Von Anika Pfützner, 21 Jahre
Zivilcourage ist ein Wort, das ich nach dem tödlichen Übergriff auf Dominik Brunner in Solln oft gehört habe. Der Geschäftsmann wurden von zwei Jugendliche zuerst schwer verletzt und starb kurz darauf. Er hatte sich schützend vor die vier 13- bis 15- Jährigen gestellt, von denen die Täter Geld erpressen wollten. Für seinen Mut, den er mit dem Tod bezahlte, wurde er posthum mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Neben dem Mitgefühl für die Familie und dem Schrecken, sind immer noch viele fassungslos, was in unserem Land passiert. So auch in Frankfurt. Erst kürzlich wurde ein Mensch bei dem Versuch, anderen zu helfen an der U-Bahnstation verletzt. Der 51-Jährige wollte einen Streit zwischen drei jungen Frauen schlichten.
So wurde der Schlichter plötzlich selbst zum Opfer. Dass es bei einem Schlichtungsversuch zu solch brutaler Gewalt kommt, ist beängstigend. Wenn man dann den Fernseher anschaltet oder die Zeitung aufschlägt, kommen viele Experten zu Wort.
Sie geben Ratschläge und Handlungshinweise. Auch die Stadt Frankfurt sieht Handlungsbedarf und wirbt mit Aufklärungsflyern für mehr Zivilcourage. Es wird erläutert, wie man sich im Ernstfall verhalten soll. Helfen ist nicht nur moralisch richtig, sondern steht sogar im Grundgesetz.
Doch ein kleiner Zweifel bleibt. Würde ich als zierliche Frau überhaupt dazwischen gehen können? Im Ernstfall wäre ich viel zu schwach und würde mich in Lebensgefahr bringen. Aber ich bin mir sicher, ein Anruf bei der Polizei ist das Mindeste was Jeder tun könnte, um zu helfen.


