Von Carola Wondrak, 19 Jahre
Wie konnte das passieren? Neulich las ich erneut in der Zeitung davon, dass ein Mann tot in seiner Wohnung gefunden wurde. Da frage ich mich, weshalb das niemandem im Haus aufgefallen war? Wie sich herausstellte, hatte der Mann schon längere Zeit tot in seinem Fernsehsessel gelegen – und sogar der Fernseher lief noch. So ließ sich auch das Todesdatum des Mannes feststellen: Die Zeitschrift mit dem Fernsehprogramm zeigte ein Datum, das schon vier Monate vergangen war! Ganz schön makaber.Obwohl die Welt immer kleiner wird und wir von Internet und Kommunikation abhängig sind, gibt es immer noch Menschen, die von anderen Menschen abgeschirmt leben. Sie wohnen Seite an Seite in einem Mietshaus, aber wissen nicht das Geringste voneinander.
Wie kann es aber sein, dass sich die Nachbarn nicht darum scheren, dass sie den anderen lange nicht auf der Straße gesehen haben? Wo ist denn die Vernetzung mit Menschen in der nahen Umgebung geblieben? Im Internet knüpfen und pflegen die Menschen über Datenbanken Kontakte mit Leuten, die oftmals mehrere hundert Kilometer entfernt leben. Aber seine eigene Nachbarschaft kennt offenbar niemand mehr so genau.
Und auch in der Schule ist das Grüßen längst nicht mehr gang und gäbe. Sei es von Lehrer- oder von Schülerseite: Sprüche wie „Den da grüß’ ich aber bestimmt nicht“ und das Drüberhinwegsehen und Ignorieren von Personen haben in unser Leben Einzug gehalten. Schade. Denn man vergibt sich nichts, wenn man dem Nachbarn einfach mal einen schönen Tag wünscht oder sich öfter mal anlächelt.


