Von Hannah Rammé, 19 Jahre
Offenen Herzens ins Ausland gehen – das bedeutet im besten Fall, Vorurteile einzudämmen. Gerade jetzt, wo viel darüber diskutiert wird, ob ein Teil „unserer“ Ausländer integrationsfähig ist oder vielleicht nicht, kann es nicht schaden, wenn junge Leute die Erfahrung machen, selbst mal Ausländer zu sein. Das ändert und schärft den Blick und lockert gegebenenfalls festgefahrene Ansichten über andere Menschen und Kulturen.
Egal, ob als gesellschaftsinteressierter Tourist, Volontair, Au pair oder Auswanderer auf Zeit: Es gibt zahlreiche Angebote und Arbeitsmöglichkeiten, die beispielsweise Schulabgängern zur Verfügung stehen. Für eine Zeit die gewohnten Gefilde zu verlassen und die Augen für das Andere zu öffnen, bringt einen ungeheuer weiter. So hat man die Möglichkeit, sich mit den Besonderheiten und Lebensentwürfen der anderen Kulturen zu befassen. Man lernt viel über die Mentalität, über Wertvorstellungen, Essgewohnheiten und Vorlieben. Im Ausland gewinnt man neue Sprachkenntnisse.
Und ist man wieder zu Hause, fällt einem plötzlich auf, dass „Die Franzosen“ eigentlich ja gar nicht ausschließlich arrogant sind. Neben der anderen Sprache, heimatfernen Bräuchen, Umgangsformen, Landschaften, Problemen und Höflichkeiten, anderem Klima und Kulinarischem entdeckt man ja meist auch viel Gemeinsamkeiten und findet verblüffende Ähnlichkeiten. Vielleicht packt man dann auch das eine oder andere Vorurteil wieder ein. Oder wer will schon mit voller Überzeugung behaupten, dass die meisten Deutschen spießig sind und selten lachen, so wie angeblich viele im Ausland denken?


