Von Hannah Rammé, 19 Jahre
Der Gedanke kam beim gefühlten zehnten Abschiedsfest einer Freundin, die für ein Jahr die Stadt verlässt: Man ist im Leben ständig dabei, sich zu verabschieden. Manchmal ist es ein großer Abschied, manchmal nur das „bis gleich“, die Trennung von kurzer Dauer. Wie oft man am Tag „tschüss“ sagt: Nach der Schule, am Bahnhof, im Supermarkt an der Kasse, nach einem Treffen.Es gibt unzählige Arten von Abschied. Es kann aber immer das letzte Mal sein, dass man sich von jemandem verabschiedet hat.
Aber nicht nur von Menschen trennt man sich, sondern auch von engen Beziehungen, einem Lebensabschnitt, der Kindheit, einem Traum oder von einem Land. Es fällt schwer, sich nach einer Reise von der Zeit dort zu verabschieden und es ist manchmal erschreckend, wie schnell man sich im Alltag wiederfindet. Es braucht Überwindung, sich von einem Nahestehenden zu verabschieden, der beispielsweise einen neuen Lebensabschnitt in einem anderen Land beginnt. Es fällt schwer, sich von Beziehungen zu verabschieden oder sich von der Familie endgültig zu lösen, beispielsweise durch einen Auszug. Dennoch, mit Abschieden muss ich leben lernen. Es gehört im Leben dazu, ich sollte keine Angst haben, „tschüss“ zu sagen. Denn so schwer der Abschied auch sein mag, es hat auch gute Seiten, sich von Altem zu lösen und etwas Neues zu beginnen.
Es gehört Mut dazu, aber wer will schon mit 30 immer noch bei den Eltern hocken, ohne auch nur einmal erlebt zu haben, wie es ist, Abschied genommen zu haben? Auf zu neuen Dingen. Abschiede können einfacher werden, wenn man offen und zuversichtlich dem Neuen entgegengeht.