Von Maximilian Lüderwaldt, 16 Jahre
Mit dem Titel “Die jungen Milden” ist ein zehn Jahre alter Artikel des Spiegels überschrieben, der eine Generation von Jugendlichen beschreibt, mit der keine Vision zu verbinden ist. Es ist die Rede von der 99er-Generation, die die erste war, die glaubte, die Welt verstanden zu haben und sie nicht mehr verändern zu müssen.
Der Artikel liegt nun schon ein Jahrzehnt zurück, aber Unterschiede zur heutigen Jugend, der 09er-Generation, lassen sich kaum feststellen. Wir sind daran gewöhnt, dass Jugendliche nicht mehr auf die Straße gehen, um für ihre Anliegen, sofern sie überhaupt welche haben, zu protestieren. Und empfinden es als normal, dass es unter jungen Menschen schon lange out ist, sich politisch zu engagieren. In Zeiten wie diesen muss uns dies aber zu Denken geben. Derzeit gibt es enorm wichtige und richtungsweisende Fragen und Probleme in der Weltpolitik.
Sie werden Auswirkungen auf die Zukunft der heutigen Jugend haben, wegschauen ist da nicht die richtige Lösung. Viele Jugendliche wissen Bescheid, über den Krieg in Afghanistan, den Klimawandel und den internationalen Terrorismus. Durch das Internet, das sie mit Informationen überflutet, können sie gar nicht anders, als auf dem Stand der Dinge zu sein. Trotzdem muss sich diese Generation den Vorwurf gefallen lassen, die Welt nicht mehr zu kritisieren, sondern immer nur im Auge zu haben, wie sie am stärksten von ihr profitieren kann.
Viele Probleme und Missstände erscheinen den jungen Leuten als gegeben, sie glauben, dass es sich erst gar nicht lohnen würde, gegen sie zu kämpfen. Erschreckend ist, um ein Beispiel zu nennen, dass in der aktuellen Wirtschaftskrise Milliarden Euro an Schulden gemacht werden, für die später einmal die heutige Jugend aufkommen muss. Trotzdem sind die Konjunkturprogramme Programme geblieben, für die sich kaum jemand wirklich interessiert.
Vielleicht ist nun nach vielen Jahren Leerlauf doch wieder einmal die Zeit für die Jugend gekommen, den Blick zu schärfen und sich verstärkt politisch zu engagieren. In welcher demokratischen Partei oder anderen Organisation sie dies tut, spielt keine Rolle. Um die Grundlagen dafür zu schaffen, ist die Politik gefordert. Es gilt: Bildung schafft Interesse, Interesse schafft Engagement. Die Initiative aber, die muss von den Jugendlichen selbst kommen