soll der Verbotskatalog auf Filme, Computer- und Videospiele mit «besonders realistischen, grausamen und reißerischen Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen» ausgeweitet werden. Sie wären dann für Kinder und Jugendliche automatisch verboten.”
Automatisch verboten??? Was soll das heißen??? Steckt dahinter etwa die naive Vorstellung, dass “automatische Verbote” auch automatisch befolgt werden??? Haha, wers glaubt…
Grüße
Die FRiSCH-Red.
Fiesling
am 18. Oktober 2007 um 13:48:Gude WoW-Fan,
Wenn du dir meinen Beitrag durchliest wirst du sehen, dass ich nicht WoW, sondern MMORPG’s generell (bezüglich der Gefahr) angesprochen habe.
Mein post scriptum war nur als ein kleiner Denkanstoss gedacht. Ich spiele WoW selber seit über zweieinhalb Jahren. Wenn ich mir vorstelle wie viele Bücher ich hätte lesen können, wäre ich sicher ein gebildeterer Mensch als heute, aber ich wollte WoW (MMORPG’s generell) damit keineswegs verteufeln.
WoW-Fan
am 18. Oktober 2007 um 14:34:Hey, Fiesling!
Ja gut, ich kann so verallgemeinerungen nämlich nicht leiden… Dieser Beitrag aus der Dpa ist doch aber auch ein Witz… genauso die FSK - Freiwillige!!!! Kontrolle ist das. Da hält sich niemand dran. Ich konnte als 15 jähriger spiele ab 18 kaufen. Wenn nicht, dann würde ich halt jemand älteres fragen. Aber wie soll das gehen, was oben beschrieben wurde? Die Wirtschaft würde sowas doch nie zulassen, die Spieleindustrie würde, wenn das tatsächlich durchkommen würde, riesen Verluste machen. Als ob das je passieren würde….
Gruß,
Der WoW-Fan
Der kategorische Imperativ
am 18. Oktober 2007 um 14:38:Hallo liebe Blogger!
Als ich den Artikel schrieb habe ich eigentlich nur mal kurz das zusammengefasst, was mich die ganze Zeit über schon wahnsinnig aufgeregt hatte. Aber zu Dir, lieber Fiesling (Du hast nicht gerade einen vorteilhaften Namen gewählt ^^):
Wenn Du wirklich lieber hättest Bücher lesen wollen, dann hättest Du das auch getan. Was ist schon dabei, wenn man sich auf diese Art unterhalten möchte, WoW-Fan hat schon recht damit, wenn er sagt, dass man das sonst vorm Fernseher tun würde. Man könnte immer alles noch besser und produktiver machen.
Soviel nur kurz von mir.
Der ziemlich schnell tippende
kI
Fiesling
am 18. Oktober 2007 um 16:01:Absolut. Ich denke der Grund für “unproduktive” Unterhaltung ist der, dass man dabei besser den Alltag für ein paar Minuten oder Stunden abschalten kann.
So gesehen ist das dann vielleicht doch nicht so unproduktiv…
Der kategorische Imperativ
am 18. Oktober 2007 um 16:19:Genau darauf wollte ich hinaus. Aber nochmal zum Post aus der Red.:
Glaubt ihr dieses “Gesetz” hat auch nur irgendeine reele Chance durchzukommen? Und wenn es durch wäre, meint ihr es könnte umgesetzt werden?
dK
Daniel
am 18. Oktober 2007 um 20:21:Hallo allerseits,
da hast du ja wieder ein Thema ausgegraben, über das schon sooo viel diskutiert wurde - ich will nicht sagen ZU viel, obwohl es mir zu beiden Ohren raushängt.
Warum ich mich trotzdem hier dazu äußere hat den Grund, dass ich etwas zu bemängeln habe.
Dein Artikel behandelt ja zwei Themen:
- “Killerspiele”
- MMORPGs
Beides sind Themen, die Spieler - wie auch mich - aufregen, weil in den Medien immer wieder Politiker Kommentare abgeben, die nur so von Unwissenheit und Ahnungslosigkeit strotzen.
In diesen Kommentaren, wird mit Schlagworten um sich geworfen und Klischees und Halbwahrheiten (und auch handfeste Lügen) werden verbreitet.
Dabei wird die Gewaltdarstellung (die zugegeben manchmal extrem ist) noch erheblich weiter überspitzt. Stille Post! Ein Spiel, in dem man eine Waffe tragen kann wird so schnell zu einem Spiel, in dem man als Spieler “geziehlt motiviert wird andere Menschen möglichst grausam und gefühlskalt niederzumetzeln und somit zwangsläufig die Hemmschwelle im wirklichen Leben soweit zu senken, dass Amokläufe eine unausweichliche Konsequenz sind”. BLABLA…
Das darf nicht sein, da vor allem ältere Menschen ihr Wissen über dieses Thema aus eben diesen Kommentaren beziehen, sprich falsches Wissen vermittelt bekommen.
Und wie das mit der Presse so ist, werden negative Schlagzeilen ja leider weniger verkauft und folglich weniger bekannt. Keine Zeitung würde einen Artikel veröffentlichen wie: “250000 Schüler die regelmäßig Ego-Shooter spielen haben KEINEN Amoklauf begangen”.
Tja, schade, aber so ist es.
Diese geziehlten Fehlinformationen sind verwerflich und werden durchaus zurecht Kritisiert.
Jetzt gibt es aber einen weiteren Kritikpunkt, der schon angesprochen wurde: Verallgemeinerungen. Auch diese findet man oft in den Medien und in den Kommentaren vieler Politiker. Alle Spieler werden in einen Topf gesteckt, familiäre Hintergründe werden vernachlässigt, emotionale/charakteristische Unterschiede werden ignoriert. Wieder weden falsche Informationen vermittelt, Menschen nehmen diese Informationen ungefiltert auf, ein realitätsfremdes Bild der Spieler setzt sich in den Köpfen der breiten Masse fest.
Dann kommt eine massive Gegenbewegung auf, die die Ereignisse aus den Schlagzeilen (z.B. Amokläufe) auf andere Ursachen zurückführt - und “Killerspiele” als gänzlich unschuldig darstellt. Ebenso falsch!
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Du sagst es ja indirekt, lieber kathegorischer Imperativ, “Killerspiele” sind nicht die Ursache - aber dennoch können (nicht müssen!) sie zu Gewaltausbrüchen beitragen.
Den Vergleich von Killerspielen und Therapie finde ich dennoch unpassend, weil mMn die wenigsten Menschen “Killerspiele” (oder sonstige Spiele) nutzen, um mit ihren Agressionen besser umgehen zu können. Sie nutzen sie aus anderen Interessen - ob sie nun Probleme/Agressionen haben oder nicht.
Dein dritter Absatz scheint mir folglich… am Ziel vorbei geschossen. Natürlich stimmt es, dass Leute, die - aus welchen Gründen auch immer - versessen auf Gewalt sind, dies auch ohne “Kilerspiele” im Internet oder TV finden.
Das hat jedoch nichts mit dem Problem zu tun. Das Problem ist nicht, dass solche Spiele (oder Filme etc.) hergestellt und vertrieben werden. Das Problem ist, dass sie Abnehmer finden. Es ist tatsächlich ein Problem, das aus irgendwelchen Gründen Jugendliche von Gewaltdarstellungen angzogen werden, und diese dann auch noch finden. Ich selbst finde höchst bedenklich, dass 13jährige Kinder Spaß daran finden solche Spiele zu spielen; nicht weil ich befürchte sie würden Amok laufen, sondern einfach weil ich den Jugendschützern zustimme, dass solche Gewaltinhalte nichts für Kinder sind.
Nun ja, die Therapeuten der nächsten Generation dürften sich die Hände reiben…
Nur ist ein (erfolgloses, dies hat die Frisch-Red. ja treffend ausgedrückt)Verbot der falsche Weg. Zugegeben, die Kombination aus emotionalen/familiären “Problemkindern” und “Killerspielen” kann kritisch werden. Aber das kann die Kombination aus Autos und Alkohol auch. Und wenn man das Problem lösen will, indem man “Killerspiele” verbietet (weil “Problemkinder” kann manja nicht verbieten), dann müsste man auch Autos oder Alkohol verbieten. Statdessen trennt man Autos und Alkohol, also sollte man sich auch darauf beschränken “Killerspiele” und entsprechend “gefährdete” Zielgruppen zu trennen (Jugendschutzgesetz, verkaufsverbot etc.), und sie nicht gleich prinzipiell verbieten.
Da finde ich die Kritik von Fiesling durchaus angebracht: Mann muss beide (oder besser: ALLE) Seiten sehen, und darf nichts ausblenden. Keine Verteufelung von Killerspielen, aber auch keine blinde Verteidigung.
Für MMORPGs gilt letztlich ähnliches. Das könnte man auch noch ausfüren, aber ich denke ich habe vorerst genug geschrieben.
Entschuldigung bei allen, für die es zu viel war (^^)und liebe Grüße
Daniel
Fiesling
am 18. Oktober 2007 um 23:14:Spiele als Therapie - sehe ich auch nicht.
Aber aus dem eigenen Freundeskreis ist bei mir zu berichten, dass die Gewalt in Videospielen entspannend wirken kann (agressionsabbauend[wenns das wort gibt ;P]).
Jens Wegner
am 19. Oktober 2007 um 10:20:Ich spiele selber Ego-Shooter, doch ich habe NICHT das Verlangen, Jemanden zu verletzen! Ich spiele nur aus Interesse und taktischen Gründen. Denn, wenn man z.B. von einer Person aus dem Spiel erschossen wird, so muss man nachdenken wie man bei der nächsten Runde NICHT erschossen wird. Das steigert das räumlische und taktische Denken. OK, es gibt auch Shooter, wo man nur ballern muss, aber die finde ich persönlich NICHT gut. Denn diese “sinnlose” Gewalt ist total nutzlos, für uns UND die Spiele-Industrie.
Darum: Ich finde Ego-Shooter aus taktischen gründen gut aber ansonten, wenn sie OHNE Sinn sind, nutzlos!!!
Mfg
Jens Wegner
WoW-Fan
am 19. Oktober 2007 um 10:23:Ja da stimme ich dir zu. Deswegen mögen ja auch so viele Counterstrike. Es ist zwar ein simples Spielprinzip, aber gerade dadurch, das man taktisch versiert sein muss und noch dazu mit anderen zusammen und gegen sie spielt wird das Spiel spannend. Da steht der Spielspaß an aller höchster Stelle.
Grüße,
WoW-Fan
Der kategorische Imperativ
am 19. Oktober 2007 um 10:39:Hallo zusammen,
es gibt wieder neues zur neuen Gesetzesinitiative: (Googlenews)
“Der umstrittene Entwurf zur Änderung des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) mit seinen Bestimmungen zum Verbot “Gewalt beherrschter” Computerspiele und Testkäufen von Heranwachsenden im Handel ist zunächst komplett vom Tisch. “Ich will jetzt nichts durchpeitschen, sondern glaube, dass uns eine Atempause hilft, über wirksame Schritte im Jugendschutz zu diskutieren”, sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen der “Bild”-Zeitung. Die CDU-Politikerin kündigte einen runden Tisch für November an. Dieser solle darüber beraten, wie verhindert werden könne, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland zu einfach an so genannte Killerspiele, Gewaltvideos, Schnaps oder Tabak kämen. Von den Beratungen erwarte sie “konkrete Vorschläge zur Verbesserung des viel zu laschen Jugendschutzes”. Die Zukunft des Gesetzesentwurfs ist laut einem Ministeriumssprecher derzeit aber “völlig offen”.”
Jugendschutz an sich ist ja sinnvoll: Kein 12 jähriger sollte Egoshooter spielen, die mit viel Gewalt verbunden sind. Die sind dafür garantiert zu jung. Dazu die Frage: Was könnten denn solche “konkreten Vorschläge” sein?
Der neugierige
kI
FRiSCH-Red.
am 19. Oktober 2007 um 13:19:@Daniel:
Wir haben das Thema auf der FRiSCH-Seite der FR auch schon ein paar mal bearbeitet (u.a. ein Interview mit einem Ego-shootenden Mädchen). Wahrscheinlich kocht es noch ein paar mal hoch, bis sich die Politik geeinigt hat.
@all
komme nicht über das geplante “automatische Verbot” hinweg: Vorne steht also der Politiker, der schiebt das Killerspiel, das Solarium, den harten Alk in den Verbotsautomaten rein, und hinten kommt dann - automatisch - das Verbot für Jugendliche heraus, das alle befolgen. Die Welt kann so einfach sein… ;)
Darüber schrieb FRiSCH-Reporter Hannes bereits hier: http://frisch.die-neue-fr.de/?p=1
Vielleicht sollte man sich einen Sack Mehl kaufen, falls Brot doch verboten wird.
Die FRiSCH-Red.
Daniel
am 19. Oktober 2007 um 13:28:Ich hab eine Frage, an diejenigen von euch, die zugegeben haben Ego-shooter zu spielen. Ich will euch nicht angreifen, aber ich glaube die “Taktik”-Begründung ist ebenso klischee-belastet und häuschlerisch, wie die Aussagen der Politiker.
Das können wir ja rausfinden:
Hand aufs Herz, würdet ihr die Spiele spielen, wenn ihr ein lila Plüschhäschen wärt, dass mit Ostereiern auf andere bunte Plüschhäschen wirft.
Soll heißen, würdet ihr das selbe Spielprinzip (Taktik, nicht erschossen bzw. abgeworfen werden, räumliche Orientierung und was sonst noch angeführt wurde…) in einer gewaltfreien, kinderfreundlichen kulisse auch spielen?
Ich glaube nicht!
Der kategorische Imperativ
am 19. Oktober 2007 um 14:18:Nein würde ich - oder wir - nicht. Warum auch. Dann würde sämtlicher Realismus fehlen, der dafür sorgt, dass es Spaß macht all diese Dinge wie eben Taktik und der gleichen eine Rolle spielen. Deswegen haben solche Spiele auch von der Spielzeit her gesehen eine wesentlich höhere als dumpfe Ballerspiele. Aber Du missverstehst auch eine andere Sache. Nehmen wir das Beispiel Egoshooter nochmal. Mit Realismus meine ich dann nicht nur, dass die Charaktere möglichst echt aussehen, sondern eben Dinge, wie das Headshots effektiver sind, als jemandem in die Hand zu schießen. Dann schieß ich dem doch aber nicht in den Kopf, weil das brutaler ist, sondern weil es effektiver ist –> mehr Spielspaß, weil auf höherem Spielniveau.
WoW-Fan
am 19. Oktober 2007 um 14:24:Ich bin auch der Meinung von dK. Daniel, du rennst genauso ins Extrem wie du es anderen vorwirfst. Mich würde mal deine, kurzgefasste ;o) Meinung interessieren, was Deiner Meinung zur Problemlösung helfen würde, weil du dich ja scheinbar über alles aufregst. Ich will nochmal auf den doch ziemlich guten Artikel verweisen: Die Diskussion geht an dem Problem vorbei und das Problem sind nicht die Games, sonder andere (wie Christian Toth ja bemerkt hat)!
@frisch.red:
Wenn die Welt so einfach wäre. dK hats ja gesagt, Jugendschutz ist gut, aber wie soll das umgesetzt werden. So einen Automaten will ich mal sehen ;)
@kI:
Ich habe leider auch nicht viel Ahnung davon. Wie wärs, wenn das mal keine Freiwillige Schutzkontrolle ist, sondern eine Verpflichtende?
Der WoW-Fan (der jetzt auch mal zocken geht ;) )
Fiesling
am 19. Oktober 2007 um 14:25:Gegenfrage: was soll so schlimm an Gewaltdarstellung in Unterhaltungsmedien sein?
In der gesamten Menschheitsgeschichte gab es das doch, von den römischen Arenen über Shakespeare zu Computerspielen.
Du könntest genauso gut fordern, dass keine Romane mehr veröffentlicht werden sollen, in denen ein Mord beschrieben wird.
Ich denke die Antwort auf deine Frage, warum man Gewalt sehen will liegt auf der Hand: es ist etwas was die Masse der Menschen in der Realität nicht tun will. Es reizt.
Ausserdem denke ich, so ein Plüschhäschen würde alles ein bischen kitschig machen, ausserdem würden kleine Kinder Angst vorm Osterhasen kriegen.
liebe grüße
Fiesling
Fiesling
am 19. Oktober 2007 um 14:29:Ganz kurz zur Freiwilligen Selbstkontrolle:
Soweit ich weiss, heisst nur die Organisation so, aber der Gesetzgeber macht die Urteile der Freiwilligen Selbstkontrolle verpflichtend.
Muss nicht stimmen, aber das ist das was ich in der Erinnerung hatte…
WoW-Fan
am 19. Oktober 2007 um 14:32:Stimmt, logisch das sowas reizt. Das heißt aber nicht, dass alle die das reizt eigentlich dazu tendieren leute umzubringen, es nur gerade so im echten Leben unterdrücken können… (eigentlich sind wir ja alle Massenmörder, haha)
Das Beispiel mit dem Roman ist zwar auch extrem… aber erstens sind das Plüschhäschen auch, und zweitens ist ja eben das, was so sehr auf unverständnis stößt, dass die Politiker zumindest den schein erwecken, so garkeine Ahnung zu haben…
WoW-Fan
am 19. Oktober 2007 um 14:34:Zur FSK: ist eiegntlich auch egal. Fakt ist, dass man sooooo einfach an Spiele kommt. Und warum kann man dann nicht einfach einführen, dass man den Ausweis einfach immer vorzeigen muss? Dann können ja die Eltern, wenn sie es erlauben, mitgehen oder es selber kaufen, oder wenn nicht, dann kriegt das kind das spiel nicht und dann ists ja richtig. Wo daran die Schwierigkeit ist weiß ich nicht…
Daniel
am 19. Oktober 2007 um 15:13:Missversteht mich nicht, ich selbst würde das von mir geschilderte Spiel auch nicht spielen. Ich weiß, die Darstellung war überspitzt, aber ich denke dennoch, das sie eines ganz klar zeigt: Gewalt(darstellung) HAT einen gewissen Reiz! Seien es nun Spiele oder Filme oder Romane oder oder oder.
Das Argument von dir, kathegorischer Imperativ, über Schüsse auf Hände oder Köpfe, die einen Spielrelevanten Unterschied haben ist natürlich nicht völlig von der Hand zu weisen, aber es ist nicht der Grund für den Reiz solcher Spiele. Auch Kopftreffer mit Eiern könnten von der Spielmechanik her andere Folgen haben, als Handtreffer. Will sagen, die Tatsache, dass man Menschen erschießt ist schon von Bedeutung. Der Realismus/die Gewalt sind von Bedeutung!
Ich will nocheinmal klarstellen, dass ich die “Killerspiele”-Gegner nicht verteidige. Ich bin nur gegen die Leute, die einfach abstreiten, dass die Gewaltdarstellung einen Reiz auf sie (warscheinlich auf jeden, irgendwie) ausübt.
Das ist nichts verwerfliches, wie Fiesling schon sagte (bzw. in seiner Gegenfrage andeutete). Es sind gesellschaftliche Normen, die es als verwerflich abstempeln. Man bedenke, dass der nackte Rücken einer Frau im Fernsehn vor einiger Zeit noch Protestwellen ausgelöst hat. Und soo schlimm, ist das nun wirklich nicht - auch nicht für 6jährige.
Das Problem ist nicht, dass es solche gewalttätigen Spiele gibt, das sage ich auch nicht - und darin stimmen wir alle hier überein - sondern das Problem ist, dass diese für bestimmte Probleme verantwortlich gemacht werden, mit denen sie (wahrscheinlich) nichts zu tun haben.
Was ich aber darstellen wollte ist, dass der Weg diese Fehldarstellungen zu beseitigen nicht der sein kann, dass man den Reiz der Gewalt leugnet, oder gar versucht der Gewalt positives abzugewinnen. (”arme unschuldige missverstandene Gewaltdarstellung”)
Eine kurze Lösung, wie du sie gefordert hast, wäre daher meiner Meinung nach nicht die Spiele zu verbieten, sondern eben diesen Reiz von (einem Gewissen Maß an) Gewaltdarstellung zuzugeben, und Kinder zu lehren damit umzugehen! Wir müssen Gewalt als Teil des Lebens erkennen (denn so ist es leider), um damit umgehen zu können. (Aufklärung für mehr Eigenverantwortlichkeit, statt Kontrolle!)
Wo die Grenzen liegen, kann dann jeder selbst entscheiden, ohne das Verbote nötig sind. Natürlich sollten bestimmte Inhalte weiterhin erst ab einem bestimmten Aler erhältlich sein, aber dann müsste es eben keine kompletten Indizierungen/Verbote geben.
Ich z.B. bin alt genug um rechtlich alles zu dürfen, aber entscheide trotzdem für mich selbst, das es bestimmte Filme/Spiele gibt, die ich wegen(!) ihrer Gewaltdarstelung einfach nicht sehen/spielen will.
FRiSCH-Red.
am 19. Oktober 2007 um 15:58:Sehr interessanter Gedanke von Daniel: Notwendig wäre es, “eben diesen Reiz von (einem Gewissen Maß an) Gewaltdarstellung zuzugeben, und Kinder zu lehren damit umzugehen! Wir müssen Gewalt als Teil des Lebens erkennen (denn so ist es leider), um damit umgehen zu können.”
Ansätze gibt es: z.B. Anti-Aggressionskurse in Schulen.
Sind nicht auch die Märchen der Brüder Grimm gewaltverherrlichend??? Zumindest sehr sehr drastisch.
Also rein mit dem Märchen in den Verbotsautomaten ;), meint
die FRiSCH-Red.
FRiSCH-Red.
am 19. Oktober 2007 um 16:09:Kennt ihr den Ego-Shooter BioShock?
Da sollen kleine Mädchen rumlaufen, die über eine den Spieler stärkende Substanz verfügen. 160 Einheiten davon bekommt man, wenn man sie tötet, aber immerhin noch 80 wenn man sie unverletzt von dannen ziehen lässt.Die Programmierer haben hier offenbar bewusst ein moralische Dilemma eingebaut. Sehr skurril.
Die FRiSCH-Red.
Fiesling
am 19. Oktober 2007 um 17:54:Viel ironischer finde ich an Bio Shock, dass die Problematik besprochen wird, was passiert wenn Forscher und Künstler keine Grenzen gesetzt bekommen. Denn das was dabei herauskommt ist keineswegs schön für die Menschen.
Die geschichte mit den kleinen Mädchen ist doch etwas komplexer als sie von der Gesellschaft zunächst abgestempelt wird (man schiesst auf Kinder): Man schiesst nie auf sie, der Tötungsakt wird nie dargestellt (zumindest nicht in der Version, die hierzulande gekauft werden kann, wies woanders ist weiss ich nicht) und die kleinen Mädchen sind nur Hüllen, die garkein menschliches Bewusstsein mehr haben. Man kann sie heilen, entweder mit oder ohne Zerstören des Körpers. Am Ende des Spiels werden die kleinen Mädchen sich, sofern man sie am Leben lässt, bedanken, denn die Kleinen sind Engel.
Aber ich glaube, dass ich hier ein wenig abschweife, ich wollte mich nur mal zu diesem Thema äußern, weil das ja meistens sehr begrenzte Aussagen über das Spiel waren, die man in der Presse lesen konnte.
Rosa Rot
am 23. Oktober 2007 um 15:38:Bin weiblich, 42 Jahre alt, Akademikerin und spiele seit ein paar Monaten mit wachsender Begeisterung WOW.
1. Der Ersatz fürs Spielen ist nicht lesen oder aktiv *sinnvolles* tun, sondern passives fernsehen.
2. WOW ist - im Gegensatz zum Fernsehen - interaktiv und beinhaltet die Kommunikation, die Zusammenarbeit und die Auseinandersetzung mit anderen real existierenden Menschen.
3. Nach Arbeitstagen, an denen man gern mal jemanden erwürgt hätte (wahlweise: Vorgesetzte, Kollegen, Kunden o. ä.) tut es sehr gut mal ein paar computergenerierte Monster platt zu hauen.
4. Wenn diese Spiele - in Massen - gespielt werden, ist das ein Hinweis darauf, dass sie real existierenden Bedürfnissen entsprechen. Die lassen sich nicht verbieten, sondern verschieben sich höchstens auf andere Bereiche, die nicht sinnvoller sein müssen.
cu^^ Rosa Rot
Daniel
am 23. Oktober 2007 um 17:40:Hallo Rosa Rot (und natürlich auch ihr anderen),
nachdem ich mich bereits ausgelassen über die Problematik der “Killerspiele” ausgelassen habe und die Tendenz zum vermitteln von Fehlinformationen angeprangert habe will ich mich (diesmal kürzer) auch zu MMORPGs äußern.
Das Problem ist lätztlich das selbe: Fehlinformationen und Verallgemeinerungen.
Ich kann dir nur zustimmen Rosa, WoW ist letztlich nur ein Ersatz für andere Beschäftigungen. Klar, darüber ob WoW “sinvoller” oder weniger “sinvoll” ist als anderes lässt sich streiten. Natürlich gibt es Dinge die “sinvoller” wären, aber als Mensch hat man nunmal manchmal das Bedürfnis nach Entspannung. Und als solche ist WoW ebenso gut geeignet wie alles andere.
Dummerweise hat das Spiel aber die Tendenz zu fesseln. Filme fesseln auch, und Bücher (oder nur bestimmte Kapitel), aber die gehen vorbei. MMORPGs meist nicht, sprich es kann leicht passieren, dass man davor hängen bleibt.
Im Normalfall ist auch das kein Problem, es kann jedoch zu einem werden, wenn man es nicht schafft sich zu mäßigen. Auch hier ist das Problem natürlich nicht das Spiel alleine, sondern das zusammenkommen von (suchtgefährdetem) Spieler und Spiel. Und dann treten Fälle von Sucht auf, Kinder hocken den ganzen Tag vor dem PC, ihre schulische Leistung sinkt, die Kontakte verkümmern und und und…
Das ist nicht die Regel, aber es gibt eben solche Fälle und die werden eben von Medien/Politikern immer wieder gerne herangeführt um die “Risiken” der MMORPGs anzuführen. Und weil ihnen eben nichts besserers einfällt, machen sie das selbe, was sie auch bei “Killerspielen” machen, um sich des MÖGLICHEN Problems zu entledigen. Sie verteufeln das Spiel und versuchen es zu verbieten. Bei MMORPGs gehen sie dabei zum Glück noch nicht so weit, wie bei “Killerspielen”, aber eine gewisse diskreditierung ist in der Branche durchaus zu beobachten.
Auch hier, nicht völlig zu Unrecht, weil es eben Fälle gibt, in denen das Spiel womöglich einer der Faktoren dafür war, dass eine Mutter ihr Kind verhungern ließ. Aber dennoch auch nicht zu Recht, weil man sonst vieles andere auch verteufeln/verbieten müsste, was in irgendeinem Zusammenhang mit schlimmen Ereignissen steht.
Was mich mal interessieren würde, Rosa, wie reagiert dein Umfeld darauf, dass du spielst. Wie bist du dazu gekommen?
Und vielleicht an alle: Kennt ihr auch “ältere” (Verzeihung, Rosa!) SpielerInnen und wenn ja wie reagiert IHR darauf?
Der kategorische Imperativ
am 23. Oktober 2007 um 18:22:Ich hatte mal einen älteren Herren, der etwas über 60 war. Er hieß Ulrich, und im Teamspeak hat man sehr deutlich gemerkt, dass er älter war. Gäbs kein TS hätte ich keinen Unterschied gemerkt. Außerdem war er ziemlich lustig, mit ihm habe ich sogar am liebsten die Instanzen unsicher gemacht, gerade weil er so alt war, er hat das ganze immer viel lustiger gestalten, mit solchen sprüchen wie: “Wenn mein Vater in dieser Situation gewesen wäre, dann hätte er die Kommunisten zum Teufel gejagt!” usw…. als ich aufhörte hat er noch gespielt!
FRiSCH-Red.
am 23. Oktober 2007 um 20:53:Beim Fiesling bedanken sich kleine Engel! Traumhaft
@Mitmenschen erwürgen:
Was ist denn nun mit den Agressionen? Nehmen sie zu, deshalb diese Spiele?
Man baut sie beim Spielen ab, es lenkt ab oder entspannt zu spielen. Es putscht aber auch auf, macht abhängig und lässt den Spieler im Zeitloch verschwinden.
Retter vom Genitiv
am 24. Oktober 2007 um 23:10:Kurz ein Wort zur FSK/USK:
Die FSK beschäftigt sich nur mit der Altersfreigabe von Filmen. Die Organisation, die sich mit Videospielen befasst heißt USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle).
Sowohl die einstufung der FSK, wie auch die der USK gelten als verbindlich.
Streng genommen, darf niemand ein Spiel mit USK 12 kaufen, wenn er nicht nachweisen kann, dass er mindestens 12 Jahre alt ist. Das Problem ist, dass man mit 14 meist keinen Ausweis mit sich herumträgt. Mir ist es tatsächlich einmal passiert, dass ich mit 15 Jahren ein Spiel ab 12 nicht kaufen durfte, weil es die Dame an der Media-Markt Kasse zu genau nahm. Allerdings folgt darauf ein zweiter Versuch an einer anderen Kasse und ich bekam das Spiel problemlos (immerhin war ich ja auch schon alt genug).
Allerdings ist es meines Wissens nach so, dass an Kassen, egal ob es sich um kleine oder große Geschäfte handelt, nur in seltensten Fällen nach einem Ausweis gefragt wird (was auf JEDEN Fall die Pflicht einer Kassiererin/eines Kassierers ist). Bei Videospielen ist es irgendwie wie beim Alkohol: Man darf zwar in einem bestimmten Alter noch nicht, aber es ist nicht einmal annähernd kompliziert trotzdem dranzukommen.
Bevor man nun den Jugendschutz verschäft (und das gilt für (um das schöne Wort nocheinmal zu benutzen) “Killerspiele” sowie für Alkohol und Zigaretten) sollte die Politik sich Möglichkeiten ausdenken, wie man dafür sorgen kann, dass bestehende Gesetze eingehalten werden.
Ich glaube mittlerweile ist wissenschaftlich bewiesen, dass eher gewaltlose Menschen, die Videospiele (vorsicht nicht “Killer”- sonder allgemein Videospiele) spielen, nach längerer Zeit an Gewaltbereitschaft zulegen. Oft seien sie sogar gewaltbereiter, als von Natur aus eher zu Gewalt neigende Menschen, die nicht spielen. (das gleiche gilt auch fürs Fernsehen)
Wenn man es aber in Maßen hält finde ich das spielen (auch von “Killerspielen”) durchaus in Ordnung. Ich spiele selbst auch gern ab und zu. Dass es sich dabei nicht um Ego-Shooter handelt, liegt wohl einzig daran, dass ich dafür irgendwie zu langsam bin… ich bin immer tot, bevor ich überhaupt jemanden entdeckt habe…
Als Schlusswort: Die Politik greift DEFINITIV am falschen Punkt an. Erstens verallgemeinerrt sie und zweitens macht sie Gesetze, bevor die bestehenden eingehalten werden… was erwarten die sich also von den neuen? Das sie funktionieren?
Fiesling
am 25. Oktober 2007 um 00:40:Ich habe persönlich die Aggresion nie in Spielen beachtet, bis die Gesellschaft diese darin kritisiert hat. Ich baue dort keine ab oder auf.
Okay ich gebs zu: wenn man wieder mal gegen den kleinen Bruder beim Fussballspiel auf der Playstation verloren hat, fliegen auch mal die Fetzen.
Ergo sollten Sportsimulationen verboten werden, keine Ego-Shooter!
Abseits der Ironie würde ich die Aggressionen zwischen mir und meinem Bruder aber eher in unserer Hassliebe sehen, das Videospiel ist nur ein guter Vorwand, die Liebe ihm gegenüber für 2 sekunden mal auszuschalten.
lg, der leicht ironische Fiesling
ps: Wenn aus Ego-Shooter-Spielern Amokläufer werden, was wird dann aus Echzeit-Strategie-Spielern, die stundenlang ganze Armeen kontrollieren?
Der kategorische Imperativ
am 25. Oktober 2007 um 09:39:Hehe, also ich stimme euch beiden zu, und natürlich ist gut, dass ich korrigiert wurde, es heißt ja tatsächlich USK und nicht FSK! Danke an dieser Stelle dafür. Genau darum gehts dann aber auch, um die USK die einfach nicht eingehalten wird. Es gibt einfach bestimmte Lebensphasen in dem Counterstrike beispielsweise unterschiedlich auf den Jugendlichen wirkt, mit 12 nämlich anders als mit 18. Ich frage mich immer, warum die Kassierer/-innen eigentlich so gut wie nie! den Ausweis sehen wollen, selbst wenn sie Zweifel haben. Hier müsste es eigentlich heißen, im Zweifel fürs Gesetz, so wie im Beispiel vom Retter des Konjunktivs. Aber dann fällts mir sofort danach auf, wahrscheinlich haben die sogar die Anweisung nur ab und an wenns wirklich offensichtlich ist nachzufragen, sonst würden die Umsätze ja radikal zurückgehen. Am Zeitaufwand kanns nicht liegen, sonst würden nicht die Kassierer/-innen im Tengelmann bei der Sechzehnmeterschlange nochmal in jede Tasche gucken wollen. Tja, sind wohl die Kapitalisten schuld, ne?
der anti-kapitalistische
kI
FRiSCH-Red.
am 25. Oktober 2007 um 12:31:@Fiesling
Zum Glück steht dem Computer-Feldherrn in der Realität (zumindest hierzulande) keine Privatarmee zur Verfügung. Nicht auszudenken…
Aber an echte Schusswaffen zu kommen, scheint etwas einfacher zu sein.
@all
Der Jugendschutz müsste also bereits an der Kasse umgesetzt werden. Wird er aber nicht. Retter vom Genitiv hat Recht: erstmal bestehende Gesetze anwenden, bevor neue beschlossen, aber dann auch nicht angewendet werden.
findet die FRiSCH-Red.
friedlicher gamer
am 25. Oktober 2007 um 20:09:Die Diskussion geht nicht am wahren Problem vorbei, es gibt eher kein wahres Problem und die Diskussion ist überflüssig.
Ich bin jugendlicher, der öfters mal ein Ballerspiel spielt, das auch gerne mit meinen Freunden zusammen tue, weil da mehr Stimmung aufkommt, und lebe in einem sozial gefestigten Umfeld. Auf einer Gewaltbereitschaftsskala von minimal 1 bis maximal 10 würde ich mich um 2 bis 3 ansiedeln. Der härteste Gamer aus der Clique kann getrost mit 0 eingeordnet werden. Schlägereien und Amokläufe kommen schlichtweg nicht von Videospielen. Ein Schreinergeselle kann sich auch beim Holzhacken auf einen Amoklauf einstellen, soll man deswegen das Holzhacken verbieten?
alles Schwachsinn…
Schäfi
am 26. Oktober 2007 um 08:22:Ich finde die Idee mit verstärkten Kontrollen an der Kasse gar nicht schlecht, denn es hat nicht jeder einen großen Bruder oder Eltern, die es unterstützen, dass man Spiele spielt, für die man noch nicht alt genug ist. Die Idee mit den Testkäufern von Frau von der Leyen ist meines Wissens nach ja vom Tisch - vielleicht wäre das aber doch ganz hut, damit die Geschäfte anfangen, ordungsgemäß zu kontrollieren, wenn sie eine Strafe erwartet, weil nicht nach dem Ausweis gefragt wurde… Dabei sollte nicht die Kassierin bestraft werden, sondern das Unternehmen, wohlgemerkt! Die Kassierer handeln ja auch nur nach Anweisungen.
Fiesling
am 26. Oktober 2007 um 13:57:Nunja, die Kassierer da von aller Schuld zu befreien ist Unfug, das sind auch Menschen, die in dem Punkt eine nicht zu unterscdhätzende Verantwortung haben…
Deswegen frage ich mich, warum es so schwierig für die Kassierer ist, nach dem Alter zu fragen und bei zweifel eben das Spiel nicht rauszugeben, genauso beim Alkohol. Bei Discos und Clubs funktioniert das doch blendend (natürlich kommen da auch Minderjährige rein, aber die sind da doch klar in der Unterzahl).
Daniel
am 26. Oktober 2007 um 14:59:Das ist nicht das Problem: es ist auch eine Unterzahl, die auf die Art an Spiele kommt. Inzwischen wird schon auch oft kontrolliert, wie auch der Retter vom Genitiv (des Genitivs?) erzählt hat. Aber viele bekommen eben durch Freunde/Verwandte/Bekannte die Spiele. Und unterm Strich reicht den Politikern, die es verbieten wollen die Tatsache, DASS Kinder an Spiele kommen um, egal wie. Sie erkennen (eigentlich richtigerweise, wie ich finde), dass man etwas dagegen tun muss. Ihnen fällt nix ein, also verbieten sie solche Spiele (oder wollen es).
Soll heißen, ineffektive Kontrolle wird wie keine Kontrolle behandelt, weil es nun eben doch eine Minderheit gibt, die an die spiele kommen. Und da selbst efektive Kontrolle nicht verhindert, dass andere die Spiele für die Kinder kaufen… tja.
Die Idee Aufklärung statt Kontrolle zu nutzen kommt halt keinem.
Schäfi
am 26. Oktober 2007 um 18:59:@ fiesling: ich bin sicher, es gibt in vielen läden die - natürlich inoffizielle - anweisung, nicht so genau nachzufragen bei altersbeschränkten waren. denn es sind ja vor allem minderjährige, die den umsatz bei videospielen hochtreiben. die geschäfte wollen sich ja nicht ins eigene fleisch schneiden.
Olaf aus Frankfurt-Nordend
am 27. Oktober 2007 um 10:45:Da wir hier in D auf dem allerbesten Wege in eine “Gutmenschendiktatur” sind, werde ich mich demnächst zu meinem Grosscousin nach Beuthen / Bythom (Oberschlesien-Polen) abseilen.
Hätte ich vor 10 Jahren nicht gedacht, dass es noch mal so weit kommen würde. Rauchverbote, Denkverbote, Spielverbote, PC-Neusprech (”Neues-Prekariat” statt Unterschicht, “sozialethisch desorientierte Jugendliche mit Migrationshintergrund” statt Türkengang) … wir sind ein unfreies, verklemmtes und ängstliches Land ohne gesundes Selbstbewusstsein geworden, mit riesengrossen Bergen an sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Problemen.
Dass gewisse Spiele einen Suchtfaktor haben, will ich gar nicht bestreiten. Aber das sie per se gewalttätig machen ganz entschieden dagegen!
WoW-Fan
am 27. Oktober 2007 um 11:07:Tja, gut dass du mit dieser einstellung wegziehst. das hilft wohl keinem weiter…
O'Germanese
am 27. Oktober 2007 um 12:58:Ehrlich gesagt sehe ich trotz aller Studien und Statistiken keine Verbindung zwischen gewaltätigen Spielen und gewaltätigen Verhalten. Meine Cousins in Süditalien, einem Land, das nicht von anal fixierten Beamten regiert wird, spielen seit ihrer frühsten Kindheit in Deutschland indizierte Spiele auf ihrer PS2, und ich habe sie bis jetzt noch nicht dabei erwischt wie sie arme unschuldige Tiere quälen. Deswegen denke ich, dass diese Hetze gegen die Videospiele nichts anderes ist als eine Wiederholung des immergleichen Musters des Konservatismus ist. Als das Kino erfunden wurde gab es auch in den 20gern ein Haufen alter Moralapostel, die behaupteten es würde die Jugend zum Verderben führen. Deswegen finde ich: “Wenn man keine Ahnung hat, lieber einfach mal den Mund halten…”
Retter vom Genitiv
am 27. Oktober 2007 um 16:25:@ Olaf: Denkverbot?
Ich weiß ja, dass in Deutschland einiges Verboten ist, was man den Menschen in vielen anderen Ländern erlaubt. Manche von den Dingen finde ich gut, andere eher nicht.
Wir sind aber definitiv kein unfreies Land. (Bei uns wird keiner ermordet, weil er regiemkritisch ist.) Mehr sage ich dazu nicht, weil das hier nicht Thema ist.
@ O’Germanese: Gewalt beginnt nicht beim quälen von Tieren. Gewalt beginnt schon da, wo andere fertig gemacht werden, oder Androhung von körperlicher Gewalt benutzt wird um etwas zu erreichen. ich will natürlich deinen Cousins nicht unterstellen sie würden das tun, ich wollte eben nur kurz anmerken, dass Tierquälerei nicht das erste Anzeichen ist.
Nun zum eigentlichen Thema: Aufklärung statt Kontrolle finde ich gut. Weniger aber Aufklärung im Bereich Videospiele, sondern mehr im Bereich Gewalt im allgemeinen (körperliche wie psychische).
Das Problem ist, dass es letztendlich nicht klappen kann, solange die großen dieser Welt das Prinzip der Gewaltlosigkeit nicht selbst verfolgen. Solange die Nachrichten von Gewalttaten dominiert werden, solange ein demokratischer Präsident, wegen Öl, oder was auch immer, Truppen in einen “Schurkenstaat” sendet. Solange einige Länder ABC-Waffen besitzen “dürfen” und andere nicht. Solange es von oben nicht vorgemacht wird werden auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene niemals davon abgehalten werden Gewalt als Mittel zu sehen.
Das “Der-stärkere-gewinnt”-Prinzip ist finde ich ein viel größeres Problem als Videospiele.
Ich denke weiterhin, das Videospiele gewaltbereitschaft fördern können (nicht bei jedem müssen), aber sie sind sicher nicht der schwerwiegendste Grund, der Jugendliche zur Anwendung von Gewalt treibt. Beispielsweise senkt Alkohol die Hemmschwelle (kurzzeitig) bestimmt mehr als ein “Killerspiel” es vermag.
O'Germanese
am 27. Oktober 2007 um 17:59:@Retter vom Genitiv: Die subtile Kunst der Argumentation ist dir wohl nicht bekannt. Natürlich ist die Tierquälerei nicht das einzige Anzeichen eines bestimmten Hangs zur Gewalt, jedoch für alle einleuchtend als solches zu erkennen. So viel zur Analfixiertheit.
Retter vom Genitiv
am 27. Oktober 2007 um 20:26:@O’Germanese: Ich enthalte mich jedes Kommentars zu “Analfixiertheit”, da Diskussionen auf einer unfreundlichen Ebene keinen Sinn mmchen.
Den Gedanken, den ich zum Ausdruck bringen wollte, war lediglich der, dass man bei Jugendlichen nicht immer nur auf Anzeichen KÖRPERLICHER Gewalt achten sollte, denn auch Mobbing, Drohungen, und ernst gemeinte Beleidigungen etc. sind eine Art von vollkommen unnötiger Gewalt.
Der freundliche
Retter vom Genitiv
Schäfi
am 28. Oktober 2007 um 10:01:Ich denke auch, dass Aufklärung der effektivste Weg ist, den “Killerspielen” ihren negativen Charakter wegzunehmen. Und das auf beiden Seiten, auf der Ebene der Politik und auch bei denen, die diese Spiele spielen.
Torben
am 28. Oktober 2007 um 10:22:Ich denke auch, dass Computerspiele nur bei solchen Kindern und Jugendlichen Gewalt fördern, die sowieso schon dazu neigen. “Killerspiele” sind also nicht der Grund für mehr Gewalt, sondern nur ein Auslöser. Es würde sich ein anderer Auslöser ergeben, wenn es keine Computerspiele gäbe. Das heißt natürlich nicht, dass jedes Spiel für jedes Alter angemessen ist. Aufklärung ist da natürlich sehr wichtig, auch was psychische Gewalt angeht.
@O’Germanese: Ich finde, du verschärfst die Diskussion unnötig. Deine Art zu Argumentieren beruht außerdem auf Scheinargumenten.
Da ist nix subtil dran und du brauchst dir nix drauf einbilden.
c.d,
am 29. Oktober 2007 um 01:38:Mal ganz ehrlich: Müssten wir nicht alle Amok laufen, angesichts der weltweiten Katastrophen, Hungersnöte, Kriege und Umweltprobleme?
Welche Wertvorstellungen vermittelt denn die moderne Gesellschaft mit agressiven Songtexten, gewalttätigen Fernsehsendungen und allgegenwärtiger sexistischer Werbung den Kindern und Jugendlichen?
Die politisch Verantwortlichen sind nicht in der Lage Perspektiven anzubieten und lenken immer wieder mit populistischen Methoden von ihren Fehlern ab.
Statt Arbeitsplätze zu schaffen werden Spiele als Wurzel des Übels angeprangert.
Nach und nach werden bundesweit selbstverwaltete Jugendzentren geschlossen und die Jugendlichen durch kommerziell ausgerichtete Angebote zur Alkohol- und Nikotinsucht verführt.
Statt Kultur, Bildung und Information gibt es Verbote. Das ist einfach und die entstehende Diskussion lenkt zusätzlich von den wahren Problemen ab.
Das Egoshooter ein “Auslöser” für Gewalttätigkeit sein sollen ist sicher genauso wahr, wie die “Tatsache”, dass nach Haschischrauchen die Heroinsucht kommt.
Kinder und Jugendliche begreifen anscheinend nicht, dass ein Teil der von PolitikerInnen gemachten Äusserungen und Verbote lediglich dem Schutz von Besitzständen dient.
Man stelle sich mal vor: Hunderttausend Jugendliche, die durch Counterstrike gewalttätig werden und dann mit einem Messer bewaffnet Amok laufen.
Die Gewalt ensteht aus der Ohnmacht, aus Angst und aus Frustration vor den anstehenden -von den PolitikerInnen zu verantwortenden- Problemen auf unserer Welt.
Nicht durch Spiele.
HF + GL
Der kategorische Imperativ
am 29. Oktober 2007 um 10:43:Ich bin ja auch dafür, dass die Gesetze endlich richtig umgesetzt werden. Ich glaube zwar, dass dadurch nicht die Gewaltbereitschaft abnehmen wird, denn wie wir bereits feststellten, es gibt genug Alternativen. Aber Zumindest kann man das dann nicht so auf z.b. videospiele abschieben und muss die Probleme richtig anpacken, wie z.b. durch die oben genannten jugendzentren. Was mir dazu aber noch eingefallen ist, ich halte es für nicht unrealistisch, dass sofern wirklich spiele härter zensiert werden und die waren echt nurnoch an die richtigen Altersgruppen verteilt werden eine ähnlich illegale Szene aufkommen könnte wie zu Zeiten des “Prohibition” in den USA. Die Leute beschaffen sich das doch ehh irgendwie…
dK
Retter vom Genitiv
am 29. Oktober 2007 um 17:05:In der DDR konnte man, gegen ein gewisses Entgeld, auch Platten aus dem Westen bekommen. So viel nur als kleine Untermauerung zum Kommentar des kI.
Fiesling
am 29. Oktober 2007 um 23:52:Dass die Kinder und Jugendliche an Spiele kommen, die für Erwachsene freigegeben sind, ist das eine Problem, das andere, viel schwerwiegendere ist meiner Meinung nach, dass der Staat volljährigen Menschen vorschreiben will, was er spielen darf, was er für filme sehen darf, was er für musik hören darf und was nicht! Etwas anderes als die Beschneidung der persönlichen Freiheit ist das Indizieren von Unterhaltungsmedien nämlich nicht. Was meiner Meinung nach unterschätzt wird, um mal ein anderes Themenfeld aufzugreifen, ist die Alterseinstufung von Musik: Dass Kinder sexistische, gewalt- und drogenverherrlichende Lieder ohne weiteres hören dürfen, bei Filmen und Videospielen gerade diese Kriterien zu einem Verkaufsverbot führen ist absurd (natürlich ist mir klar, dass es indizierte Musik gibt, nur ist Indizierung mMn Schwachsinn, man braucht hierfür wie bei den anderen Medien eine angemessene Altersfreigabe). Da sollte man nicht mit zweierlei Maß messen, zumal ich denke, dass es mehr Kinder gibt, die Aggro-Berlin hören, als Kinder die Counterstrike spielen.
lg Fiesling
Daniel
am 30. Oktober 2007 um 17:38:Hey fiesling, höre ih da eine unterschwellige Aufforderung zur Anarchie?
“Wir wollen keine Verbote, wir wollen keine Einschränkung in der persönlichen Freiheit, wir wollen nicht, das andere uns sagen, was wir dürfen und was nicht…”
Im ernst: Kontrolle und Verbote (auch für Erwachsene) sind schon sinvoll und nötig, zumindest in einem gewissen Maß. Ich finde es daher völlig ok, dass es einfach verbotene Dinge gibt (Pornografie mit Minderjährigen, bestimmte (”Nazi”-)Liedtexte usw.), und denke es führt am Thema vorbei, jetzt noch darüber zu diskutieren, ob es ok/richtig ist, das der Staat auch Volljährigen vorschreibt, was sie spielen dürfen. (Im übrigen verbietet der Staat das Spielen ja nicht, er verbietet nur das verkaufen/kaufen… oder irre ich da?)
Volljährige sollten genausowenig das Recht haben Spiele zu spielen, die tatsächlich explizit zu Gewalt aufrufen oder fremdenfeindliche Inhalte vermitteln oder so.
Solche Spiele gehören durchaus verboten, damit habe ich kein Problem.
Nur dass die Spiele als Sündenbock genutzt werden, um sich davor zu drücken die tatsächlichen Probleme anzugehen, das geht so nicht!
Ansonsten wäre mein Vorschlag Amokläufe einfach zu legalisieren, dann hätten wir das Problem mit den “Killerspielen” nicht. =)
und vielleicht noch folgendes, für alle, die noch etwas mehr über das Thema wissen wollen:
http://gehirnverschmutzung.now–here.de/killerspiele.php
(Achtung! man sollte Ironie verstehen!!)
Fiesling
am 30. Oktober 2007 um 18:11:Lieber Daniel,
Nein ich will keine Anarchie, denn Anarchie ist für das Individuum fast wie die Diktatur (wobei ich die Diktatur noch das “angenehmere ist”).
Mit der Einschränkung für Erwachsene sehe ich es durchaus ähnlich wie du, denn man muss auch sehen, dass es Grenzen gibt, wie eben Kinderpornographie, Fremdenfeindlichkeit oder nationalsozialistisches Gedankengut! Doch muss man auch beobachten, dass gerade das Kriterium “gewaltverherrlichend” extrem dehnbar ist! Es ist in keinster Weise konkretisiert.
Genauso wirst du hoffentlich bemerkt haben, dass sich der Kontrollwahn unserer Vertreter in der Politik ungesund entwickelt. Ich will nicht, dass mir jemand verbietet, einen Film zu kaufen in dem Selbstjustiz in einem “guten” Licht steht (Der blutige Pfad Gottes), obwohl ich volljährig bin, noch viel weniger will ich aber, dass der Staat ohne mein Wissen vollen Zugang zu meinem PC hat und alles was ich mache protokolliert.
Denkst du nicht auch, dass das ein wenig über das Ziel hinaus schießt?
Bei der Musik ist es genauso: Es wurde ein Album einer bekannten deutschen Band indiziert (also der Verkauf verboten), weil man ein Lied unter einem bestimmten Aspekt INTERPRETIERT hat (wobei der von der Prüfstelle angegebene Text nicht einmal dem Original entspricht). Es gab auf diesem Album ein Lied, das die Wünsche und Gedanken eines Kindermörders und Kannibalen wiederspiegelt, doch der Grund für die Indizierung war ein Fussballlied, das nicht einmal explizit zur Gewalt auffordert oder übermäßig fremdenfeindlich ist, bei diesem Lied ist (zumindest aus meiner sicht als Fussballfan) viel Phantasie nötig um es als eindeutig nationalsozialistisch abzustempeln.
Ich will ja garnicht sagen, der Staat soll alles erlauben, aber mMn verbietet er in den letzten Jahren und Jahrzehnten ein bischen zu viel, mir kommt es sogar so vor, dass er bei dem Indizieren nicht auf die “potenzielle Gefahr für die Jugend”, sondern den wirtschaftlichen oder politischen Aspekt einer solchen Indizierung achtet!
lg Fiesling
Daniel
am 30. Oktober 2007 um 18:56:Ich kann dich ja durchaus verstehen, auch ich finde, dass die Indizierung in letzter Zeit zu weit geht. Oftmals sind bestimmte Texte/Filme vollkommen ironisch gemeint und z.B. bewusst GEGEN irgendetwas (z.B. gegen Nationalsozialismus) aber sie werden trotzdem indiziert, nur weil sie das Thema behandeln. Ich kann deine Aufregung über die Indizierung also durchaus verstehen und teile sie auch weitgehend - das mit der Anarchie war auch eher augenzwinkernd gesagt, wie auch die Idee Amokläufe zu legalisieren.
Problem ist nur mMn die Frage WER bestimmt, welche Indizierungen gerechtfertigt sind und welche nicht. Mit anderen Worten: Wer kontrolliert die Kontrolleure? DU? Ich? Das ist das Problem…
Und eines noch, weil wir jetzt immer vom bösen Staat gesprochen haben bzw. von den bösen Politikern, das indizieren macht ja immer noch die FSK/USK. Die Diskriminierung bestimmter Spiele und der Versuch sie, aus dem Irrglauben sie wären die (einzige) Ursache für Gewalt, zu verbieten, DAS macht der böse Staat.
Fan-artiger
am 30. Oktober 2007 um 22:15:Moin zusammen!
@Fiesling
Ich wäre an deiner Stelle vorsichtig Vergleiche mit “Böhse Onkelz” zu ziehen (die passenderweise grade bei mir laufen;)) da dies leider immer noch ein heikles Thema ist und die Meinungen dazu genauso oder stärker von Halbwahrheiten, Unwissenheit und “objektiver” Meinungsbildung auf BILD-Niveau geprägt sind.
@Daniel
Wer die Kontrolleure kontrolliert? Im Zweifelsfall das Volk,da es sich um eine Behörde der Bundesregierung dreht und nun mal bei uns die Macht beim Volk liegt.Ob dem nun so ist darfst du für dich selbst entscheiden;)
Zum Thema Kontrolle:
Ich bin der Meinung das die lieben Eltern in erster Linie mal zugucken sollten was ihr kleinen Monster den ganzen Tag so treiben und sich mit dem Thema auseinandersetzen.Immerhin ist es die Aufgabe der Eltern (neben der Schule) ihre Kinder zu erziehen.
Außerdem sollte man Bedenken das unsere lieben Politiker einfach zu alt sind um dieses “neue Medium” zu verstehen.Jede Generation sieht nun mal ihre Kommunikationsmittel als absolut an und verteufelt alles neue.Alte Leute machen Politik für alte Leute.
Wo wir beim Thema alt sind:Gewaltätige Computerspiele sind nur eine
Verlagerung der “Unterhaltungsform Gewalt” ins Virtuelle. Gladiatorenkämpfe,Rittertuniere,Militärwettkämpfe,Boxkämpfe,Gotcha und Comics sind die Vorläufer von Counter-Strike,Doom usw. Gewalt ist nun mal die einfachste Form Unterhaltung zu erzeugen, allerdings wird durch die Interaktivität eben eine neue Stufe erreicht.Falls ihr das nächste mal eine Fachzeitschrift für PC- oder Konsolenspiele kauft schaut doch mal nach wie viele absolut gewaltfreie Spiele es gibt-sehr wenige.Egal welches Genre, selbst bei “knuffigen” Spielen der Siedler-Reihe kann ich ganze Armeen in den Tod rennen lassen.Das sieht dann eben nicht so toll aus wie bei C&C3 aber das Prinzip bleibt gleich.Wahrscheinlich liegt es in unserem Land (das nebenbei Bemerkt die härtesten Jugendschutzgesetze Europas&Amerikas hat) daran,dass ein so starker Widerstand gegen “Gewaltspiele” oder solche die es sein sollen besteht wegen der deutschen Vergangenheit und der Angst davor eine Generation von Menschen mit gesenkter Hemmschwelle heranzuzüchten die richtig “falsch” beeinflusst Gewalt zur Lösung von Konflikte einsetzt(mir fallen spontan die Worte “HJ” und “reihcskristallnacht” ein.Vielleicht ist das aber auch etwas zu weit hergeholt…).
Es würde wahrscheinlich kaum jemanden geben der seinen Kinder verbietet Tom&Jerry (”ach ja die lustigen Trickfilme”….wohl eher die perfekte Ausbildung zum Mord mit Haushaltsgegenständen;) zu gucken,Cowboy&Indianer (Genozid-Simulationen sind doch was tolles;) zu spielen oder guckt euch mal den Strubbelpeter an-der ist jugendgefährdend! ach halt nein das ist ja “Literatur”.
ps: Amokläufe und auch die Fälle von Kindesentführung machen statistisch gesehen einen winzigen Prozentsatz der Kriminalitiätsrate aus (trotzdem ist jedes Verbrechen dieser Art zu viel),dummerweise sieht das laut Medien anders aus.
pps: Ich bin seit meinem 10 Lebensjahr begeisterter Spieler und habe mit Unreal angefangen zu spielen (mehr schlecht als recht;) und spiele seit 2 Jahren WoW.
gruß
Fan-artiger:)
Fiesling
am 30. Oktober 2007 um 22:39:Das ist so nicht richtig.
Die USK/FSK gibt Altersbeschränkungen an. Die BpjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) indiziert. Das kann sie allerdings nur, wenn die USK/FSK keine Jugendfreigabe erteilt. Wird ein beispielsweise ein Spiel ab 16 Jahren freigegeben, kann die BpjM es auf keinen Fall indizieren.
Interressant ist allerdings, dass die Indizierung erst von einem Gremium beschlossen werden muss, das sich aus den Vorsitzenden (oder den stellvertretenden Vorsitzenden) und Beisitzern aus den Gruppen
* Kunst
* Literatur
* Buchhandel und Verlegerschaft
* Anbieter von Bildträgern und Telemedien
* Träger der freien Jugendhilfe
* Träger der öffentlichen Jugendhilfe
* Lehrerschaft
* Kirchen
* Vertretern aus den für den Jugendschutz zuständigen Landesministerien zusammensetzt!
Eine Indizierung kann nur mit 2/3 Mehrheit erreicht werden. Das finde ich theoretisch ganz gut so.
Nur wie schon an der Kasse ist es nicht unwahrscheinlich, dass, nach meinem rein subjektivem Standpunkt, das Gesetz lasch umgesetzt wird.
Eine Ergänzung zu dieser Regelung wäre es, eine Möglichkeit für die Vertreiber von indizierten Medien einzurichten, zwei weitere dieser Gremien (natürlich mit anderen Personen) ihr Produkt “testen” zu lassen, damit das Ganze ein wenig an Objektivität gewinnt.
Paradox ist nur: Was geht es den Jugendschutz an, welche Unterhaltung Volljährige zu konsumieren haben und welche nicht? Ein Staat der erwartet, dass seine Gesetze nicht ernst genommen und durchgesetzt werden? Und: warum keine Freigabe ab 21 einführen? Dann ist man keinesfalls mehr Jugendlicher vor dem Gesetz!
So schwer sollte das nicht sein, ich sehe ausserdem keinen Nachteil in solch einer Regelung.
lg Fiesling
Alte Schachtel
am 31. Oktober 2007 um 09:10:@Fan-Artiger:
Ich wollte in diesem Blog eigentlich nicht schreiben, weil ich altersmäßig schon seeeeeeeehr weit von der Zielgruppe weg bin. Habe bisher nur interessehalber mitgelesen.
Aber einiges in deinem Beitrag reizt mich doch zum Widerspruch;
1. “Ich bin der Meinung das die lieben Eltern in erster Linie mal zugucken sollten was ihr kleinen Monster den ganzen Tag so treiben und sich mit dem Thema auseinandersetzen.Immerhin ist es die Aufgabe der Eltern (neben der Schule) ihre Kinder zu erziehen.”
Weil das aber leider Gottes einige Eltern nicht für nötig halten, sind gewisse staatliche Kontrollen nicht so ganz verkehrt.
2. “Jede Generation sieht nun mal ihre Kommunikationsmittel als absolut an und verteufelt alles neue.Alte Leute machen Politik für alte Leute.”
Ich gehöre zwar zu den ‘alten Leuten’, kann aber sicher nicht behaupten, dass die Politiker Politik ‘für mich’ machen. Die sähe anders aus!
Und was die Kommunikationsmittel betrifft: E-mail finde ich entschieden besser als snail-mail. Wer hätte das gedacht, in meinem Alter? *Ironieoff*
3. “Es würde wahrscheinlich kaum jemanden geben der seinen Kinder verbietet Tom&Jerry (”ach ja die lustigen Trickfilme”….wohl eher die perfekte Ausbildung zum Mord mit Haushaltsgegenständen;)”
Falsch gedacht. Es gibt mehr als genug Eltern, die ihre Kinder sowas wegen Brutalität nicht sehen lassen. Schweinchen Dick wurde vor Jahren sogar aus dem Programm geworfen, wegen Protesten der Zuschauer.
Es gibt sogar Eltern, die aus diesem Grunde keine Märchen vorlaesen. Sie sind der Meinung, dass die Kinder die darin enthaltenen Grausamkeiten nicht verkraften.
4. “….Gewaltätige Computerspiele sind nur eine
Verlagerung der “Unterhaltungsform Gewalt” ins Virtuelle. Gladiatorenkämpfe,Rittertuniere,Militärwettkämpfe,Boxkämpfe,Gotcha und Comics sind die Vorläufer………”
Hier stimme ich dir vollkommen zu.
Um noch etwas zu dem ursprüngölichen Thema zu sagen: Ego-Shooter machen keine Amok-Läufer. Da gehört noch eine ganze Menge mehr dazu.
Und wie Kinder und Jugendliche Gewaltdarstellungen in Filmen, Büchern usw. verarbeiten, liegt sehr viel mit an den Eltern. Die sollten sich die Zeit nehmen, Filme mit ihren Kindern anzusehen und darüber zu reden. Bei Büchern sollten sie informiert sein, was die Kinder lesen und die Inhalte mit den Kindern erörtern.
Dass das unheimlich viel ausmacht, habe ich bei meiner jüngsten Tochter gesehen. Die anderen Eltern waren manchmal ganz entsetzt, was sie sich m i t m i r zusammen angucken durfte. Aber wir haben jederzeit sofort über das Gesehene gesprochen und ich habe ihr erklärt, wie solche Aufnahmen entstehen. Es gab nie die geringsten Probleme.
Eine ihrer Freundinnen im Kindergarten durfte mit ihrem jüngeren Bruder nur soganannte kindgerechte Filme sehen. Die beiden saßen allerdings stundenlang allein vor diesen Filmen. Darüber gesprochen wurde auch nicht, weil die Mutter ja keine Zeit hatte diesen Kinderkram mitzugucken.
Sie wunderte sich nur fürchterlich, warum die zwei nachts Alpträume hatten.
FRiSCH-Red.
am 31. Oktober 2007 um 13:16:Zu eurer Erheiterung: So könnte der Prototyp des oben beschriebenen Verbotsautomaten aussehen. Die Skizze stammt von FRiSCH-Reporter Alex. Oben Alkohol, Killerspiel und was sonst noch zu verbieten ist rein, an der Seite kommt - automatisch - das Verbot heraus, das von allen befolgt wird, versteht sich ;)
Gruß
die FRiSCH-Red.
Whooky
am 01. November 2007 um 10:10:Also ich finde das Shooter-Games weniger mit Gewaltspiegelung zu tun haben als mehr mit Reaktion. Das dort grafisch Gewalt dargestellt wird ist klar aber für wohl die meisten Spieler peripher da es bei Shootern eher um die schnelle Reaktion geht. Bei Online-Shootern muss man das wie eine Art Sport sehen wo der schnellste gewinnt. Habe bis jetzt noch keinen getroffen (online wie auch Reallife) der mir berichtete das er solche Spiele spielt weil er die Gewalt so schätzt. Wenn man sagen würde jeder der morgens Brot isst wird aggressiv, wäre dies genauso eine sehr bizarre Theorie, oder??
Fan-artiger
am 01. November 2007 um 21:34:@ alte schachtel
“Eine ihrer Freundinnen im Kindergarten durfte mit ihrem jüngeren Bruder nur soganannte kindgerechte Filme sehen. Die beiden saßen allerdings stundenlang allein vor diesen Filmen. Darüber gesprochen wurde auch nicht, weil die Mutter ja keine Zeit hatte diesen Kinderkram mitzugucken.
Sie wunderte sich nur fürchterlich, warum die zwei nachts Alpträume hatten.”
Meine Aussage richtete sich gegen den von dir beschriebenen Fall,nicht gegen eine staatliche Kontrolle im allgemeinen welche ich für durchaus sinnvoll halte.
“Falsch gedacht. Es gibt mehr als genug Eltern, die ihre Kinder sowas wegen Brutalität nicht sehen lassen. Schweinchen Dick wurde vor Jahren sogar aus dem Programm geworfen, wegen Protesten der Zuschauer.
Es gibt sogar Eltern, die aus diesem Grunde keine Märchen vorlaesen. Sie sind der Meinung, dass die Kinder die darin enthaltenen Grausamkeiten nicht verkraften.”
Wenn ich hier Unrecht habe freut mich das sogar,wenn es anders wäre hätte ich große Bedenken:)
“Ich gehöre zwar zu den ‘alten Leuten’, kann aber sicher nicht behaupten, dass die Politiker Politik ‘für mich’ machen. Die sähe anders aus!
Und was die Kommunikationsmittel betrifft: E-mail finde ich entschieden besser als snail-mail. Wer hätte das gedacht, in meinem Alter? *Ironieoff*”
Hier kann ich leider nur aus meinen persönlichen Erfahrungen schöpfen und sagen das ich es anders erlebt habe,aber hoffentlich bestätigen Ausnahmen nicht die Regel;)
@Whooky
Nur weil jemand nicht zu gibt das er Gewalt schätzt heißt das nicht ,dass er/sie es nicht bewusst oder unbewusst tut.Ich will das niemandem unterstellen,aber ein Alkoholiker leugnet ja ggf auch das er ein Problem hat.
Ich erkenne den sportlichen Aspekt an solchen Spielen,kann den Reiz nachvollziehen wenn man seinen Gegner gewieft geschlagen hat.Das gibt es bei der jeder Sportart von Handyweitwurf bis Eishockey aber
viele Menschen (die vielleicht nicht selber spielen) sehen eben nur
die Gewaltdarstellung auf dem Bildschirm auch wenn die für den Spieler selbst nebensächlich ist oder eine Art “Stadiumatmosphere” erzeugt und dann kommt man zu der Frage ob es eben nicht auch ohne diese Gewaltdarstellung geht.
Der kategorische Imperativ
am 02. November 2007 um 10:49:An der Skizze wird wohl ziemlich deutlich, wie lächerlich die Idee ist, dass man einfach Verbote ausspricht und die von allen brav befolgt werden. Nein, die ösung wird wohl nicht das Verbot, sondern die Schaffung von lukratoven Alternativen, Förderungen etc sein. Außerdem muss in das Bewusstsein nicht mehr eingetrichtert werden, dass es schlecht ist solche Spiele zu spielen, sondern dass es normal ist, zumindest zu einem gewissen Grad, weil es rein Unterhaltung ist. Wenn eh alle behaupten, dass es ach so schlimm sei, dann wirds das nämlich auch irgendwann. So eine Verteufelung darf nicht passieren.
meint der
kI
Daniel
am 02. November 2007 um 14:23:Erstmal “Hallo” an alle Neuen! Inzwischen finden sich lustige Namen in diesem Forum.
Ich glaube vieles wurde gesagt, einiges im Ernst, wie z.B. die Gespräche über die “tatsächlichen” Auswirkungen von Ego-shootern im Vergleich zu dem, was die Medien/Politiker verbreiten. Einiges im Scherz, wie die Verbotsmaschine.
Ich will jetzt einfach nochmal einen neuen Gedanken in die Runde werfen, nämlich folgenden:
Warum gibt es denn eigentlich keine wirklichen STUDIEN zu dem Thema? Ich meine, man könnte doch tatsächlich mal wissenschaftliche Untersuchungen anstellen, wie z.B. einen “Agressivitätsquotienten” bestimmen (anhand verschiedener Fragebögen/Experimente), dann die Probanten exzessivem “Killerspiele”- Konsum aussetzen und den “Aggresivitätsqutienten” nochmal bestimmen und vergleichen. Das bei 1000 Leuten würde die Frage doch ein für alle mal klären…
FRiSCH-Red.
am 02. November 2007 um 15:54:@ Daniel:
Gute Idee, wir werden uns mal umsehen nach solchen Studien.
Es gibt z.B. den Kriminologen Christian Pfeiffer, der sich regelmäßig recht kritisch über Mediennutzung junger Menschen und die negativen Folgen außert. Er ist für ein Killerspiel-Verbot.
Der Medienpädagoge und Computerspielforscher Winfred Kaminski hatte in einem Leserbrief an FRiSCH seinen Kollegen Pfeiffer kritisiert: Hilfreicher als Verbotsforderungen wäre es, so schrieb er damals, “endlich einmal das gesamte soziale und psychische Umfeld der Täter (gemeint sind Amok-Läufer, die Red.) zu analysieren und was sie an unmittelbaren wie auch direkten Gewalterfahrungen mitgemacht haben, bevor sie zum Mörder wurden.”
Gruß, die FRiSCH-Red.
Whooky
am 02. November 2007 um 18:04:@ Fan Artiger:
Das kann man drehen und wenden wie man möchte. Da ich selbst + Freundeskreis kein Teenager mehr bin habe ich nur Aussagen von Erwachsenen erwähnt (vorher nicht mitgeteilt, sorry). Ich finde das Kinder oder Jugendliche einfach besser beobachtet werden sollten (Aufsichtspflicht). Das gilt für alle Medien die genutzt werden!! Außerdem: Wenn eine bereits eventuell gesteigerte Gewaltbereitschaft vorliegt, ist es relativ egal welche Medien genutzt werden (TV,Kino,Computerspiele,Internet). Diese Psychische Störung wird sich weiter ausbauen EGAL mit welchen Mitteln! Es besteht immer ein Unterschied ob ein Erwachsener ein “Killerspiel” spielt oder ein Kind/Teenager der nicht adäquat erzogen wird. Es besteht absolute Indikation das Jugendliche genau beobachtet werden wenn sie die o.g. Medien nutzen!!!
MEINE MEINUNG
Der kategorische Imperativ
am 02. November 2007 um 19:33:Ich finde Whooky hat absolut recht, denn man muss auch auf eines achten: “Killerspiele” können nur dann schlecht wirken, wenn Kinder im falschen Alter ohne Aufsicht und Aufklärung diesen zu lange ausgesetzt sind. Soll heißen: kein “Killerspiel” kann ein Kind verderben, wenn er sonst in einem normalen Umfeld aufwächst, soll wiederum heißen: Eltern müssen sich auch um ihre Kinder kümmern.
denkt der
kI
Daniel
am 04. November 2007 um 20:20:Hallo allerseits,
ich habe gerade gesehen, dass am nächsten Sonntag um 19.00 Uhr auf RTL2 bei Welt der Wunder ein Beitrag über die Auswirkungen von Konsum “gewalttätiger Spiele” gebracht wird. Ich hab die Werbung leider nicht vollständig gesehen, deswegen kann ich nicht mehr dazu sagen.
Ich erwarte mir zwar nicht allzu viel davon, vermutlich wird da auch nichts neues gesagt werden, sondern das übliche “Ego-Shooter sind böse”, aber immerhin sah es so aus, als würden auch Versuche gemacht. (Zumindest warn in der Werbung Leute mit Elektroden am Kopf, deren Gehirnaktivität beim Spielen von Ego-Shootern gemessen wurde, wenn ich das richtig gesehn habe.)
Könnte vielleicht ganz interessant werden. Ich versuch auf jeden Fall es mir anzuschauen, wenn ich Zeit habe und dran denke. Vielleicht geht die Diskussion ja dann noch mit ein paar neuen Denkansätzen weiter.
Schönen Sonntag Abend noch
Daniel
FRiSCH-Red.
am 07. November 2007 um 16:25:Update:
“Mindestens sieben Tote bei Amoklauf in Finnland - Auch Täter tot
Helsinki (dpa) - Bei dem Amoklauf eines finnischen Gymnasiasten
sind am Mittwoch mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Das
teilten behandelnde Ärzte in Tuusula nach Rundfunkangaben mit. Auch
der Täter sei tot, hieß es in offiziell nicht bestätigten
Medienangaben aus Helsinki.”
Es handelt sich offenbar um einen durchgeknallten Waffennarren. Er soll die Tat zuvor in einem Internet-Video angekündigt haben. Sein (deutscher) Nickname: “Sturmgeist89″. Ob er Ego-Shooter spielte, wird wohl erst in den kommende Tagen herauskommen.
So oder so: Das wird der Killerspiel-Diskussion neue Nahrung geben.
Sehr traurig
Die FRiSCH-Red.
R'n'B
am 09. November 2007 um 12:25:Hallo an alle,
wir finden, dass “Killerspiele”, die in Hände von falschen Personen gelangen, zu schweren Auswirkungen auf die Psyche führen können.
Andererseits sind sie für “normale Personen” eine Art Stressabbau. Für “nicht normale Personen”sollten die Spiele verboten werden.
wc3.player.und.LiebeLisa
am 09. November 2007 um 12:25:Ich finde das R’n'B total im unrecht ist, und sie keine ahnung haben, worüber er/sie redet!
ich spiele selbst ein sogenanntes strategiespiel und habe keinerlei aggressionen oder realitätsverluste!
frauen ist des eh alles egal… macht ihr jungs doch was ihr wollt…
mein handy klingelt also muss ich weg… kaffee trinken und ne runde shoppen !!!
bye!
greeeetingzZZZ: m to the j und liebe lisa
Steffielif
am 09. November 2007 um 13:01:Ich selbst spiele keine “Killerspiele”, doch ich bin nicht gleich der Meinung, dass diese Spiele einen Menschen dazu bringen können , einen Amoklauf zu planen oder auch durchzuführen.Die Tatsache, dass immer mehr Jugendliche solche Spiele spielen ist zwar erschreckend aber kein grund gleich in Panik zu geraten, dass nun alle Jugendliche, die unzufrieden sind gleich einen Amoklauf starten.
Meiner Meinung nach kann man auf andere Art und Weise seine Wut rauslassen wie z.B. mit Sport.
Die meisten Menschen die einen Amoklauf machen, haben den Durchblick verloren und wissen nicht in ihrer Verzweiflung was sie tun sollen.Ich will hiermit nicht die Taten der Amokläufer entschuldigen, ganz im Gegenteil.
Man sollte versuchen weitere Amokläufe zu verhindern und nicht gleich alle Schuld den “Killerspielen” zuweisen.
Marv&Kerri
am 09. November 2007 um 13:01:Das Thema “Killerspiele” ist in Deutschland schon immer ein heikles Thema gewesen. Dieser Bericht liefert gute Ansichten der Pro und der Contra Seite. Der Bezug von Killerspielen auf Amokläufer wird oftmals dramatisiert und übertrieben. Nicht jeder Jugendlicher der Spiele wie z.B Counter-Strike und Half-Life spielt wird automatisch zum Amokläufer. Oftmals benutzten die Jugendlichen diese Spiele zum Agressionsabbau und nicht zum Agressionsaufbau. Viele dieser Spiele können im Teamplayer-Modus gespielt werden und fördern somit ein Stück weit die Teamfähigkeit. Dies lehrt vielleicht auch den Umgang mit fremden Menschen die man auf den, überall auf dem Globus verteilten Gameservern, findet.
Die Formulierungen und die Argumentationen sind sehr gut gelungen. Außerdem ist der Text verständlich geschrieben.
lg
Marv&Kerri
Bekir und Dominik
am 09. November 2007 um 13:01:Hallo an alle!
Wir beide halten nichts von einem generellen Verbot der “Killerspiele”. Wir denken, dass Jugendliche nicht ihre Probleme in einer virtuellen Welt verdrängen sollten. Sie müssen lernen, damit umzugehen und sich ihenen Stellen.
Anstatt die “Killerspiele” zu verbieten, sollten die Eltern lieber darauf achten, wie lange sich ihre Kinder am Computer aufhalten.
Wir denken, dass ein generelles Verbot von “Killerspielen” das Probleme nicht lösen wird, da sich die Jugendlichen die Spiele dann aus dem Internet runterladen und sich damit strafbar machen. Und das ist ja auch keine Lösung!
Man sollte seine Probleme nicht durch das Spielen von “Killerspielen” verdrängen, sondern lieber mal an die frische Luft gehen und Sport treiben.
“Killerspiele” sollten auch nicht als Aggressionsabbau dienen, sondern ausschließlich zur Unterhaltung.
Wir denken, dass ein Verbot der Killerspiele nicht von großer Wirkung ist. Statdessen sollte man lieber mehr Wert auf Prävention legen.
lg Bekir und Dominik
Satnika
am 09. November 2007 um 13:08:Das Spielen von Killerspielen macht Menschen nicht automatisch zum Amokläufer.Die meisten Menschen, die diese Killerspiele spielen, sind ganz normal und spielen diese Spiele nur aus Langeweile. Wer aber anfängt, die Spiele mit der Realität zu verwechseln ist wirklich gefährdet, Gewalttaten auszuüben. Diese Spiele sind die Fortsetzung von Kinderspielen wie Moorhuhn,aber wesentlich brutaler, weil nicht auf Zeichentrickhühner sondern auf möglichst real gestaltete Menschen geschossen wird. Kinder, die schon früh mit diesen Spielen angfangen, haben hinterher möglicherweise weniger Hemmungen, auch echte Menschen zu verletzen. Diese Abhärtung führt dazu, dass immer brutalere Szenen nötig sind, um den gewollten Spaß bzw. Nervenkitzel zu erzielen. Doch wenn man diese Spiele den unter 18jährigen verbietet, so suchen sie eine andere Möglichkeit an diese Killerspiele zu kommen. So könnte das Verbot sogar dazu anregen, Gewaltspiele zu spielen, weil es zusätzlich einen Widerstand gegen beispielsweise die Eltern darstellt.
Fazit: Jugendliche werden nicht zu mördern, weil sie Killerspiele spielen sondern wenn sie schwere private Probleme haben und nicht darüber hinwegkommen und mit niemandem reden können.
Darum sollten Killerspiele nicht verboten sondern lieber besser von den Eltern vorgesorgt werden.
JanaIna
am 09. November 2007 um 13:09:Gute Idee, dieses Thema endlich anzusprechen.Viele Jugendliche verbringen fast ihre gesamte freie Zeit damit, Gewaltspiele wie zum Beispiel WoW (World of Warcraft)zu spielen.Die meisten dieser Spiele sind kostenpflichtig.Lohnt es sich wirklich das Taschengeld für solche Spiele auszugeben? Nicht alle Jugendliche können sich dies leisten.Beim häufigen Spielen kann es dazu kommen,dass Jugendliche eine falsche Sichtweise zu den Themen:Gewalt, Mord und Attentat entwickeln.Nach einer gewissen Zeit kommt es sogar in manchen Fällen dazu, dass es Jugendlichen nicht mehr reicht ihre Aggressionen und ihr gewalttätiges Verhalten in der virtuellen Internetwelt auszuleben. Die Folge davon ist, dass sie sich öfter agressiv sowohl gegenüber ihrer Freunde als auch ihrer Familie verhalten. Ein extremes Beispiel hierfür ist der Amoklauf eines Schülers in Emsdetten.Natürlich gibt es Alterseinschränkungen bei den Gewaltspielen.Aber werden diese auch wirklich eingehalten?Wohl eher nicht.
Zum Schutz der Jugendlichen sollten diese “Killerspiele” auch in der Öffentlichkeit diskutiert werden, denn so wie es momentan ist, darf es nicht bleiben.
Non-Haj Aki
am 09. November 2007 um 13:11:Christian Toth,
Du spielst Ego-Shooter um zu kommunizieren, interagieren und den Spielrealismus zu testen? Und du meinst, bei Titeln wie “Counter Strike” bist du da an der richtigen Adresse? Ist es tatsächlich deine Ansicht das solche Spiele gemacht wurden damit Spieler kommunizieren!?
Nur soweit- “Counter Strike” IST dafür gemacht, dass Spieler andere Spieler, jedenfalls die sie verkörpernden Figuren, solange beschießen können bis diese tot umfallen. Es ist realistisch dargestellt, ja, doch ist das nicht ein weiterer Grund für problembelastete Menschen, an mancher Stelle Realität und Fiktion zu verwechseln?
Manche Leute scheinen jedoch auch auf Amokläufe zu warten (”Amoklauf dank Killerspiel”).
Grundlegend bin ich sehr gegen die Aufhetzung gegen sogenannte Killerspiele, doch bei manchen Titeln bin ich einfach dafür.
Der kategorische Imperativ
am 09. November 2007 um 16:31:Hallo an alle Neuen!
Gleich vorweg eine Frage an euch: mir ist aufgefallen, dass ihr alle zur ähnlichen Zeit gepostet habt. Mich würde interessieren, ob ihr euch kennt bzw. ob ihr vllt sogar eine Schulklasse seid?
Auf jeden Fall freut mich, dass das Thema bei euch so unterschiedliche und viele Meinungen hervorgerufen hat!
Jetzt zu den Posts, die ich als Autor des Artikels natürlich gerne kommentiere:
@ Non-Haj Aki:
Ich weiß, dass man bei Counterstrike Leute umbringen kann. Ich weiß auch, dass man das vor allem tut. (”Mich hat nicht gereizt, dass ich andere Spieler umbringen kann”) Ich wollte betonen, dass meiner Meinung nach aber mehr dahinter steckt, als dumpfes Ballern und blutrünstigem Töten. Ich glaube nicht, dass die Spieler Realität und Fiktion verwechseln, es ist doch völlig normal, wenn man sich bei so etwas anstrengt um ein best mögliches Ergebnis zu erzielen!
@ Janaina:
WoW ist meiner Meinung nach kein Gewaltspiel. Na klar ist auch da Gewalt dabei, aber auf einer solch Harmlosen ebene, die schon fast “verniedlicht” ist. Ich würde auch nicht “Killerspiele” zu Aggressionsbewältigern abstempeln wollen, ich glaube ganz einfach, dass die Leute mehr oder weniger nebenbei ihre Aggression auslassen. Die wenigsten würden sich doch vor den PC setzen und sagen: “Ich bin so wütend, ich muss jetzt ein paar virtuelle Leute über den Haufen schießen!” Ansonsten stimme ich dir aber zu, dass dieses Thema weit intensiver in der Öffentlichkeit diskutiert werden sollte. Einen ersten Schritt machen wir ja bereits hier!
@ Satnika:
Ich finde dei Fazit und deinen letzten Satz sehr gut! Außerdem stimme ich Dir zu, dass ein Verbot nur ins Gegenteil schlagen würde. Das haben wir in der Redaktion auch mit dem Verbotsautomaten veraunschaulichen wollen ;) Einfach sinnlos!
@ Bekir und Dominik:
Im Prinzip gilt gleiches wie bei Satnika. Nur teile ich nicht eure Meinung, dass Killerspiele rein unterhaltsam sein sollen. Ich glaube, dass dies auch ein solches Extrem wäre, dass genauso unrealistisch umzusetzen wäre wie das Verbot.
@ Marv&Kerri:
Danke für euer Lob! Ihr Unterstützt ja nochmal das, was ich auch Non-Haj Aki noch einmal verdeutlichen wollte.
@ Steffielif:
Ich glaube nicht das Amokläufer den Durchblick verloren haben. Ich denke vielmehr, dass sie überlastet sind, vor allem aber sich nicht mehr vor Beschuldigung und autoritärem Druck befreien können. Deswegen auch gleich der Amoklauf und keine Vorstufen.
@ R’n'B:
Kannst du entscheiden wer “normal” und wer “nicht normal” ist? Ich glaube so darf man das Problem nicht anpacken!
@ wc3.player.und.LiebeLisa:
Ich glaube Strategiespiele fallen nicht in die Kategorie der Spiele über die wir hier diskutieren. Und zu pauschalisieren, dass Frauen das egal sei finde ich falsch. Es gibt unzählige Mädchen und Frauen die genau die gleichen Spiele spielen wie Jungs und Männer. “Killerspiele” werden nicht so deutlich von Männern dominiert wie man glaubt! Fast alle Clans haben auch Frauen in ihrem Team.
Ich bin gespannt auf eure Antworten!
Euch grüßt, der
kI
Daniel
am 09. November 2007 um 18:53:Auch von mir ein Herzliches Hallo an alle Neuen!
@DKI/Christian:
Du willst mir wohl meinen Rang als Schreiber der längsten Beiträge streitig machen? =) Naja, da ich grad bei einem Freund bin und nicht so viel Zeit investieren will dich wieder zu übertrumpfen lass ich dir das mal durchgehen… vorerst! ^^
Nun aber zum Thema: Ich will nicht nochmal auf die einzelnen Kommentare von dir auf die anderen Kommentare eingehen, aber doch zwei Sätze aufgreifen:
- erstens: “Ich denke vielmehr, dass sie überlastet sind, vor allem aber sich nicht mehr vor Beschuldigung und autoritärem Druck befreien können. Deswegen auch gleich der Amoklauf und keine Vorstufen.” - DKI
Hier will ich ganz klar wiedersprechen. Ich denke nicht, das Amokläufe einfach so aus dem grünen heraus passieren. Es gibt immer Anzeichen, nur das eben keiner da ist, der sie sieht. Außerdem glaube ich, dass Amokläufe nicht immer Verzweiflungstaten in dem Sinne sind, dass man den Beschuldigungen und dem autoritären Druck nicht standhalten kann (wenn es nur das wäre, dann vermute ich würde man sich eher selbst umbringen, ohne ein Blutbad anzurichten… ein zugegeben heikles Thema, über das zu spekulieren hier aber zu weit führt…). Ich glaube vielmehr, dass die Tat an sich für die Amokläufer eine Art “Befreiungsakt” darstellt.
Zugegeben, es ist letztlich kein großer Unterschied, gibt jedoch eine Möglichkeit zum Handeln: Das manche Menschen in manchen Situationen einem autoritären Druck nicht standhalten können ist wohl leider nicht zu verhindern, dass sie jedoch einen solchen Hass auf die Ausüber des Drucks/ die Autoritäten (oft Lehrer) verspüren, dass sie zu Gewalt greifen, sollte doch zu verhindern sein, wenn man auf sie eingeht. Ich will sagen, dass es einen Unterschied zwischen Menschen gibt, die mit dem Druck ihres Umfeldes nicht klarkommen (solche kenne auch ich) und solchen, die deswegen tatsächlich zu Gewalt greifen. Darüber was diesen Unterschied tatsächlich ausmacht kann ich nur spekulieren, aber ich vermute es hat etwas mit den Beziehungen zu anderen Leuten zu tun. Wenn man gute Freunde oder gute Beziehungen zur Familie/zu Verwandten hat, dann kann einem alles noch so über den Kopf schießen (ääh… etwas unpassend die Formulierung in dem Kontext), kann der autoritäre Druck noch so groß sein, man wird meiner Meinung nach trotzdem keinen Amoklauf begehen, auch wenn man vielleicht genauso verzweifelt ist wie “potentielle Amokläufer”. Im Gegensatz zu diesen hat man nämlich durch den Freundeskreis Mittel damit umzugehen. Leute, die das nicht haben, suchen andere Wege mit dem Druck klarzukommen (z.B. “Killerspiele”?) - ein erster Hilferuf quasi, bei dem man dringend eingreifen sollte. Wenn ihnen das nichts hilft - und in der Regel tut es das nicht, weil Computerspiele keinen Ersatz für reale Beziehungen bieten können - sehen sie keine Möglichkeit als “Rache zu üben”.
Deswegen kündigen sie ihre Taten ja oft auch an und sind stolz darauf… ein zweiter Hilferuf quasi, mit dem sie auf sich aufmerksam machen wollen, mit dem sie förmlich nach sozialer Beachtung schreien!
(vgl. auch das, was Satnika sagt)
- so, zweitens: “Diese Spiele sind die Fortsetzung von Kinderspielen wie Moorhuhn,aber wesentlich brutaler, weil nicht auf Zeichentrickhühner sondern auf möglichst real gestaltete Menschen geschossen wird. Kinder, die schon früh mit diesen Spielen angfangen, haben hinterher möglicherweise weniger Hemmungen, auch echte Menschen zu verletzen. Diese Abhärtung führt dazu, dass immer brutalere Szenen nötig sind, um den gewollten Spaß bzw. Nervenkitzel zu erzielen.” - Satnika
Ja und Nein! Ich würde Ego-Shooter nicht als Vortsetzung von Spielen wie “Moorhuhn” bezeichnen. Auch glaube ich eigentlich nicht, dass Ego-Shooter die Hemmungen zu töten in der realen Welt herabsetzen… Dass sie in dem Sinne abhärten, dass man immere brutalere Spiele braucht, um Nervenkitzel zu erzielen, dass ja! (Aber letztlich tun auch Nachrichten das Selbe: Es klingt makaber, aber nach einem Jahr voller Tagesschau-Meldungen wieviele Menschen im Irak gestorben sind… geht es einem irgendwann nicht mehr so nahe.) Dass sie jedoch in der Realen Welt die tatsächliche “Überwindung” herabsetzen, die es braucht jemanden mutwillig zu verletzen oder zu töten… ich kann es mir einfach nicht vorstellen. (ebensowenig wie virtuelles Fußballspielen einen in realem Fußball besser werden lässt.) Jemanden tatsächlich von Auge zu Auge zu verletzen ist wohl nochmal etwas deutlich anderes. Was jedoch sein kann, ist, dass Ego-Shooter Vertrautheit mit solchen Situationen schaffen, die einem im “Ernstfall” den “Rückhalt” geben können die Tat tatsächlich auszuführen und nicht (wie “normale”, gewaltfrei aufgewachsene Menschen) davor zurückzuschrecken.
Jetzt noch an alle, die sich wundern, weil ich doch gesagt habe ich wolle nicht so viel Zeit investieren: Der Text hat 14 Minuten gedauert.
FRiSCH-Red.
am 19. Dezember 2007 um 16:59:Update 19. Dezember 2007
„Killerspiele“ auf den Index - Kabinett verschärft Jugendschutz
Berlin (dpa) Jugendliche sollen schwerer an gewalttätige Filme und Computerspiele herankommen. Eine entsprechende Verschärfung des
Jugendschutzgesetzes hat das Kabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen. Unter anderem werden die Kriterien ausgeweitet, nach
denen Gewaltvideos und sogenannte Killerspiele als jugendgefährdend auf dem Index landen. Darüber hinaus sollen die Alters- beschränkungen auf CDs und DVDs vergrößert werden, damit sie auf den ersten Blick ins Auge fallen. Gestrichen wurden allerdings die umstrittenen Testkäufe durch
Jugendliche. Ursprünglich wollte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) 14- bis 18-Jährige zum Überführen von Händlern
einsetzen, die Schnaps, Zigaretten oder Gewaltvideos unerlaubt an minderjährige Kunden abgeben. Nach heftiger Kritik von SPD und
Opposition hatte die Ministerin diesen Vorschlag aber zurückgezogen.
Doch auch ohne Testkäufer schließe der Gesetzentwurf „entscheidende Lücken, um den Jugendschutz gezielt zu verbessern“, sagte von der Leyen. Die verschärften Regeln für jugendgefährdende Medien seien ein „klares Signal“, dass gewaltverherrlichende Spiele und Filme nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gehörten. Wichtig seien auch die vergrößerten Warnhinweise. „Heute sind die Kennzeichen, die Altersgrenzen und somit Abgabeverbote deutlich
machen sollen, nur mit der Lupe zu lesen - das bringt in der Praxis rein gar nichts.“
Lars
am 02. Oktober 2009 um 09:21:Ich persönlich meine, dass die sogenannten “Killerspiele” nicht so schlimm sind wie fast jeder denkt. Der Text erklärt sehr gut das es nicht so schlimm ist solche Spiele zu spielen.Sie können sogar helfen seine Agressionen loszuwerden.Personen die aber ein geringes Selbstbewusstsein haben sollten lieber nicht mit solchen spielen anfangen.Der Bericht macht sehr deutlich,dass mann aber nicht zu viel spielen sollten,weil man sonst die “sein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommt”.Er erklärt auch,dass man sich nicht so von der Spielwelt beindrucken sollte. Viele wollen danhn ja auch das Spiel in der realen Welt ausprobieren(was im Text erwähnt wird). Der Text ist sehr gut zusammengefasst und vermittelt das man Vorurteile nicht glauben sollte bevor man es nicht selbst ausprobiert hat.
Jürgen
am 02. Oktober 2009 um 09:22:Hallo,
ich will und muss diesen Berciht bekräftigen…
Ich finde man sollte nicht nur irgenwelche Alterbestimmungen auf das
Spiel kleben, sondern viel härter durchgreifen… Denn jeder kennt
eine Person die das Spiel kaufen DARF…
Nicht nur der Staat, sondern auch die Eltern tragen Verantwortung
für ihre Kinder und sollten gucken und wissen welche Spiele sie
spielen… So könnte man die immer wieder auftretenden Amokläufe
verhindern bzw. mindern also so dass es weniger werden…
Außerdem noch ein Wort zu den Schützenvereinen…
Obwohl das Schießen als ein Sport angesehen wird sollten zu mindest
die Waffen so lagerrn, dass man nicht so leicht heran kommen kann
oder gar klauen kann.