Feb8
Von Anika Pfützner, 21 Jahre
Fasching nervt. Und in Frankfurt ist gerade die fünfte Jahreszeit ist angebrochen. Sie steht unter dem Motto „Ja, so hat es Frankfurt gern, Fastnacht unterm guten Stern“. Ich kann mit dem ganzen Trubel auf den Faschingsumzügen und den abgedroschenen Witzen auf den Prunksitzungen ja eigentlich nichts anfangen. Die Komik des Ganzen bleibt mir irgendwie verschlossen. Zwar sind wir Frankfurter in Sachen Fastnacht nicht so verrückt wie unsere Nachbarn, die Mainzer Jecken, aber dem närrischen Treiben auszuweichen, ist auch am Main fast unmöglich. Was also tun? Einfach boykottieren oder vielleicht doch mitmachen? Weiterlesen »
Feb1
Von Marieke Butzbach, 15 Jahre
Jedes Jahr absolvieren tausende Schüler und Studenten ein Praktikum. Und jedes Jahr werden tausende von ihnen ausgebeutet, wie Sklaven der Dritten Welt. Unzumutbare Entlohnungen sind ja heutzutage normal. Aus einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geht hervor, dass 25 Prozent der befragten Hochschulabsolventen und 20 Prozent aller jungen Menschen mit Berufsabschluss mindestens ein Praktikum durchlaufen müssen – erst dann steigen die Chancen auf einen Job. Weiterlesen »
Jan25
Von Maximilian Lüderwaldt und Maurizio Capaldi (beide 16 Jahre )
Die Band Out Of Tune spielt auf dem Frankfurter Museumsuferfest. Es ist ein großer Tag für die vier Jugendlichen. Endlich mal ein Auftritt vor einem größeren Publikum. Zahlreiche Freunde und Bekannte sind gekommen. Die Bandmitglieder streifen diese nur mit einem Blick. Sie haben jetzt keine Zeit, sich zu fragen, wer ihren musikalischen Künsten lauscht. Dafür ist die Aufregung zu groß. Weiterlesen »
Jan25
Von Hannah Rammé, 19 Jahre
Oh, wie klingt das schön: Man sitzt gemütlich in seinem Lielblingscafé auf weichen Pol-stersesseln, liest Zeitung oder verbringt etwas Zeit mit einem Freund. Man verspürt wohlig-warme Gefühle, während man in Ruhe ein Tässchen Kaffee mit schneeweiß-wolkigem Schaumkrönchen darauf genießt. Die Zeit scheint unwichtig, das Herz ist verzückt. Diese Art des Kaffeetrinkens ist ein wunderbarer Stresskiller und Balsam für die Seele. Weiterlesen »
Jan18
Von Anika Pfützner, 21 Jahre
Am Tag des Mauerfalls war ich ein Jahr, sieben Monate und sieben Tage alt. Der Mauerfall liegt nun schon mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Was für eine lange Zeit. Nur wenige Reste der Berliner Mauer zeugen noch von der Teilung zwischen Ost- und Westdeutschland. Wir zahlen mit dem Euro, können überall in Europa reisen und leben die Demokratie auch in den neuen Bundesländern. Nach dem Mauerfall ist aus dem geteilten Deutschland wieder ein Deutschland geworden, aber fühlen wir uns auch vereinigt?
Ich noch nicht. Noch heute ist es so, dass ich ungläubig beäugt und mit geschmacklosen Kommentaren begrüßt werde. „Ach so, du kommst aus dem Osten. Da war ich noch nie. Ist ja interessant, bei euch gibt es schon fließend Wasser.“ Diese Kommentare sind nicht mehr lustig. Vor allem, weil ich mich an die DDR nicht erinnern kann und nur aus Erzählungen meiner Familie kenne. So erinnere ich höflich daran, dass wir jetzt in einem vereinigten Deutschland leben und ich sogar meine Ausbildung in Hessen absolviere. Ohne Sondergenehmigung von der Führung. Deshalb wünsche ich mir, dass wir alle als Vorbild in Sachen Wiedervereinigung voran gehen und versuche, das Denken nicht auf Ost/West zu beschränken. Wenn alle selbstbewusst von „Wir“ sprechen, dann sind wir wirklich wiedervereinigt.
Dann können irgendwann auch unsere Kinder und Enkel das Gefühl vom vereinigten Deutschland spüren. Dann werden wir in zwanzig Jahren ohne Vorurteile Seite an Seite leben und den wahrgewordenen Traum vom wiedervereinigten Deutschland leben.